„Hilfsgut-Abwurfsystem“: h_da-Studentin gewinnt nationalen James Dyson Award 2012


11. September 2012 - 08:11 | von | Kategorie: Wissenschaft | Artikel drucken
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Hochschule DarmstadtFür ihr Hilfsgut-Abwurfsystem „Emergency Airdrop“ ist Adrienne Finzsch, Industriedesign-Studentin an der Hochschule Darmstadt (h_da), als Deutschlandgewinnerin des James Dyson Award 2012 ausgezeichnet worden. Das System ermöglicht es, notleidende Menschen in Katastrophengebieten zielgerichtet und schnell zu erreichen. Durch einen platzsparenden und damit effizienten Transport von Gütern können zudem die Kosten für einen Hilfseinsatz reduziert werden. Hilfseinsätze aus der Luft werden dadurch effektiver. Adrienne Finzsch hat sich gegen fünfzig Mitbewerberinnen und Mitbewerber durchgesetzt und erhält für ihr ausgezeichnetes System ein Preisgeld von 1500 Euro. Am 8. November 2012 nimmt sie an der internationalen Runde des James Dyson Award teil. Das Preisgeld dort beträgt 22.000 Euro. Für „Emergency Airdrop“ ließ sich Adrienne Finzsch vom Sinkflug eines Ahornsamens inspirieren, dessen leichte, propellerartige Flügel einen kontrollierten Rotations-Sinkflug unter Nutzung des Luftwiderstands ermöglichen. Hierauf aufbauend entwickelte die h_da-Studentin einen Hilfsgut-Container, der in ein Drei-Flügel-System eingebunden ist. Wird der Container in das Flügelsystem eingespannt, schließen sich die Flügel automatisch. Im Frachtflugzeug ermöglicht das geschlossene System mit seiner dreieckigen Grundform eine optimale Ausnutzung des Raums, wodurch pro Flugeinsatz 33 Prozent mehr Güter befördert werden können. Beim Abwurf breiten sich die Flügel wieder aus und „Emergency Airdrop“ beginnt unter Nutzung des Luftwiderstands zu rotieren. Der so entstehende Schraubenflug mindert die Sinkgeschwindigkeit, ein doppelter Boden trägt dazu bei, den Aufprall der Landung zu dämpfen. Am Boden wird das Verteilen der Güter durch eine spezielle Farbgebung und Symbolik erleichtert. Die Helfer können so schnell zuordnen, ob sich in dem Hilfsgut-Container Wasser, Nahrung, Decken oder Medizin befindet.

„Emergency Airdrop“ wird aus einem wachsbeschichteten Altpapier-Recyclingkarton gefertigt, das System hat sich Adrienne Finzsch inzwischen für den deutschen Markt patentieren lassen. Erste Unternehmen zeigen bereits Interesse daran, das Hilfsgut-Abwurfsystem zur Marktreife zu bringen. „Meine Arbeit zeigt, dass es möglich ist, mit einfachen Materialien und dem konzeptionellen Einsatz der Bionik (Lösung technischer Fragen nach Vorbildern aus der Natur) einen Hilfseinsatz effizient und kostengünstig zu gestalten, um in Krisengebieten uneingeschränkte Hilfe leisten zu können“, sagt Adrienne Finzsch. Die Jury schreibt in ihrer Begründung: „Das Projekt adaptiert ein spannendes Natur-Phänomen, den passiven Schraubenflug zahlreicher Pflanzensamen, äußerst sinnvoll für die Entwicklung dieses Hilfsgut-Abwurf-Systems, mit dem notleidende Menschen schnell und kostengünstig versorgt werden können. Damit wurde mit dem Projekt Emergency Airdrop ein wichtiges Problem angegangen und als low-tech Lösung mit wenig Materialeinsatz sehr nachhaltig umgesetzt.“

Nächste Station für Adrienne Finzsch ist die internationale Runde des James Dyson Award am 8. November. Hier werden die besten Projekte der 18 teilnehmenden Länder von einer internationalen Jury bewertet. Das Preisgeld für den Gewinner beträgt 22.000 Euro. Ausgeschrieben wird der James Dyson Award von der James Dyson Foundation mit Sitz in Malmesbury/Großbritannien. Für den diesjährigen Entscheid wurden 500 Projekte von Design-, Ingenieur- und Kreativstudierenden aus aller Welt eingereicht.

Industriedesign-Studierende der Hochschule Darmstadt sind bereits mehrfach als Deutschland-Gewinner des James Dyson Award hervorgegangen. So auch 2011: Marko Müller siegte im Vorjahr mit seiner Windenergie-Anlage „Wolt“, die mittels schwingender Bänder Strom in Weinbergen erzeugt.

Quelle: Hochschule Darmstadt

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