Merck solide ins Jahr 2018 gestartet


17. Mai 2018 - 06:13 | von | Kategorie: Wirtschaft | Artikel drucken
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MerckMerck hatte im 1. Quartal 2018 trotz organischen Wachstums aufgrund negativer Währungseffekte einen Umsatzrückgang zu verzeichnen. Das EBITDA pre sank, hatte allerdings im Vorjahr von günstigen Einmaleffekten profitiert. Merck hat seinen Ausblick für das Gesamtjahr bestätigt, was die organische Geschäftsentwicklung betrifft. Allerdings rechnet das Unternehmen mit leicht höheren negativen Währungseffekten.

„Wir hatten bei der Vorlage unserer Jahresbilanz 2017 bereits darauf hingewiesen, dass 2018 ein Übergangsjahr für Merck wird. Die Zahlen des ersten Quartals bestätigen dies“, sagte Stefan Oschmann, Vorsitzender der Geschäftsleitung und CEO von Merck. „Das organische Umsatzwachstum in allen Regionen wurde von negativen Währungseffekten mehr als aufgezehrt. Performance Materials macht weiterhin das Marktumfeld im Flüssigkristallgeschäft zu schaffen. Unser Fokus liegt unverändert darauf, in allen drei Unternehmensbereichen durch Innovationen zu punkten.”

Die Umsatzerlöse von Merck sanken im 1. Quartal 2018 um -4,4 % auf 3,7 Mrd. € (Q1 2017: 3,9 Mrd. €). Organisch wuchs das Geschäft des Konzerns um 3,5 %, getragen von den Unternehmensbereichen Healthcare und Life Science. Merck wuchs in allen Berichtsregionen organisch. Besonders der im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich schwächere US-Dollar führte zu negativen Währungseffekten in Höhe von -7,9 %.

Das EBITDA pre, die wichtigste Steuerungskennzahl des Konzerns, sank im 1. Quartal um -18,2 % auf 1,0 Mrd. € (Q1 2017: 1,2 Mrd. €). Im Vorjahresquartal hatten vorteilhafte Einmaleffekte im Healthcare-Geschäft für eine hohe Vergleichsbasis gesorgt. Das Konzern-EBIT sank um -31,4 % auf 518 Mio. € (Q1 2017: 755 Mio. €).

Das Konzernergebnis von Merck sank aufgrund des rückläufigen EBIT im 1. Quartal um -34,8 % auf 341 Mio. € (Q1 2017: 523 Mio. €). Das Ergebnis je Aktie sank von 1,20 € auf 0,78 €. Das Ergebnis je Aktie pre ging um -21,7 % auf 1,41 € zurück (Q1 2017: 1,80 €).

Seine Nettofinanzverbindlichkeiten hat Merck im 1. Quartal gegenüber dem 31.12.2017 um 170 Mio. € gesenkt. Damit lagen sie erstmals seit der Sigma-Aldrich-Akquisition wieder knapp unter der Marke von 10 Mrd. € (31.12.2017: 10,1 Mrd. €). Zum 31. März 2018 beschäftigte Merck weltweit 53.358 Mitarbeiter.
Healthcare: Bavencio und Mavenclad tragen zu organischem Wachstum bei

Der Unternehmensbereich Healthcare erzielte im 1. Quartal ein organisches Umsatzwachstum von 1,8 %. Die Gesamtentwicklung war geprägt von negativen Währungseffekten in Höhe von -7,2 %. Die Umsatzerlöse von Healthcare lagen daher um -5,5 % unter dem Niveau des Vorjahresquartals bei 1,6 Mrd. € (Q1 2017: 1,7 Mrd. €).

