Um den vollen Funktionsumfang dieser Webseite zu erfahren, benötigen Sie JavaScript. Hier finden Sie die Anleitung wie Sie JavaScript in Ihrem Browser einschalten. Merck hat im 1. Quartal 2019 beim Umsatz stark zugelegt | DarmstadtNews.de

Merck hat im 1. Quartal 2019 beim Umsatz stark zugelegt


14. Mai 2019 - 08:09 | von | Kategorie: Wirtschaft |
  Teilen auf: Twitter | Facebook | AddThis

MerckMerck hat im 1. Quartal 2019 beim Umsatz stark zugelegt, vor allem organisch. Das EBITDA pre sank hingegen organisch leicht, belastet durch den Wegfall positiver Einmaleffekte aus dem Vorjahr. Merck bestätigte seinen organischen Ausblick für das Gesamtjahr.

„Unser Fokus auf innovationsgetriebene Geschäfte zahlt sich aus. Wir sind beim Umsatz in allen drei Unternehmensbereichen organisch gewachsen. Regional betrachtet ist Asien ein besonders starker Wachstumsmarkt“, sagte Stefan Oschmann, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Merck. „Für das Gesamtjahr gehen wir weiter davon aus, dass wir als Konzern bei den wichtigsten Kennzahlen, also bei Umsatz, EBITDA pre und EPS pre, wachsen.“

Merck steigerte seine Umsatzerlöse im 1. Quartal um 7,5 % auf 3,7 Mrd. € (Q1 2018: 3,5 Mrd. €). Das Geschäft des Konzerns wuchs organisch um 5,7 %, wozu alle drei Unternehmensbereiche beigetragen haben. Für die währungsbedingten Umsatzsteigerungen in Höhe von 2,0 % waren überwiegend der US-Dollar sowie der Japanische Yen ausschlaggebend.

Das EBITDA pre, die wichtigste Steuerungskennzahl des Konzerns, sank im
1. Quartal um -4,0 % auf 929 Mio. € (Q1 2018: 967 Mio. €). Organisch ging das EBITDA pre um -2,0 % zurück; positive Einmaleffekte im Healthcare-Geschäft hatten dabei im Vorjahresquartal für eine hohe Vergleichsbasis gesorgt. Hinzu kamen negative Währungseffekte von -1,6 % und Effekte aus Portfolioveränderungen von -0,4 %. Das Konzern-EBIT sank, belastet durch den Wegfall von Einmaleffekten und durch Währungseffekte, um -24,6 % auf 379 Mio. € (Q1 2018: 502 Mio. €).

Das Konzernergebnis von Merck sank einhergehend mit dem rückläufigen EBIT im 1. Quartal um -44,7 % auf 189 Mio. € (Q1 2018: 341 Mio. €). Das Ergebnis je Aktie ging von 0,78 € auf 0,43 € zurück. Das Ergebnis je Aktie pre sank um
-15,4 % auf 1,13 € (Q1 2018: 1,33 €).

Die Nettofinanzverbindlichkeiten von Merck stiegen im 1. Quartal gegenüber dem 31. Dezember 2018 um 389 Mio. € auf 7,1 Mrd. € (31.12.2018: 6,7 Mrd. €), vor allem eine Auswirkung der Erstanwendung der neuen Leasingbilanzierung nach IFRS 16. Merck ist entschlossen, auch nach erfolgter Akquisition von Versum sein starkes Investment-Grade-Rating beizubehalten. Zum 31. März 2019 beschäftigte Merck weltweit 52.140 Mitarbeiter. Am 31. März 2018 waren es 53.358 Mitarbeiter.

Healthcare profitiert von neuen Medikamenten

Der Unternehmensbereich Healthcare erzielte im 1. Quartal ein organisches Umsatzwachstum von 2,9 %. Nach leichten positiven Währungseffekten von 0,4 % lagen die Umsatzerlöse von Healthcare bei 1,5 Mrd. € (Q1 2018: 1,4 Mrd. €). Das organische Wachstum wurde dabei zum einen vom Bereich General Medicine & Endokrinologie sowie vom Geschäft mit Produkten zur Fruchtbarkeitsbehandlung getrieben. Zum anderen trugen auch die beiden neuen Medikamente Mavenclad und Bavencio signifikant zur positiven Entwicklung bei.

Die Umsätze für Mavenclad zur Behandlung von Multipler Sklerose in oraler Darreichungsform stiegen stark auf 43 Mio. € (Q1 2018: 13 Mio. €). Mit dem immunonkologischen Medikament Bavencio erzielte Merck Umsätze in Höhe von 22 Mio. € (Q1 2018: 12 Mio. €). Ende März 2019 erteilte zudem die US-amerikanische Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration (FDA) die Zulassung im größten regionalen Einzelmarkt für Mavenclad. Für Bavencio hat Merck ebenfalls weitere Zulassungen beantragt. So prüfen die Behörden in den USA, Europa und Japan die Zulassung für Bavencio in Kombination mit Pfizers Inlyta zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Nierenzellkarzinom.

