Gemeinsam gegen den Enkeltrick – Sparkasse Dieburg und Polizei Hand in Hand gegen den Enkeltrick


8. Oktober 2014 - 11:28 | von | Kategorie: Polizei | Artikel drucken
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PolizeiFast 185.000 Euro haben Kriminelle im Jahr 2013 im Bereich des Polizeipräsidiums Südhessen mit dem sogenannten Enkeltrick erbeutet. Die Gesamtsumme für Hessen lag bei fast zwei Millionen Euro. Die Zahlen sind erschreckend. Der Gewinn für die Kriminellen ist enorm, der Schaden für die Betroffenen massiv.

Auch in diesem Jahr schrecken die dreisten Betrüger nicht davor zurück, ältere Menschen anzurufen. Hierbei haben die Kriminellen nur ein Ziel. Sie wollen an das ersparte Geld der Rentner kommen. Jede Tat ist eine zu viel. Zumal diese Betrugsform oft existentielle Folgen für die Opfer hat.

Im Mai 2014 startete das Polizeipräsidium Südhessen mit der Sparkasse Darmstadt eine gemeinsame Initiative gegen den Enkeltrick. Den ersten Erfolg konnte das gemeinsame Präventionsprojekt Anfang August diesen Jahres verzeichnen. Dank einer aufmerksamen Bankangestellten, wurde eine 76-jährige Darmstädterin vor den perfiden Betrügern bewahrt. Diese versuchten der Rentnerin, 20.000,- Euro zu entlocken. Der Geldbote konnte bei der Übergabe des Geldes festgenommen werden und befindet sich in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen zu seinen Hintermännern dauern an. Ohne die vorbildliche Zusammenarbeit zwischen Sparkasse und Polizei wäre die Rentnerin von den Betrügern um ihre gesamten Ersparnisse gebracht worden.

Der Initiative „Hand in Hand gegen den Enkeltrick“ schließt sich nach dem erfolgreichen Start der Sparkasse Darmstadt jetzt auch die Sparkasse Dieburg an. In einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung in der Hauptgeschäftsstellte in Groß-Umstadt stellt das Polizeipräsidium Südhessen und die Sparkasse Dieburg, das gemeinsame Maßnahmenpaket vor. Diese gebündelten Präventionsmaßnahmen sollen dazu beitragen, die Kunden vor Betrügern zu schützen. Mit extra erstellten Flyern und sparkasseninternen Checklisten sollen typische Warnsignale für einen versuchten Enkeltrick rechtzeitig erkannt werden und zielführende zeitnahe Gegenmaßnahmen bis hin zur Festnahme der Täter eingeleitet werden.

Gerade der sogenannte Enkeltrick ist eine besonders perfide Form des Betrugs.

So verlieren Betroffene hohe Geldbeträge, unter Umständen sogar ihre Lebensersparnisse. Außerdem sehen sie sich häufig auch noch den Vorwürfen und dem Unverständnis ihrer Verwandten ausgesetzt. Mit den Worten „Rate mal, wer hier spricht“ oder ähnlichen Formulierungen rufen die Betrüger bei ihren Opfern an, geben sich als Verwandte, Enkel oder auch gute Bekannte aus und bitten kurzfristig um Bargeld. Als Grund wird ein finanzieller Engpass oder eine Notlage vorgetäuscht. Die Lage wird immer äußerst dringlich dargestellt. Oft werden Betroffene durch wiederholte Anrufe unter Druck gesetzt. Sobald sie überzeugt sind, wird ein Bote angekündigt, der das Geld abholt.

Ermittler haben herausgefunden, dass ein Betrüger täglich ca.150 Anrufe tätigt, um Opfer mit der Enkeltrickmasche betrügen zu können. Die Banden nehmen sich von Zeit zu Zeit bestimmte Regionen vor und suchen dort gezielt nach Telefonnummern mit „alten“ Vornamen, wie z.B. Hans, Klaus, Adolf, Erich oder Helga, Hannelore, Ida, Erna, Liesel. Solche Telefondaten erhalten sie z.B. auch von alten Telefon-CDs.

Die eigentlichen Hintermänner dieser Betrugsmasche sitzen oftmals im Ausland. Die Geldabholer, die hier vor Ort agieren, postieren sich nach einem erfolgreichen Anruf in der Nähe des Wohnortes des anvisierten Opfers, um zeitnah das Geld ausgehändigt zu bekommen. Das Opfer dürfte auf seinem Weg zwischen Sparkasse oder Bank und der Wohnung unter Beobachtung der Betrüger stehen!

Mit dem gemeinsamen Präventionskonzept wollen Polizei und Sparkasse Kunden sensibilisieren und sie vor Vermögensverlusten schützen.

Das Polizeipräsidium Südhessen die Sparkasse Dieburg sind sich einig: Jede Tat ist eine zu viel! Durch die Zusammenarbeit von Sparkasse und Polizei kann direkt bei der Geldauszahlung nochmals auf ein potentielles Enkeltrickopfer eingewirkt werden und dieses vor einem größeren Schaden bewahrt werden.

Betrugsfälle „Enkeltrick“ in Hessen:

Gemeldete Anzeigenaufnahmen bis 31.12.2013 (Quelle: HLKA)

2013

PP • Versuche • Vollendungen • Schaden

Frankfurt • 313 • 35 • 733.550,00 EUR

Mittelhessen • 77 • 8 • 116.000,00 EUR

Nordhessen • 99 • 3 • 24.200,00 EUR

Osthessen • 40 • 3 • 58.000,00 EUR

Südhessen • 163 • 11 • 184.500,00 EUR

Südosthessen • 94 • 15 • 250.000,00 EUR

Westhessen • 177 • 20 • 514.500,00 EUR

gesamt  1.880.750,00 EUR

Quelle: Polizeipräsidium Südhessen

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