Ein Treiber des organischen Wachstums war die Entwicklung im Geschäft mit Produkten zur Behandlung von Unfruchtbarkeit. Ebenso trugen Umsatzerlöse mit den beiden neuen Medikamenten Mavenclad und Bavencio zum organischen Wachstum bei. Sie betrugen für Mavenclad, einem Medikament zur Behandlung von Multipler Sklerose in oraler Darreichungsform, 13 Mio. € und für das immunonkologische Medikament Bavencio 12 Mio. €.
Rebif, das zur Behandlung schubförmiger Formen der Multiplen Sklerose eingesetzt wird, verzeichnete im 1. Quartal einen organischen Rückgang um -6,7 %, was insbesondere dem herausfordernden Wettbewerbsumfeld in Nordamerika und Europa geschuldet war. Nach Währungseffekten von -9,4 % beliefen sich die Rebif-Umsätze auf 348 Mio. € (Q1 2017: 415 Mio. €). Der organische Rückgang des Krebsmedikaments Erbitux von -2,9 % sowie Währungseffekte von -5,4 % resultierten in Umsätzen von 200 Mio. € (Q1 2017: 218 Mio. €). Der Umsatz mit Gonal-f, dem führenden rekombinanten Hormonpräparat zur Behandlung von Unfruchtbarkeit, wuchs organisch um 5,7 % und verzeichnete nach Währungseffekten in Höhe von -8,6 % Umsätze von 166 Mio. € (Q1 2017: 171 Mio. €).

Das EBITDA pre lag mit 430 Mio. € um -32,0 % unter dem Vorjahresquartal (Q1 2017: 633 Mio. €). Das Vorjahresquartal war dabei allerdings durch Einmaleffekte positiv beeinflusst und bildete eine hohe Vergleichsbasis. Dabei handelte es sich vor allem um einen Ertrag aufgrund einer Einmalzahlung zur Abgeltung zukünftig fälliger Lizenzzahlungen in Höhe von 116 Mio. €. Auch das Währungsumfeld belastete das EBITDA pre von Healthcare.

Life Science abermals mit starkem organischem Wachstum

Der Unternehmensbereich Life Science verzeichnete im 1. Quartal ein starkes organisches Umsatzwachstum von 8,8 %, das jedoch durch negative Währungseffekte in Höhe von -8,4 % nahezu aufgehoben wurde. Dementsprechend wuchsen die Umsatzerlöse im Vergleich zum Vorjahresquartal leicht um 0,4 % und betrugen 1,5 Mrd. € (Q1 2017: 1,5 Mrd. €). Alle drei Geschäftseinheiten trugen zum organischen Wachstum bei. Den größten Beitrag leistete Process Solutions.

Die Geschäftseinheit Process Solutions, die Produkte und Dienstleistungen für die gesamte Wertschöpfungskette der Arzneimittelherstellung anbietet, erzielte ein organisches Umsatzwachstum von 14,1 %. Die Umsatzerlöse beliefen sich trotz ungünstiger Währungseffekte in Höhe von -8,8 % im 1. Quartal auf 583 Mio. €.

Die Geschäftseinheit Research Solutions, die Produkte und Dienstleistungen für pharmazeutische, biotechnologische und akademische Forschungseinrichtungen anbietet, wuchs organisch moderat um 4,3 %. Infolge negativer Währungseffekte in Höhe von -8,1 % gingen die berichteten Umsatzerlöse jedoch auf 509 Mio. € zurück.

Applied Solutions erzielte mit seinem breiten Angebot an Produkten für klinische und diagnostische Prüflabore sowie die Lebensmittelindustrie ein starkes organisches Umsatzwachstum von 7,3 %. Aufgrund negativer Währungseffekte in Höhe von -8,2 % sanken die Umsatzerlöse leicht auf 395 Mio. €.

Das EBITDA pre von Life Science stieg um 2,1 % auf 455 Mio. € (Q1 2017: 445 Mio. €). Dafür waren die gute organische Entwicklung und die Synergien aus der Sigma-Aldrich-Akquisition verantwortlich, die allerdings von negativen Währungseffekten teilweise aufgezehrt wurden.
Halbleitermaterialien wirken Rückgang bei Flüssigkristallen entgegen

Die Umsatzerlöse des Unternehmensbereichs Performance Materials sanken im 1. Quartal um -12,5 % auf 564 Mio. € (Q1 2017: 645 Mio. €). Dies resultierte hauptsächlich aus negativen Währungseffekten in Höhe von -8,5 %. Dieser Rückgang wurde durch organisch rückläufige Umsätze in Höhe von -4,0 % verstärkt.

