Ende der Bauarbeiten an der B 42


15. Dezember 2008 - 14:27 | von | Kategorie: Pressemitteilung, Verkehr | Artikel drucken
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Oberbürgermeister Walter Hoffmann und Stadtrat Dieter Wenzel geben die Nordumgehung am Carl-Schenck-Ring für den Verkehr frei

Nach nur 18 Monaten Gesamtbauzeit haben Oberbürgermeister Walter Hoffmann und Stadtrat Dieter Wenzel am heutigen Montag (15.12.) die B 42 Nordumgehung am Carl-Schenk-Ring für den Verkehr freigegeben. Die Gesamtbaukosten belaufen sich auf rund 7,8 Millionen Euro, das Land Hessen beteiligt sich daran zu zwei Dritteln. Hinzu kommen die Kosten für den Bau des Hauptsammlers in Höhe von etwa 1,3 Millionen Euro.

„Die Verbindung zwischen Gräfenhäuser Straße und Carl-Schenck-Ring ist ein wichtiges Teilstück zur Ergänzung des Hauptverkehrsstraßennetzes in Darmstadt. Im Norden der Weststadt an der Otto-Röhm-Straße wird bewusst Darmstadts großflächiger Einzelhandel konzentriert. Mit den komfortablen neuen Verkehrswegen am Tacke-Knoten und an der Bauhaus-Kreuzung kommen wir dem Bedarf der Kunden und des Gewerbes entgegen, gleichzeitig befreien wir das Quartier vom Durchgangsverkehr“, so Oberbürgermeister Walter Hoffmann bei der Verkehrsfreigabe
„Die neue Nordumgehung parallel zur Otto-Röhm-Straße schließt die Lücke zwischen dem Tacke-Knoten und dem vorhandenen Carl-Schenck-Ring zwischen Frankfurter Straße und Otto-Röhm-Straße. Sie wird eine spürbare Verkehrsentlastung des gesamten Gewerbe- und Einkaufsgebietes im Westen unserer Stadt bringen. Außerdem berücksichtigt die Trassierung schon die nach der Bebauung des Knell-Geländes erforderliche Erweiterung nach Norden“, ergänzt Bau- und Verkehrsdezernent Dieter Wenzel.

Der Anschluss der neuen Verkehrswege an die vorhandenen Straßen und Knotenpunkte erfolgte unter laufendem Verkehr. Insbesondere beim Anschluss im Westen (Gräfenhäuser Straße) handelt es sich um eine Haupteinfallstraße von Darmstadt mit einem sehr hohen Verkehrsaufkommen: Täglich passieren 25.000 Fahrzeuge diese Stelle. Die Um- und Ausbauten der Knotenpunkte erfolgten deshalb in 12 Bauphasen, die ständig neue Verkehrsführungen in Zusammenarbeit mit der Straßenverkehrsbehörde, der Polizei, den Verkehrsverbänden des Öffentlichen Personennahverkehrs und der HSE bedingten.
Witterungsbedingt konnten die Arbeiten in der Gräfenhäuser Straße noch nicht abgeschlossen werden. Somit muss in dieser Woche der Verkehr auf der Gräfenhäuser Straße in Fahrtrichtung stadtauswärts noch weiterhin über die Leydhecker Straße geführt werden. Nachdem dieser Streckenabschnitt bis zum Ende der Woche fertiggestellt sein wird, kann auch der Abschnitt der Gräfenhäuser Straße in beiden Fahrtrichtungen für den Verkehr freigegeben werden. Damit wird der Tacke-Knoten erstmals unter voller Verkehrsbelastung im Betrieb sein.
In enger Abstimmung mit den Straßenbauarbeiten wurde gleichzeitig am westlichen Ausbauende ein überlasteter Abwasserkanal durch einen leistungsfähigen Hauptsammler DN 1400 ersetzt. Die häufigen Überflutungen im Unterführungsbereich der Deutschen Bahn gehören damit der Vergangenheit an. Um den Verkehr so wenig wie möglich zu beeinflussen, geschah dies unterirdisch in Vortriebstechnik unter laufender Abwasserführung. Die Restarbeiten, wie etwa das Anschließen der Brückenabläufe und der Bau einer neuen Fahrbahndecke, werden im Frühjahr 2009 durchgeführt.

Die Lichtsignalanlagen blieben während der gesamten Bauzeit im Betrieb, sie wurden für die einzelnen Bauabschnitte passend umprogrammiert. Im gesamten Streckenabschnitt sind vier Lichtsignalanlagen neu erstellt worden, die erstmals in Darmstadt Fahrzeuge durch Video- und Infrarotdetektoren frühzeitig erfasst und den Verkehrsablauf an den Knotenpunkten mit vollverkehrsabhängigen Signalprogrammen geregelt. Damit wird während des Tages ein leistungsfähiger Verkehrsablauf gewährleistet, in den Nachtstunden oder an Samstagen entstehen nur für geringe Wartezeiten. Hinzu kommt eine ÖPNV-Beschleunigung für die Busse der Linie R durch mittels Funkmeldungen und Satellitenortung der Fahrzeuge über GPS-Signale.

Zu Beginn der Bauarbeiten im Sommer 2007 wurden bis zu einem Meter dicke Bodenschichten auf rund 70.000 Quadratmetern abgetragen. Unrat und Metalle wurden aus dem Boden entfernt, etwa 1.700 Kubikmeter Bauschutt abgefahren. Zusatzkosten entstanden durch Bodenfunde, die nach den Vorgaben des Regierungspräsidiums Darmstadt speziell untersucht, bewertet und entsorgt werden mussten: Die Sondierung des Kampfmittelräumdienstes ergab rund 450 Verdachtspunkte. Es handelte sich um Metallteile und Reste von Brandbomben aus dem zweiten Weltkrieg, es wurden aber keine Blindgänger gefunden. Im weiteren Bauablauf wurden im Bereich der Grünfläche vor dem ehemaligen Möbelhaus Tacke hochbelastete Böden und Mauerwerk sowie ein teilgefüllter Öltank entdeckt. Bei den Funden handelte es sich wohl um eine ehemalige Kläranlage und um Gebäude, die im Krieg zerstört wurden: Wegen der starken Verunreinigung und Durchmischung mit eisenhaltigem Bauschutt mussten mehrere tausend Kubikmeter Erde zusätzlich abgetragen werden.

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