Vierte Reinigungsstufe ist in Betrieb – Merck steigert Qualität des Abwassers

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Von links nach rechts: Merck-Standortleiter Matthias Bürk, Luka Gebhard, verantwortlich für den operativen Betrieb der Kläranlage bei Merck in Darmstadt, Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid, Darmstadts Oberbürgermeister Hanno Benz und Michael Ruhl, Staatssekretär im zuständigen Hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Forsten, Jagd und Heimat.

Merck hat offiziell die Inbetriebnahme der sogenannten vierten Reinigungsstufe als Teil seiner zentrale Abwasserbehandlungsanlage am Standort Darmstadt am Mittwoch (07.02.24) gefeiert. Mit Hilfe eines Tuchfilters und von Aktivkohlefiltern wird die derzeitige Reinigungsleistung der Anlage von zuvor bereits bis zu 98 Prozent nochmals gesteigert. Die Anlage war wie geplant Ende 2023 gestartet, nun gab Matthias Bürk, Leiter des Merck-Standorts Darmstadt, Vertretern aus Politik, von Behördenseite, Verbänden und Interessengruppen einen fachlichen Einblick in das Thema Gewässerschutz bei Merck.

„Die vierte Reinigungsstufe in unserer Kläranlage bei Merck in Darmstadt ist ein Meilenstein in Sachen Gewässerschutz – für uns und für die ganze Region. Die Anlage ist effektiver Teil unserer Wasser- und Nachhaltigkeitsstrategie“, sagte Matthias Bürk. Merck hat sich zum Ziel gesetzt, dass Abwässer aus der Produktion bis 2030 keinerlei Auswirkung mehr auf Wasserorganismen haben. „Besonders im Hinblick auf die Entfernung von sogenannten Spurenstoffen, wird die vierte Reinigungsstufe signifikant wirken und die Qualität des Abwassers weiter verbessern“, erläuterte Matthias Bürk.

Deutschlandweit gibt es nur wenige Unternehmen in der Chemie- und Pharmaindustrie, die bereits über eine vierte Reinigungsstufe für die Behandlung des gesamten Abwassers verfügen. Mit dieser zusätzlichen Reinigungsstufe hat Merck rund 12 Millionen Euro zusätzlich in neue Technologien für mehr Gewässerschutz investiert.

Michael Ruhl, Staatssekretär im zuständigen Hessischen Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Forsten, Jagd und Heimat begrüßte die neue Anlage: „Ich freue mich sehr, dass ein weltweit agierendes hessisches Unternehmen als gutes Vorbild vorangeht: die Firma Merck hat mit der heutigen Inbetriebnahme einen großen Beitrag zur Erreichung unserer Ziele für den Gewässerschutz geleistet. Das ist ein gutes Signal aus Südhessen, aus dem Wissenschafts- und Produktionsstandort Darmstadt. Mit diesem Engagement übernimmt Merck Verantwortung für die gesamte Region und knüpft an die „Spurenstoffstrategie Hessisches Ried“ an, die zahlreiche unterschiedliche Maßnahmen vorsieht, um die Belastung der Bäche und des Grundwassers im Hessischen Ried zu verringern.“

Hanno Benz, Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt, sagte im Rahmen der Veranstaltung: „Das Unternehmen Merck leistet mit der Inbetriebnahme der vierten Reinigungsstufe einen zukunftsweisenden und messbaren Beitrag zum Umwelt-, insbesondere zum Gewässerschutz. Mit dieser millionenschweren Investition stellt Merck wiederholt die Verbundenheit mit dem Standort Darmstadt sowie seine technisch innovative Kraft, die über den eigenen betrieblichen Bereich hinaus wirkt, unter Beweis. Tatsächlich setzt Merck freiwillig als Vorreiter in der Industrie neue Maßstäbe bei der Abwasserreinigung und zeigt somit Verantwortung für Mensch und Umwelt.“

Pro Jahr fallen bei Merck in Darmstadt rund zwei Milliarden Liter Abwasser an. Die Menge ist vergleichbar mit der einer Kleinstadt. In der Kläranlage des Unternehmens wurde das Abwasser auch bisher bereits in einem mehrstufigen Prozess umfassend behandelt und kontrolliert. Dabei konnten rund 98 Prozent der bestehenden organischen Verunreinigungen entfernt werden. Die drei Stufen im Überblick: Im ersten Schritt werden grobe Verunreinigungen wie Feststoffe, Sand und Partikel mechanisch entfernt. In der folgenden sogenannten biologischen Reinigungsstufe stehen organische Moleküle und Stickstoffverbindungen im Fokus. Im dritten Schritt erfolgt die Entfernung von Phosphaten.

Die neue vierte Reinigungsstufe umfasst eine Tuchfiltration und sechs Filterkammern mit insgesamt ungefähr 150 Tonnen Aktivkohle. Damit kann Merck den Großteil aller zuvor nach dem Klärprozess noch im Wasser vorhandenen organischen Substanzen, sogenannte Spurenstoffe, signifikant vermindern.

Spurenstoffe gelangen aus den verschiedensten gewerblichen, kommunalen und privaten Quellen in Gewässer. Hier kommen sie nur in Konzentrationen von Millionstel oder Milliardstel Gramm pro Liter vor. Durch neue Analysemethoden

Merck betreibt bereits seit geraumer Zeit ein umfassendes Monitoring von Spurenstoffen im Abwasser und verfolgt eine konsequente Strategie zur weiteren Reduzierung von Spurenstoffen. Das Engagement steht in Einklang mit den Zielen der „Spurenstoffstrategie Hessisches Ried“, die 2018 vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz entwickelt und veröffentlicht wurde. Für den Bau der vierten Reinigungsstufe wurde Merck 2023 im Rahmen des Wettbewerbs „Spurenstoff-Minimierer“ vom Dialogforum „Spurenstoffe im Hessischen Ried“ in Kooperation mit der „Umweltallianz Hessen“ ausgezeichnet.

Quelle & Bild: Merck KGaA


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