Der Unternehmensbereich Performance Materials gliedert sich seit 1. April 2018 in die drei Geschäftseinheiten Display Solutions, Semiconductor Solutions und Surface Solutions. Die integrierte Innovationseinheit Early Research & Business Development unterstützt die Geschäftseinheiten dabei, Projekte mit Wachstumspotenzial zu identifizieren und neue Märkte zu erschließen.

Die Geschäftseinheit Display Solutions verzeichnete im 1. Quartal organisch rückläufige Umsatzerlöse, behauptete aber weiterhin ihre marktführende Position trotz stärkeren Wettbewerbs. Der geringere Umsatz von Display Solutions ging auf den Rückgang der ungewöhnlich hohen Marktanteile der letzten Jahre bei den etablierten Flüssigkristall-Technologien zurück. Ausgenommen hiervon waren OLED-Materialien sowie die energiesparende UB-FFS Technologie, die jeweils ein zweistelliges organisches Wachstum erzielten. Die Geschäftseinheit Semiconductor Solutions, in der das Geschäft mit Materialien für die Produktion integrierter Schaltkreise, etwa für die Chip-Industrie, gebündelt ist, wies ein sehr starkes organisches Wachstum auf. Die Geschäftseinheit Surface Solutions , in der das Geschäft mit Pigmenten und funktionellen Füllstoffen sowie mit optoelektronischen Materialien gebündelt ist, verzeichnete im 1. Quartal einen leichten Umsatzrückgang, der vornehmlich auf das außergewöhnlich starke Vorjahresquartal zurückzuführen war.

Das EBITDA pre von Performance Materials sank im 1. Quartal um -25,7 % auf 196 Mio. € (Q1 2017: 263 Mio. €). Neben dem organischen Rückgang trugen dazu auch deutlich negative Währungseffekte bei.

Merck bestätigt und konkretisiert Ausblick

Nach dem 1. Quartal erwartet Merck für das Gesamtjahr 2018 unverändert einen moderaten organischen Anstieg der Umsatzerlöse zwischen 3 % und 5 % gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt prognostiziert der Merck-Konzern für 2018 Umsatzerlöse von 15,0 bis 15,5 Mrd. € auf Basis eines unveränderten Portfolios. Der geplante Verkauf des Consumer-Health-Geschäfts, den Merck am 19. April 2018 bekannt gegeben hat und im 4. Quartal abschließen möchte, dürfte die Umsatzerlöse des Konzerns für das Gesamtjahr betrachtet voraussichtlich um 0,9 bis 1,0 Mrd. € reduzieren. Unter Berücksichtigung des beabsichtigten Consumer-Health-Verkaufs prognostiziert Merck für 2018 Umsätze von 14,0 bis 14,5 Mrd. € aus den fortzuführenden Geschäftsaktivitäten. Die zugrundeliegenden Aussagen hinsichtlich des organischen Umsatzwachstums und des Währungseinflusses verändern sich durch den geplanten Verkauf nicht.

Das EBITDA pre des Konzerns im Jahr 2018 soll sich nach Erwartungen von Merck in einem Korridor zwischen 3,95 und 4,15 Mrd. € bewegen. Der erwartete Rückgang im Vergleich zum Vorjahr ist hauptsächlich durch negative Währungseinflüsse auf das EBITDA pre geprägt, die das Unternehmen nun in einem Bereich von -5% bis -7% (zuvor -4% bis -6%) gegenüber dem Vorjahr sieht.

Der Verkauf des Consumer-Health-Geschäfts wird das EBITDA pre des Merck-Konzerns nach Einschätzung des Unternehmens um 170 bis 200 Mio. € reduzieren, so dass sich für das EBITDA pre der fortzuführenden Geschäftsaktivitäten des Konzerns eine Spanne von 3,75 bis 4,0 Mrd. € ergibt. Die Annahmen des Unternehmens für die organische EBITDA-pre-Entwicklung und die Währungseffekte verändern sich durch den geplanten Verkauf des Consumer-Health-Geschäfts nicht.

Quelle: Merck KGaA

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