Fotoausstellung „Das ist mein Leben. Bäuerliche Lebenswelten“ wirft neues Licht auf einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur

Teilen

Die Foto-Ausstellung „Das ist mein Leben. Bäuerliche Lebenswelten“ im Besucherzentrum des UNESCO Welterbes Grube Messel stellt bis 15. Juni 2023 41 Aufnahmen des rumänischen Fotografen Vlad Dumitrescu vor. Dabei tauchen die Besucherinnen und Besucher ein in die Geschichte bäuerlicher Arbeitstechniken, erleben vielfältige und artenreiche Landschaften und eine intensive Beziehung von Mensch, Tier und Natur. Diese Themen verbinden gleich drei UNESCO-Destinationen, deren Zusammenarbeit die Ausstellung ermöglicht hat: das UNESCO Welterbe Kloster Lorsch, das UNESCO Welterbe Grube Messel und den UNESCO Global Geopark Bergstraße-Odenwald.

Gab es 1950 in der damaligen Bunderepublik noch zwei Millionen Bauernhöfe, waren es 2017 nur noch 270.000. Infolge des technischen Fortschrittes sind aus kleinbäuerlichen Betrieben große Agrarunternehmen geworden. Viele lokale und regionale Vermarktungskreisläufe existieren nicht mehr, und landwirtschaftliche Erzeugnisse werden weniger für den lokalen Bedarf als für den Weltmarkt produziert.

In der Wanderausstellung „Das ist mein Leben. Bäuerliche Lebensweisen” nimmt uns der rumänische Fotograf Vlad Dumitrescu mit in die kleinbäuerliche Welt seiner Heimat, deren Wirtschaftsweise noch viel von dem widerspiegelt, was bei uns längst verloren gegangen ist. Dumitrescus Fotografien porträtieren Bäuerinnen und Bauern, ihre landwirtschaftlichen Tätigkeiten und die Landschaften, die daraus hervorgehen.

Für Claus Kropp, Leiter des Freilichtlabors Lauresham im UNESCO Welterbe Kloster Lorsch, schaffen die Werke etliche Querverweise zur Arbeit des Freilichtlabors auf dem Gebiet landwirtschaftlicher Arbeitstechniken im Mittelalter. Die Ausstellung wurde im vergangenen Jahr bereits im Museumszentrum des Klosters Lorsch (Staatliche Schlösser und Gärten Hessen) gezeigt. „Die Ausstellung eröffnet uns nicht nur ein besseres Verständnis der Vergangenheit, sondern regt zu Diskussionen zum Thema Nachhaltigkeit, zu unserer Lebensweise, unseren Wertvorstellungen und zum verantwortungsvollen Umgang mit unserer Umwelt an.“

Eines der Ziele des UNESCO Global Geoparks Bergstraße-Odenwald ist es, die Region mit ihrer Biodiversität zu bewahren. Landrat Christian Engelhardt, Vorsitzender des UNESCO Global Geoparks erklärt: „Die Ausstellung zeigt uns, wie wichtig Wissen über altes Kulturgut ist, um unsere schöne, vielfältige und artenreiche Landschaft auch für zukünftige Generationen erhalten zu können. Damit wird die Fotoschau zu einem Wegweiser für nachhaltige Entwicklung, wie sie die UNSECO mit Recht fordert und was von uns allen tatkräftig vorangetrieben werden muss.“

Die Ausstellung fügt sich ganz natürlich in die Welt des Besucherzentrums der Grube Messel ein und tritt mit den Themen Industriegeschichte, Regenwald, Evolution und Vulkanismus in einen mehrdimensionalen Dialog. Dr. Marie-Luise Frey, Geschäftsführerin des UNESCO-Welterbes Grube Messe führt aus: „In den kraftvollen Bildwelten wird die Verbindung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft lebendig genauso wie hier im UNESCO Welterbe Grube Messel, wo wir aus der 48 Millionen alten Geschichte für das Heute und Morgen und für ein friedvolles Miteinander der Menschen lernen können.“

Rahmenprogramm zur Ausstellung:

Kuratorenführungen (Dauer ca. 45-60 Minuten)
12. März 2023, 11 Uhr
30. April 2023, 11 Uhr
28. Mai 2023, 11 Uhr

Öffentlicher Abendvortrag
19. Mai 2023, 19 Uhr (Eintritt frei)
Claus Kropp: Wertschöpfung und Regionalität – Wege aus der Krise der Landwirtschaft?

Quelle: Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald e.V.


Teilen