h_da-Studierende interpretieren John Cage: Performance zur Eröffnung der Darmstädter Ferienkurse


11. Juli 2012 - 10:35 | von | Kategorie: Kultur | Artikel drucken
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DarmstadtiumAuf Einladung der 46. Internationalen Ferienkurse für Neue Musik in Darmstadt führt das „Running Radio“-Ensemble aus dem Fachbereich Media der Hochschule Darmstadt (h_da) am Samstag, 14. Juli 2012, von 19 Uhr bis 20 Uhr eine Reihe von Radio- und Rekorder-Performances im Foyer des Darmstadtiums auf – unmittelbar vor dem Eröffnungskonzert der Darmstädter Ferienkurse. Der Eintritt in das Foyer ist frei. Die aufgeführten Stücke „Vier Radio Kanons“ und „metaCage“ entstanden im Rahmen eines Kurses im Studiengang Digital Media am Fachbereich Media im Sommersemester 2012 unter der Leitung von Prof. Sabine Breitsameter. Darin setzten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer anlässlich des 100. Geburtstags von John Cage mit dessen kompositorischen und gestalterischen Prinzipien auseinander.

In den Performances der h_da-Studierenden werden zentrale kompositorische Prinzipien des US-amerikanischen Komponisten durchgespielt, variiert und dem digitalen Medienzeitalter zu eigen gemacht, etwa Zufallssystematiken, Stille und Geräuschtexturen. Für die Performances werden sieben Radioempfänger als Instrumente benutzt, deren Wellenrauschen und Sendersignale sich – je nach zufallsgesteuerter Vorgehensweise – zu immer neuen Geräuschtexturen verbinden. Diese formieren sich aus den verschiedenen Frequenzbändern des Radios (Mittelwelle, Langwelle und Ultrakurzwelle), die von den Ensemblemitgliedern systematisch-spielerisch ausgelotet werden.

„Die formalen und klangästhetischen Eigenschaften, welche in den Vier Radio-Kanons hörbar werden, verleihen den elektromagnetischen Gegebenheiten des prädigitalen Zeitalters ihren charakteristischen Ausdruck“, erläutert Sabine Breitsameter. „Sie schaffen im Resonanzraum des Darmstadtium-Foyers, im unmittelbaren Vorfeld des Eröffnungskonzerts, faszinierende ´Hörenswürdigkeiten´ aus Geräuschen, die gemeinhin ignoriert oder gar vermieden werden.“

metaCage ist die Bachelor-Abschlussarbeit und Live-Performance des Digital-Media-Absolventen Yannick Hofmann. Sie transponiert Cages berühmtes „Präpariertes Klavier“ in die Welt der digitalen Medienkunst: Die Klaviatur eines Keyboards wird mittels digitaler und analoger Technologien präpariert. Per Anschlag einer Taste werden dann die Ausgangssignale von 12 Kassettenrekordern aktiviert. Ausgelöst werden dadurch Soundscapes, Sprach- und Instrumentaufnahmen, die sich live zu einer Klangcollage fügen. „Ein traditioneller Remix, eine Neuanordnung des Originalmaterials, würde John Cage als Suchendem nach dem neuen und ‚unerhörten‘ Klangerlebnis nur schwer gerecht werden können“, so Yannick Hofmann, weswegen – anlässlich des 100. Cage-Geburtstags – ein Konzeptremix gewagt wird.

Beide Performances, die Vier Radio-Kanons und der metaCage, werden miteinander verschränkt aufgeführt. Alle fünf Stücke sind etwa fünf bis sechs Minuten lang. Die Pausen dazwischen werden durch subtiles Ätherrauschen markiert.

Ablauf:

Kanon 1: Sweep

Kanon 2: Dice

Kanon 3: Electric Mutiny

metaCage von und mit Yannick Hofmann

Kanon 4: One by one

Mitwirkende:

Ensemble „Running Radio“ (Digital Media-Studierende der Hochschule Darmstadt: Gerrit Behncken, Yannick Hofmann, Sam Nyamboga, Maeve Power, Natascha Rehberg, Klaus Schüller, Marco Tonnemacher).
Solist (metaCage): Yannick Hofmann
Leitung: Prof. Sabine Breitsameter

In Zusammenarbeit mit den Darmstädter Ferienkursen.

Quelle: Hochschule Darmstadt

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