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Wissenschaftsstadt Darmstadt vergibt Ricarda-Huch-Preis 2018 an Jurist und Schriftsteller Ferdinand von Schirach


5. August 2018 - 07:26 | von | Kategorie: Kultur |
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Der Ricarda-Huch-Preis der Wissenschaftsstadt Darmstadt geht in diesem Jahr an den in Berlin lebenden Strafverteidiger, Schriftsteller und Dramatiker Ferdinand von Schirach. Das hat der Magistrat Anfang Juli beschlossen. Der mit 10.000 Euro dotierte Ricarda-Huch-Preis wird von der Stadt alle drei Jahre vergeben. Die offizielle Preisverleihung ist für den 3. Oktober 2018 vorgesehen.

Zuvor hatte eine Jury, bestehend aus Oberbürgermeister Jochen Partsch als Vorsitzendem, der Vorsitzenden des Kulturausschusses der Stadtverordnetenversammlung Hildegard Förster-Heldmann und der stellvertretenden Vorsitzenden Irmgard Klaff-Isselmann, der Literaturkritikerin der FAZ, Sandra Kegel, Dr. Burkhard Bonsels vom Lions Club Darmstadt Mathildenhöhe sowie die Darmstädter Bundestagsabgeordneten Dr. Astrid Mannes und Daniela Wagner, den Preisträger ausgewählt und die Auswahl wie folgt begründet:

„Auf Anhieb gelang Ferdinand von Schirach mit seinem literarischen Debüt ‚Verbrechen‘ im Jahre 2009 der Durchbruch als Schriftsteller. Seither werden seine Bücher von vielen Lesern geschätzt, doch sind diese Studien über Straftaten keineswegs Kriminalromane, sondern gestochen scharfe Milieu- und Charakterstudien. Was den Strafverteidiger Ferdinand von Schirach literarisch interessiert, sind die Ursprünge, Anlässe und Beweggründe von Verbrechen. Dabei urteilt er nicht moralisch, sondern verdichtet in einer klaren und souveränen Sprache jenen prekären Bereich, aus dem heraus das Verhängnis seinen Lauf nimmt. Mit seinem Aufsehen erregenden Theaterstück ‚Terror‘, das einen Gerichtsprozess simuliert und am Ende die Theaterzuschauer über das Urteil abstimmen lässt, führt Ferdinand von Schirach zudem eindrucksvoll vor Augen, was Theater heute noch sein kann: ein Verhandlungsort für gesellschaftliche Auseinandersetzung wie einst das Forum im alten Rom.“

Der Spiegel nannte von Schirach einen „großartigen Erzähler“, die New York Times einen „außergewöhnlichen Stilisten“, der Independent verglich ihn mit Kafka und Kleist und der Daily Telegraph schrieb, er sei „eine der markantesten Stimmen der europäischen Literatur“. Ferdinand von Schirachs Erzählbände wurden millionenfach verkauft und sind in mehr als 40 Ländern zu Bestsellern geworden.

Oberbürgermeister und Kulturdezernent Jochen Partsch dazu: „Mit Ferdinand von Schirach haben wir in diesem Jahr einen herausragenden Preisträger für unseren renommierten Kulturpreis ausgewählt, der mit seinem bisherigen Werk weltweit ein riesiges Publikum begeistert hat und auch im Ausland zurecht als Star der Deutschen Literatur gesehen wird. Seine Erzählungen und Romane, die meist direkt nach Erscheinen wochenlang die Bestsellerlisten angeführt haben, strotzen nur so vor scharfsinnigen Analysen der menschlichen Psyche und liefern spannende und verstörende Einblicke in die Welt des Verbrechens. Wir freuen uns bei der Preisverleihung auf eine bedeutende Persönlichkeit der europäischen Literatur.“

Ausgezeichnet werden mit dem Ricarda-Huch-Preis Persönlichkeiten aus Kunst oder Literatur, aus Wissenschaft oder Politik, deren Wirken in hohem Maß bestimmt ist von unabhängigem Denken und mutigem Handeln, verbunden mit einem uneingeschränkten Wirken für jene unveräußerlichen humanen, emanzipatorischen und freiheitlichen Grundsätze, die sich aus der europäischen Geschichte herleiten, die Ideale der Humanität und Völkerverständigung als Werte der historisch-kulturellen Identität der europäischen Gesellschaften zu fördern. Die bisherigen Preisträger sind Friedrich Luft, Marcel Reich-Ranicki, Siegfried Unseld, Herta Müller, Martin Walser, Adolf Muschg, Alexander Kluge, Ignatz Bubis, František Cerný, Orhan Pamuk und Hanna Krall, Sibylle Lewitscharoff und zuletzt Barbara Honigmann.

Quelle: Pressestelle der Wissenschaftsstadt Darmstadt

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