Die Umsätze von Rebif zur Behandlung schubförmiger Formen der Multiplen Sklerose sanken im 1. Quartal organisch um -16,4 %, was insbesondere auf die anhaltend herausfordernde Wettbewerbssituation in Nordamerika zurückzuführen ist. Einschließlich positiver Währungseffekte in Höhe von 2,1 % beliefen sich die Rebif-Umsätze auf 299 Mio. € (Q1 2018: 348 Mio. €). Die Umsätze des Krebsmedikaments Erbitux bewegten sich mit 199 Mio. € auf Vorjahresniveau (Q1 2018: 200 Mio. €). Das organische Wachstum von 1,6 % wurde dabei von Währungseffekten in Höhe von -1,9 % überkompensiert. Gonal-f, das führende rekombinante Hormonpräparat zur Fruchtbarkeitsbehandlung, blieb organisch stabil und erzielte Umsätze in Höhe von 168 Mio. € (Q1 2018: 166 Mio. €). Die übrigen Produkte des Fertilitätsportfolios erzielten zweistellige organische Wachstumsraten. Im Bereich General Medicine & Endokrinologie, in dem unter anderem Medikamente zur Behandlung von Herz-Kreislauferkrankungen, Schilddrüsenerkrankungen, Diabetes sowie Wachstumsstörungen vertrieben werden, beliefen sich die Umsatzerlöse auf 570 Mio. € (Q1 2018: 520 Mio. €), bei einem sehr starken organischen Wachstum von 9,5 %.

Das EBITDA pre von Healthcare sank im 1. Quartal organisch um -13,9 % und lag nach einem leicht positiven Währungseffekt von 1,0 % bei 332 Mio. € (Q1 2018: 381 Mio. €). Das Vorjahresquartal bildete allerdings eine hohe Vergleichsbasis, da es durch Einmaleffekte positiv beeinflusst war. Dabei handelt es sich vor allem um eine Meilensteinzahlung von BioMarin Pharmaceutical Inc., USA, in Höhe von 50 Mio. €.

Ein wichtiger Baustein in der Strategie von Merck im Healthcare-Bereich ist zudem die im Februar vereinbarte Partnerschaft mit GlaxoSmithKline plc., UK, (GSK) zur gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung der von Merck stammenden Immuntherapie Bintrafusp alfa (M7824), die sich derzeit in der klinischen Prüfung befindet. Die Vereinbarung hat einen potenziellen Gesamtwert von bis zu 3,7 Mrd. €. Gemäß der Vereinbarung mit GSK hat Merck einen Anspruch auf eine Einstandszahlung in Höhe von 300 Mio. € erhalten, der im 1. Quartal jedoch noch keine Auswirkungen auf das Ergebnis hatte. Insgesamt laufen oder beginnen mit der neuartigen Immuntherapie in diesem Jahr acht Programme der klinischen Entwicklung.

Life Science steigert Profitabilität durch starkes organisches Wachstum

Der Unternehmensbereich Life Science erzielte im 1. Quartal ein sehr starkes organisches Umsatzwachstum von 9,4 %, getragen von allen drei Geschäftseinheiten. Zudem wirkten sich günstige Währungseffekte mit 2,8 % auf den Umsatz aus, der Verkauf des Durchflusszytometrie-Geschäfts schmälerte ihn um -0,5 %. Insgesamt erhöhten sich die Umsatzerlöse von Life Science im 1. Quartal um 11,7 % auf 1,7 Mrd. € (Q1 2018: 1,5 Mrd. €).

Die Geschäftseinheit Process Solutions, die Produkte und Dienstleistungen für die gesamte Wertschöpfungskette der Arzneimittelherstellung anbietet, erzielte im 1. Quartal das stärkste organische Umsatzwachstum bei Life Science in Höhe von 15,1 %. Getragen wurde es vor allem vom Geschäftsfeld BioProcessing. Hier arbeitet Merck an vielversprechenden neuen Technologien wie zum Beispiel der BioContinuum-Plattform, mit der Life Science den aufwändigen Herstellungsprozess biologischer Medikamente für seine Kunden in den kommenden Jahren deutlich vereinfachen und beschleunigen will. Die Umsatzerlöse von Process Solutions betrugen unter Berücksichtigung positiver Währungseffekte in Höhe von 3,5 % im 1. Quartal 700 Mio. € (Q1 2018: 590 Mio. €).

Die Geschäftseinheit Research Solutions, die Produkte und Dienstleistungen für pharmazeutische, biotechnologische und akademische Forschungseinrichtungen anbietet, erzielte ein organisches Umsatzwachstum von 4,0 %. Unterstützt durch positive Währungseffekte von 2,6 % lagen die Umsatzerlöse der Geschäftseinheit bei 543 Mio. € (Q1 2018: 509 Mio. €). Die Geschäftseinheit Applied Solutions erzielte im 1. Quartal 2019 mit ihrem breiten Angebot an Produkten für Forscher sowie wissenschaftliche und gewerbliche Labore ein starkes organisches Umsatzwachstum von 7,7 %. Unter Berücksichtigung positiver Währungseffekte in Höhe von 1,9 % erwirtschaftete Applied Solutions Umsatzerlöse von 418 Mio. € (Q1 2018: 388 Mio. €).

