Toter ist der seit Ende August 2010 vermisste Werner Schäfer aus Darmstadt – Todesursache bislang unklar


26. Oktober 2012 - 08:52 | von | Kategorie: Polizei | Artikel drucken
  Teilen auf: Twitter | Facebook | Google+ | AddThis

Werner Schäfer - Quelle: Polizeipräsidium SüdhessenDie Identität eines Toten, dessen sterbliche Überreste am 8. Oktober 2012 im Wald hinter dem Lufthansa-Trainingcenter aufgefunden wurden, ist geklärt. Es handelt sich um den bereits seit Ende August des Jahres 2010 vermissten Werner Schäfer.

Wann der zum Zeitpunkt seines Verschwindens 64-jährige Werner Schäfer verstarb und wie er zu Tode kam, ist bislang unklar. Von einem Todeszeitpunkt vor über einem Jahr ist aber auszugehen. Die Ermittlungsbehörden gehen aufgrund der Umstände seines Verschwindens und der Auffindungssituation von einem Verbrechen aus. Auch sehen die Ermittler nach wie vor einen Zusammenhang mit illegalen Reifen- und Felgengeschäften, in die Werner Schäfer zu Lebzeiten verstrickt war.

Werner Schäfer verschwand nach den bisherigen Ermittlungen zwischen dem 22. und 28. August 2010. Letztmalig hatte er am 22. August 2010 als Aushilfe an einem Imbiss-Stand auf dem Bad Vilbeler Markt gearbeitet. Am 23. August 2010 wurde noch ein kleiner Geldbetrag von seinem Bankkonto überwiesen. Ein letzter Hinweis war eine in seiner Darmstädter Wohnung vorgefundene Fernsehzeitschrift, bei der das Programm vom 27. August 2010 aufgeschlagen war. Eine ab dem 28. August 2010 vereinbarte Aushilfstätigkeit auf einem Volksfest trat er bereits nicht mehr an. Die Ermittlungen zum Verschwinden des alleinstehenden Mannes wurden jedoch erst Ende Oktober 2010 ausgelöst. Eine Gartenpächterin der Kleingartenanlage Nord an der Dieburger Straße hatte sich bei den Beamten gemeldet, weil sie sich über den Wildwuchs im Garten des als penibel geltenden Nachbarn Schäfer gewundert hatte. Die Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei in Darmstadt gingen im Zuge der Ermittlungen, bei der auch eine Öffentlichkeitsfahndung keine konkreten Hinweise ergeben hatte, alsbald davon aus, dass der Vermisste einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Das Verbrechensmotiv sehen sie im Zusammenhang mit illegalen Geschäften im Internet, für die Schäfer als „Strohmann“ fungiert haben soll und über die er sich den Finanzbehörden und Gerichten nach den bisherigen Erkenntnissen offenbaren wollte. In diesem Zusammenhang wurden von der Kriminalpolizei am 12. April 2011 Lagerhallen und Kraftfahrzeugwerkstätten in Darmstadt, Reinheim und Roßdorf durchsucht. Anhaltspunkte zum Verschwinden von Werner Schäfer hatten sich zwar nicht ergeben, doch konnten drei Männer im Alter von 47, 38 und 22 Jahren festgenommen werden und es konnte umfangreiches Beweismaterial für einen gewerbs- und bandenmäßigen Betrug mit chinesischen Billigfelgen sichergestellt werden. Der 47-jährige Geschäftspartner des Werner Schäfer wurde in erster Instanz verurteilt. Zurzeit läuft ein Revisionsverfahren.

Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft Darmstadt wenden sich nun erneut mit Fragen an die Öffentlichkeit:

  • Wer hatte nach dem 22. August 2010 Kontakt mit Werner Schäfer oder hat diesen noch lebend gesehen?
  • Wer hat Informationen darüber, ob der in Darmstadt stammende Werner Schäfer Kontakte in Seeheim-Jugenheim und Umgebung hatte?
  • Wer hat nach dem 22. August 2010 verdächtige Wahrnehmungen im Bereich des Lufthansarings (Zufahrt zum Lufthansa-Trainingcenter) gemacht?

Hinweise nimmt das Kommissariat 10 unter der Telefonnummer 06151/969 0 entgegen.

Quelle & Bild: Polizeipräsidium Südhessen

Teilen auf: Twitter | Facebook | Google+ | AddThis

Tags: , , , , , ,




Kommentar verfassen