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Vernunft und Aberglauben


7. Januar 2021 - 05:41 | von | Kategorie: Veranstaltung |
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Die Evangelische Stadtakademie Darmstadt lädt zur Vortragsveranstaltung „Warum die herrschende Vernunft Mythos und Aberglauben nicht vollends entzaubern kann“ ein, die am Montag, 11. Januar 2021, ab 18.30 Uhr, übers Internet verfolgt werden kann. Es referiert der Darmstädter Prof. Dr. Alex Demirovic, langjähriger Mitarbeiter des Instituts für Sozialforschung in Frankfurt und Professor am Institut für Politikwissenschaften der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität. Es folgt eine Diskussion mit dem Referenten Prof. Dr. Alex Demirovic sowie dem Leiter der Stadtakademie, Dr. Franz Grubauer, und Dekanin Ulrike Schmidt-Hesse. Die Veranstaltung findet ohne Publikum in der Stadtkirche statt und wird live auf dem YouTube-Kanal der Stadtakademie unter https://youtu.be/wcImqD3cTiA übertragen. Per E-Mail an ev.akademie.darmstadt [at] gmail [dot] com können sich Zuschauerinnen und Zuschauer mit Fragen und Kommentaren beteiligen. Prof. Dr. Demirovic konnte kurzfristig als Referent gewonnen werden, nachdem der ursprünglich vorgesehene Prof. Dr. Ferdinand Sutterlüty abgesagt hatte.
Die Reihe wird am Montag, 18. Januar, 18.30 Uhr, fortgesetzt. Dann spricht Prof. Dr. Wilhelm Gräb, Theologe an der Humboldt-Universität Berlin, zum Thema „Auf der Suche nach dem verlorenen Sinn – Kann Theologie helfen, neue lebensdienliche Deutungen in den krisenhaften kulturellen Umbrüchen zu finden?“. Der Vortrag „Wenn den herrschenden westlichen Erzählungen die Zukunft schwindet – Eine Chance für ein neues kosmopolitisches Denken statt Weltuntergang und Aberglauben?“ mit Stefan Weidner, Journalist und Buchautor, schließt die Reihe am Montag, 25. Januar 2021, ab.

Zum Inhalt der Veranstaltung mit Prof. Dr. Alex Demirovic am 11. Januar:
Die Europäische Aufklärung glaubte, die dunklen Seiten der Menschheitsgeschichte zu überwinden und durch die Kraft der Vernunft zu entzaubern. Sie vergaß aber über die rationalen und wissenschaftlichen Welterklärungen, wie tief diese andere Seite von Mythos und Aberglauben durch die Unverfügbarkeit des Lebens in den Menschen verwurzelt ist und wie leicht dies für Herrschaft missbraucht werden kann. Aufklärung ist nicht geschützt von selbstzerstörerischen Kräften. Wenn die herrschende Vernunft nur noch das Messbare und Berechenbare, zugespitzt in der digitalen Welt, als wirklich annimmt, tauchen schneller als gedacht mythische Weltdeutungen und Aberglauben auf den Plan. In Krisen wird dies besonders sichtbar, wir erleben das gerade. Im Sinne der Veranstaltungsreihe geht es um die selbstkritische Reflexion, dass, in welcher Gestalt auch immer, beide Pole bei einem selbst vorhanden sind. Erst die kritische Auseinandersetzung mit diesem Verwobensein schafft Freiheitsgrade im Umgang mit sich und anderen.

Zum Inhalt der Reihe „Weltuntergang, Apokalypse und Verschwörung“:
Wir erleben in der Corona-Situation weltweit und sehr unmittelbar in Deutschland noch eine ganz andere Welle: Die des Misstrauens, der Zweifel, der Existenzangst und der empörten Hilflosigkeit und Wut. In dieser kollektiven Gefühlslage haben für nicht wenige Bürgerinnen und Bürger sehr schnell Weltuntergangsmythen und Verschwörungsgeschichten als Erklärungsgrund Raum eingenommen. Darauf reagieren die Kritiker solcher Mythen ebenso heftig. Die gesellschaftliche Auseinandersetzung darüber ist im vollen Gange und eine weitere unversöhnliche Polarisierung in der Gesellschaft tut sich auf, die bis zur aggressiven Sprachlosigkeit führt. Die Frage, die sich deshalb stellt: Warum gewinnen Aberglauben und Mythen immer wieder, selbst in der modernen Welt, soviel Einfluss auf das Denken von Menschen? Warum berühren diese dunklen Weltdeutungen emotional so stark und offensichtlich auch die gegensätzlich Beteiligten? Die Veranstaltungsreihe will deshalb diesen Zusammenhang und den vermeintlichen Gegenpol von Aufklärung und Vernunft genauer in Augenschein nehmen.

Quelle: Evangelisches Dekanat Darmstadt-Stadt

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