Der Unternehmensbereich Life Science steigerte sein EBITDA pre im 1. Quartal um 13,5 % auf 516 Mio. € (Q1 2018: 455 Mio. €); dieser Anstieg war im Wesentlichen auf organische Zuwächse von 13,4 % zurückzuführen. Die EBITDA pre-Marge von Life Science stieg auf 31,0 % (Q1 2018: 30,6 %).

Performance Materials setzt organisches Wachstum fort

Der Unternehmensbereich Performance Materials hat im 1. Quartal wie schon in den drei vorausgegangenen Quartalen ein organisches Umsatzwachstum erzielt. Das Plus von 3,2 % wurde von positiven Währungseffekten in Höhe von 3,9 % unterstützt. Somit wuchs der Umsatz von Performance Materials um 7,1 % auf 604 Mio. € (Q1 2018: 564 Mio. €).

Die Umsätze der Geschäftseinheit Semiconductor Solutions, in der das Geschäft mit Materialien für die Halbleiter-Produktion gebündelt ist, blieben im 1. Quartal in etwa stabil und betrugen 145 Mio. €. Die Umsatzerlöse der Geschäftseinheit Surface Solutions lagen im 1. Quartal mit 128 Mio. € leicht unter Vorjahr. Die Geschäftseinheit Display Solutions erzielte im Geschäft mit OLED-Materialien und Flüssigkristalltechnologien ein sehr gutes organisches Wachstum. Das Flüssigkristallgeschäft profitierte dabei im Berichtsquartal weiterhin von Projekten der Panelhersteller zum Aufbau von Produktionskapazitäten in China. Der Umsatz von Display Solutions belief sich im 1. Quartal auf 331 Mio. €.

Das EBITDA pre von Performance Materials verringerte sich um
-1,6 % auf 193 Mio. € (Q1 2018: 196 Mio. €). Der organische Rückgang von -8,5% resultierte vor allem aus Preisrückgängen, wurde aber von positiven Währungseffekten in Höhe von 6,8 % teilweise kompensiert. Die EBITDA pre-Marge blieb mit 31,9 % hinter dem Vorjahreswert zurück (Q1 2018: 34,7 %), lag jedoch über der langfristig avisierten Zielmarke von 30 %.

Neben organischem Wachstum setzt Merck auch auf gezielte Zukäufe, um die Position von Performance Materials als führender Anbieter von Elektronikmaterialien auszubauen. So unterzeichnete Merck am 12. April eine endgültige Vereinbarung zum Erwerb von Versum Materials, Inc., USA, für 53 US-Dollar je Aktie, was einem Unternehmenswert von rund 6,5 Mrd. US-Dollar entspricht. Versum ist einer der weltweit führenden Anbieter von innovationsgetriebenen, hochreinen Prozesschemikalien, Gasen und Ausrüstungen für die Halbleiterfertigung. Am 6. Mai hat Merck zudem eine Vereinbarung unterzeichnet, das Unternehmen Intermolecular Inc., USA, für 1,20 US-Dollar je Aktie zu akquirieren, was einem Eigenkapitalwert von ungefähr 62 Mio. US-Dollar entspricht. Die Test- und Herstellungskapazitäten des US-Unternehmens ermöglichen es, Materialkombinationen unmittelbar im spezifischen Anwendungsumfeld zu testen, was einen enormen Zeitgewinn im Entwicklungsprozess zulässt.

Merck bestätigt und konkretisiert organischen Ausblick für Gesamtjahr

Nach einem soliden 1. Quartal erwartet Merck für das Gesamtjahr 2019[1] unverändert einen moderaten organischen Anstieg der Umsatzerlöse in Höhe von +3 % bis +5 % gegenüber dem Vorjahr. Indes haben sich der US-Dollar sowie verschiedene Emerging-Market-Währungen, insbesondere in Lateinamerika, günstiger entwickelt als noch am Jahresanfang angenommen. Daher geht Merck davon aus, dass die Währungsveränderungen den Umsatz gegenüber dem Vorjahr leicht positiv mit 0 % bis +2 % (bisher: -1 % bis -2 %) beeinflussen werden. Insgesamt prognostiziert Merck für 2019 Konzern-Umsatzerlöse von 15,3 bis
15,9 Mrd. €.

Das EBITDA pre des Konzerns wird sich 2019 nach den Erwartungen von Merck in einem Korridor zwischen 4,15 und 4,35 Mrd. € (Vorjahr: 3,80 Mrd. €) bewegen. Merck bestätigt seine ursprüngliche Erwartung eines starken organischen Anstiegs des EBITDA pre gegenüber dem Vorjahr, der in einer Spanne von +10 % bis +13 % liegen sollte. Aufgrund seiner aktualisierten Währungseinschätzung erwartet Merck hier einen leicht positiven Effekt von 0 % bis +2 % (bisher: -3 % bis -4 %) gegenüber dem Vorjahr.

Quelle: Merck KGaA

Teilen auf: Twitter | Facebook | AddThis

Tags: