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Veranstaltungsreihe „Rassismus geht uns alle an“


23. August 2018 - 07:29 | von | Kategorie: Tipp |
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Am Mittwoch, 29. August 2018, 19 Uhr, wird die Ausstellung „Mensch, Du hast Recht(e)!“, mit Maria Knissel und Enoh Meyomesse im Offenen Haus, Rheinstraße 31, in Darmstadt eröffnet. In der Reihe folgen eine Lesung, zwei Vorträge, zwei Workshops und weitere Filme. Bereits am Montag, 27. August, 20.30 Uhr, beginnt die dazugehörige AlleWeltKino-Reihe mit dem Film „Hidden Figures“ im Programmkino Rex, Wilhelminenstraße 9.
Die Veranstaltungsreihe ist eine Kooperation der Evangelischen Erwachsenenbildung des Evangelischen Dekanats Darmstadt-Stadt, Amnesty International Bezirk Darmstadt, des Katholischen Bildungszentrums nr30 und der Volkshochschule Darmstadt.

Rassismus geht uns alle an

Veranstaltungsreihe mit Ausstellung, Lesung, Vorträgen, Workshops und Filmen
vom 27. August bis 24. Oktober 2018

Rassistische Äußerungen und Handlungen sind wieder zu einem Thema geworden. Lange Zeit war Rassismus eher unterschwellig vorhanden. Jetzt kommen Ressentiments wieder offen und auch gewalttätig zum Ausdruck. Sie machen deutlich, dass rechte Einstellungen kein gesellschaftliches Randphänomen, sondern in der Mitte der Gesellschaft verankert sind. Die Veranstaltungsreihe „Rassismus geht uns alle an“ thematisiert diese Entwicklung und sucht nach Handlungsstrategien. Eine Ausstellung steht im Mittelpunkt der Reihe vom 27. August bis 24. Oktober, dazu kommen eine Lesung, zwei Vorträge, zwei Workshops sowie eine Filmreihe im programmkino rex.

Die Reihe ist eine Kooperation der Evangelischen Erwachsenenbildung des Evangelischen Dekanats Darmstadt-Stadt, Amnesty International Bezirk Darmstadt, des Katholischen Bildungszentrums nr30 und der Volkshochschule Darmstadt.

1. „Mensch, du hast Recht(e)!“ – Das Mobile Lernlabor der Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt am Main, Ausstellung vom 27. August bis 26. September im Offenen Haus, Rheinstraße 31, 64283 Darmstadt

Das Mobile Lernlabor ist mehr als eine typische Ausstellung. Es ist eine Konfrontation mit unseren Alltagsgewissheiten, eine Grenzerfahrung mit unseren Normvor­stellungen. Es fordert heraus. Es irritiert. Es bildet. Es aktiviert.

An zahlreichen Stationen werden die Besucherinnen und Besucher angeregt, über Identitäten und Zuschreibungen nachzudenken. Es zeigt, wie sich Debatten über Lebensgestaltungen und gesellschaftliche Leitbilder auf öffent­liche Räume und damit das Zusammenleben auswirken. Die Stationen, die zum Mitmachen einladen, sollen die Menschen für Rassismus und Diskriminierung in ihrem direkten Umfeld sensibilisieren und sie mit Menschenrechten vertraut machen.

In der Ausstellung werden Führungen für Jugendliche ab 14 Jahren und junge Erwachsene angeboten. Terminabsprache mit Winfried Kändler, 06151-1362430, E-Mail: winfried.kaendler [at] ekhn-kv [at] de.
Eröffnung der Ausstellung und Lesung mit Maria Knissel und Enoh Meyomesse ist am Mittwoch, 29. August, 19 Uhr, im Offenen Haus.

Enoh Meyomesse, Autor, Historiker, Blogger und politischer Aktivist aus Kamerun, lebt seit 2015 in Darmstadt. In seinem Heimatland wurde er verfolgt und saß im Gefängnis. Er liest seine Texte auf Französisch, Maria Knissel, eine Autorin, die in Reinheim und Kassel lebt, liest seine Texte auf Deutsch.

2. Vorurteile: Passt die Welt in Schubladen? Interkultureller Workshop am Samstag, 8. September 2018, 10-16 Uhr, im Offenen Haus, Rheinstraße 31, 64283 Darmstadt

Angesichts zunehmender Globalisierung und Migration wird ein besseres Verständnis unserer Welt und ihrer vielfältigen Kulturen für unsere Gesellschaft immer wichtiger. Doch das automatische Einordnen von Menschen und Situationen begleitet uns tagtäglich, schlimmer noch, ohne Schubladendenken wäre keine sichere Existenz möglich.

Hinzu kommen unterschiedliche Prägungen und Wertesysteme, die dieses Denken verstärken können. Die Kontexte, in denen interkulturelle Begegnungen stattfinden, sind vielfältig und gehören zu unserem Alltag.

Dieser Workshop mit dem Referenten Kizito Odhiambo aus Darmstadt fördert ein tiefergehendes Verständnis für die eigene Kultur und andere Kulturen. Er thematisiert den Umgang mit Vorurteilen, Voreingenommenheit und Ausgrenzung. Erst das Bewusstsein über die kulturelle Bedingtheit des eigenen Erlebens und Verhaltens, d. h. der eigenen kulturellen „Prägung“ ermöglicht die Wahrnehmung der Unterschiedlichkeiten. Dabei ist der Workshop nicht darauf ausgelegt, möglichst umfassende kulturspezifische Kenntnisse zu vermitteln, sondern sie als Anschauungsmaterial zu nutzen.

