Private und institutionelle Unterstützer sichern die Konservierung des Skulpturengartens von Bernhard Hoetger


9. September 2011 - 12:20 | von | Kategorie: Kultur | Artikel drucken
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Skulpturengarten von Bernhard HoetgerDarmstadts Oberbürgermeister und Kulturdezernent Jochen Partsch informierte am Freitag (09.09.11) über die konservatorischen Maßnahmen zum Erhalt der skulpturalen Objekte von Bernhard Hoetger im Platanenhain auf der Darmstädter Mathildenhöhe. Gleichzeitig dankte der den zahlreichen Unterstützern und Spendern, die die Durchführung dieser Arbeiten erst möglich machen. „Die rund 40 skulpturalen Objekte in Darmstadt bilden das größte im Original erhaltene Gesamtkunstwerk Hoetgers. Im Laufe von knapp 100 Jahren haben die Kunstwerke teilweise großen Schaden genommen, so dass dringend umfassende konservatorische Maßnahmen erforderlich sind. Die Kosten dafür belaufen sich auf insgesamt rund 206.000 Euro, die von der Stadt kurzfristig nicht bereitgestellt werden können. Nahezu die gesamte Summe haben uns nun eine Reihe von privaten und institutionellen Unterstützern zu Verfügung gestellt, denen ich an dieser Stelle im Namen der gesamten Stadt herzlich danke. Diese Mittel machen es uns möglich, sofort mit der Konservierung der Kunstwerke von Bernhard Hoetger zu beginnen und damit einen wichtigen Schritt hin zur Anerkennung der Künstlerkolonie Mathildenhöhe als Weltkulturerbestätte zu tun“, so Oberbürgermeister Jochen Partsch.

Seit November 2010 haben sich insgesamt neun Sponsoren mit Zuwendungen von 202.000 Euro für die Erhaltung des Hoetgerschen Skulpturengarten engagiert, darunter die Merck’sche Gesellschaft für Wissenschaft und Kunst, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, das Landesamt für Denkmalpflege, die Bürgerstiftung Darmstadt oder auch die Freunde der Mathildenhöhe. 40.000 Euro kommen aus dem Sonderprogramm II des Bundes, aber auch Privatpersonen wie Dr. Jan Sombroek und Hans Gerhard Knöll gehören zu den Spendern.

Die städtischen Gremien haben am 29. Januar 2008 beschlossen, einen möglichen Antrag auf Anmeldung der Künstlerkolonie Mathildenhöhe als Weltkulturerbestätte zu prüfen. Diese Überprüfung erfolgte durch den zeitgleich bestellten Koordinator Mathildenhöhe Nikolaus Heiss in Zusammenarbeit mit einer Arbeitsgruppe, bestehend aus Christiane Geelhaar, Renate Charlotte Hoffmann und Mona Sauer sowie dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Die Kosten für die Vorbereitungen zum Antrag mit einer ausführlichen Bestandsaufnahme und einem Gutachten zur Feststellung der Welterbewürdigkeit der Mathildenhöhe waren möglich durch eine großzügige Förderung durch die Merck´sche Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft. Das inzwischen im Entwurf vorliegendes Gutachten von Prof. Werner Oechslin aus der Schweiz bestätigt das Alleinstellungsmerkmal der Mathildenhöhe im Bezug auf die Entwicklung der Architektur im Aufbruch zur Moderne und der Auseinandersetzung mit der Lebensreformbewegung.

Aus diesem Grund hat sich Oberbürgermeister Jochen Partsch entschlossen, das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst offiziell über das Interesse der Wissenschaftsstadt Darmstadt an einer Anmeldung der Mathildenhöhe zur Aufnahme in die Warteliste für Weltkulturerbestätten zu informieren. Der Antrag selbst soll 2012 gestellt werden. Zuvor sollen in öffentlichen Informationsveranstaltungen die Darmstädter Bürger Gelegenheit haben, alle damit verbundenen Fragestellungen zu erörtern.

Auf dem Weg zum Weltkulturerbe hat die Wissenschaftsstadt Darmstadt bereits in die Erhaltung und Entwicklung der Künstlerkolonie investiert. So wurden von 1961 bis 1993 für den Ausbau der Ausstellungshallen, die Renovierung des Hochzeitsturms, den Wiederaufbau des Hauses Deiters und des Ernst-Ludwig-Hauses sowie dessen Ausbau zum Museum 11,7 Millionen Euro aufgewendet. Von 1997 bis 2001 flossen anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Gründung der Künstlerkolonie 1,4 Millionen Euro in den weiteren Ausbau der Ausstellungshallen und des Ernst-Ludwig-Hauses. Die Restaurierung der Russischen Kapelle förderte die Stadt mit 355.000 Euro, 700.000 Euro fließen in die Sanierung des Hochzeitturmes. Seit 2010 werden aus dem Investitionsprogramm Mathildenhöhe mit rund 800.000 Euro über 20 Maßnahmen zur Erhaltung und Verbesserung der Gesamtsituation finanziert. Bereits fertiggestellt sind die Pergolen auf der Nordostseite der Ausstellungshallen und die Einfriedigungsmauer am Haus Olbrich.

Eine große Investition steht unmittelbar bevor: Rund sieben Millionen sollen 2012 für die energetische Sanierung der Ausstellungshallen auf der Mathildenhöhe aufgewendet werden.

Quelle: Pressestelle der Wissenschaftsstadt Darmstadt

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