Anerkannt, akzeptiert, beliebt und erfolgreich: Das Darmstädter Modell „Kinder schützen – Familien fördern“ – Bilanz zum dritten Geburtstag


2. April 2012 - 11:52 | von | Kategorie: Soziales | Artikel drucken
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BabyWürden junge Familien die Besuche von Sozialarbeiterinnen nach der Geburt ihrer Kinder als informativ, hilfreich und sinnvoll oder eher als lästig und vielleicht sogar übergriffig empfinden? Das war eine der großen Fragen für alle Initiatoren von „Kinder schützen – Familien fördern“, als das Modellprojekt am 1. April 2009 an den Start ging. Dass die Antwort so eindeutig ausfallen würde, hätte damals keiner so recht zu hoffen gewagt: „Das Präventionsmodell ist in der Darmstädter Bevölkerung nach drei Jahren und etwa 4.100 Hausbesuchen nicht nur anerkannt und akzeptiert, sondern es ist sogar außerordentlich beliebt und erfolgreich. So sehr, dass einige junge Eltern schon direkt nach der Geburt ihres Kindes beim städtischen Sozialdienst anrufen und wissen wollen, wann der Besuch vorbeikommt. Dass die Darmstädter Familien so durchweg positiv auf diese Hausbesuche reagieren, ist für mich einer der ganz großen Erfolge dieses Modells“, sagt Jugend- und Sozialdezernentin Barbara Akdeniz. „Eine Präventionsarbeit wie sie bei ‚Kinder schützen – Familien fördern’ geleistet wird, ist in dem hochsensiblen Kinder- und Jugendbereich der Schlüssel zu einer modernen Jugendamtsarbeit, die aktiv auf die Menschen zugeht und nicht nur Fälle verwaltet.“

Erklärtes Ziel des Modells seit dem Start vor drei Jahren ist es, familiäre Belastungssituationen von Anfang an zu erkennen und abzubauen, zur Not auch einzuschreiten und vor allem unbürokratisch, schnell und ohne weitere Datenerfassung jungen Familien zur Seite zu stehen. Bis heute hat das dreiköpfige Team, das zum Sozialdienst im Jugendamt der Wissenschaftsstadt Darmstadt gehört, knapp 4.100 Familien mit ihren Babys besucht, darunter waren 52 Zwillinge und drei Familien mit Drillingen. Im Schnitt kommen in Darmstadt jedes Jahr knapp 1.500 Kinder zur Welt. Seit dem Start am 1. April 2009 sind 608 präventive Maßnahmen in Familien etabliert worden, 270 waren es im Jahr 2011. 35 oder 12,96 Prozent der präventiven Maßnahme wurden von den Familien erst vier Monate oder noch später nach dem Hausbesuch abgerufen.

Einen weiteren Erfolg sieht Stadträtin Akdeniz darin, dass die konkreten Angebote sinnvoll zusammen gestellt sind und dadurch auf die Bedarfe der Familien individuell abgestimmt werden können. „Wichtigster Erfolgsfaktor sind hierbei unsere Netzwerkpartner. Ohne die vielen kleinen und größeren Kooperationen, die wir innerhalb dieses Modells eingegangen sind, wäre diese Form der Präventionsarbeit nicht möglich“. Auch von Sponsoren wurde das Modell bislang mitgetragen. Diese Partnerschaften, wie zum Beispiel die Übernahme des inzwischen zum Markenzeichen gewordenen grün-blauen Plüschhundes oder eines Babystramplers, sollen weiter bestehen und am besten noch ausgebaut werden.

Die Zusammenarbeit mit Netzwerk- und Kooperationspartnern, die aus dem Bereich der Jugendhilfe und des Gesundheitswesens stammen, aber auch mit Kinderärzten und Geburtskliniken bestehen, ist für alle Beteiligten besonders hilfreich. Auch verwaltungsinterne Synergien werden dabei genutzt – so ist auch das städtische Familienzentrum ein wichtiger Partner. Es startete im Herbst 2011 den ersten Kurs für Eltern mit Drillingen und Zwillingen, der so gut ankam, dass eine Fortsetzung im Januar 2012 folgte. Ebenfalls in Kooperation mit dem Familienzentrum findet bereits der dritte Kurs für Mütter mit ihren Säuglingen statt, die einen erhöhten Beratungsbedarf haben.

Die Angebote reichen in alle Bereiche des Lebens junger Familien mit Säuglingen. Beratungen zu Gesundheit, Betreuungsfragen, Migration und Hauswirtschaft sind gefragt oder es stellen sich in den Familien Fragen nach Stillen und Ernährung. Von den Mitarbeiterinnen des Teams „Kinder schützen – Familien fördern“ werden aber auch Zusatzangebote durch eine Kinderkrankenschwester ermöglicht, Unterstützung durch eine Familienpatin oder Familienlotsin gewährt, Beratung in Erziehungsfragen, hauswirtschaftliche Hilfen, Unterstützung beim Ausfüllen von Anträgen und Begleitung zu Ämtern und Behörden angeboten und genutzt, Familien entlastende Kinderbetreuung, Beratung bei Regulationsstörungen des Kindes (Schreien, Schlafen, Essen) geboten. Zwei Bereiche werden bei den Hausbesuchen häufig thematisiert: Wohnungssuche und die Frage nach einem Kinderbetreuungsplatz, die durch unbürokratische Kontaktaufnahme zu den zuständigen Stellen gelöst werden.

Das Darmstädter Modell „Kinder schützen – Familien fördern“ ist mit vielen Informationen erreichbar unter: www.schuetzenundfoerdern.de erreichbar.

Quelle: Pressestelle der Wissenschaftststadt Darmstadt

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