Es geht in erster Linie darum, ein Bewusstsein von den kulturellen Hintergründen des Fühlens, Denkens, Handelns sowie von der Relativität von Weltinterpretationen zu wecken und die Bereitschaft und Fähigkeit zu fördern, vor diesem Hintergrund eigenes und fremdes Verhalten zu reflektieren. In praktischen Übungen werden Vorurteile verdeutlicht, Ausgrenzungsprozesse erkannt und Lösungswege für eine interkulturelle Kommunikation aufgezeigt. Darüber hinaus werden Anstöße zur Auseinandersetzung mit kulturell bedingten Unterschieden von Individuen oder Gruppen über die ständige Anregung zum Perspektivenwechsel gegeben. Die Kosten betragen 15 Euro.

3. Die Verfolgung der Sinti und Roma in Hessen, Vortrag und Diskussion am Donnerstag, 27. September, 19 Uhr, im Offenen Haus, Rheinstraße 31, 64283 Darmstadt

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde von den rund 25.000 deutschen Sinti und Roma ungefähr 17.000 ermordet. Sie fielen einem bis 1982 von der deutschen Politik, der deutschen Öffentlichkeit und auch in der Wissenschaft geleugneten oder ignorierten Völkermord zum Opfer. Referent ist Dr. Udo Engbring-Romang, Historiker und Dipl.- Politologe aus Marburg.

Die Verfolgung der heute anerkannten nationalen Minderheit hatte eine lange Vorgeschichte, die sich in Vorurteilen, Ressentiments, Ausgrenzungen und Vertreibungen seit dem 15. Jahrhundert nachvollziehen lässt. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Mitglieder dieser Minderheit wieder massiv diskriminiert. Erst allmählich und immer wieder mit Rückschlagen lässt sich eine Verbesserung erkennen. Die Geschichte der Verfolgungen wird der Referent, Autor mehrerer Publikationen und Ausstellungen vor allem zur hessischen Geschichte mit der Schwerpunktsetzung Nationalsozialismus darstellen.

4. Werde Stammtischkämpfer*in – Argumentationstraining gegen Alltagsrassismus, Seminar am Samstag, 20. Oktober, 10-16 Uhr, im Katholischen Bildungszentrum nr30, Nieder-Ramstädter Straße 30, 64283 Darmstadt

Dieses Seminar mit Vertreterinnen und Vertretern der „Stammtischkämpfer*innen“ Hessen setzt sich mit Alltagssituationen auseinander, in denen man mit rassistischen und/oder rechten Parolen konfrontiert wird – Straßenbahn, Arbeit, Familie. Wie man solchen Parolen begegnen kann, wie man in den unterschiedlichen Situationen reagieren soll und warum dies in der Vergangenheit nicht immer so leicht fiel – das wird in diesem Seminar näher erörtert. In einem theoretischen Teil werden gängige rechte Parolen untersucht und Strategien gemeinsam entwickelt. In praktischen Übungen und in Rollenspielen wird geübt, die Schrecksekunde zu überwinden, das Wort zu ergreifen und für solidarische Alternativen streiten, gegen Ausgrenzung und Rassismus. Die Kosten betragen 15 Euro.

5. Rassismus geht uns alle an. Wie Rassismus unseren Alltag und die Schule prägt, Vortrag von Prof. Dr. Karim Fereidooni am Mittwoch, 24. Oktober, 19 Uhr, im Offenen Haus, Rheinstraße 31, 64283 Darmstadt

Rassismus ist zur Normalität geworden in unserem Alltag und in der Schule. Der Referent Prof. Dr. Karim Fereidooni von der Universität Bochum geht in seinem Vortrag auf Ursachen und Ausdrucksformen dieses Rassismus ein und entwickelt Gegenstrategien. Lehrerinnen und Lehrer gehören zu denjenigen Berufsgruppen, die fast idealtypisch die gesellschaftliche „Mitte“ symbolisieren. Aufgrund ihrer pädagogisch-erzieherischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen haben sie zudem eine eminent wichtige gesellschaftliche Funktion: Wie sie mit bestimmten Themen umgehen, prägt auch ihre Schülerinnen und Schüler. Ob Lehrerinnen und Lehrer aber für bestimmte Problematiken überhaupt sensibel sind, hängt wiederum eng mit ihrer eigenen Ausbildung zusammen. Prof. Dr. Karim Fereidooni geht in seinem Vortrag der Frage nach, ob und inwiefern Rassismuskritik im Anforderungsprofil (angehender) Lehrerinnen und Lehrer eine Rolle spielt. Dabei präsentiert er nicht nur die Ergebnisse seiner Doktorarbeit „Diskriminierungs- und Rassismuserfahrungen von Lehrerinnen und Lehrer ‚mit Migrationshintergrund‘ im deutschen Schulwesen“. Vielmehr widmet er sich auch jenen Studien, die Rassismus im Klassenzimmer zum Thema machen.
Der Eintritt ist frei.
6. Filmreihe des AlleWeltKinos zum Thema Rassismus, ab Montag, 27. August, im programmkino rex, jeweils montags ab 20.30 Uhr, Wilhelminenstraße 9, 64283 Darmstadt

Die Filme:

Montag, 27. August 2018
Hidden Figures, OmU, USA 2017, Regie: Theodore Melfi

Montag, 3. September 2018
Heart of a lion, OmU, Finnland, Schweden 2013, Regie: Dome Karukoski

Montag, 10. September 2018
I am not your negro (Dokumentation), OmU, USA/Frankreich/Belgien/Schweiz 2016, Regie: Raoul Peck

Montag, 17. September 2018
Loving, OmU, USA, GB 2016, Regie: Jeff Nicols

Montag, 24. September 2018
Die Migrantigen, Österreich 2017, Regie: Arman T. Riahi

Quelle: Evangelisches Dekanat Darmstadt-Stadt

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