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Förderverein Liberale Synagoge: Jüdisches Darmstadt – Auf den Spuren der 1938 zerstörten Liberalen Synagoge


18. September 2018 - 08:02 | von | Kategorie: Veranstaltung | Artikel drucken
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SynagogeDer Förderverein Liberale Synagoge lädt ein zum Spezial-Rundgang in der Gedenkstätte Liberale Synagoge am Sonntag (23.09.18) um 14.30 Uhr. Vor 142 Jahren wurde das Jüdische Gotteshaus an der Friedrichstr./Fuchsstr. feierlich eingeweiht. Am 23. Februar 1876 hatte Rabbiner Julius Landsberger im Beisein der gesammelten Darmstädter Prominenz die Thora in die Heilige Lade getragen. Nur 62 Jahre später, im Darmstädter Novemberpogrom von 1938, zerstörten die Nazis das Gotteshaus. Der Rundgang erinnert an große, bedeutende deutsch-jüdische Persönlichkeiten der Darmstädter Stadtgeschichte – etwa an Otto Wolfskehl und seine Kinder Karl und Eduard, aber auch an Heinrich Blumenthal, den Planer des Darmstädter Nordwestens (heutigen Johannesviertels) und ersten Gemeindevorstehers der liberalen Reformjuden in Darmstadt. Anfang Oktober 2003, vor genau fünfzehn Jahren, wurden Überreste der Synagoge bei den Aushubarbeiten des Neuen Klinikums für Innere Medizin wiederentdeckt. Der Rundgang zum 142. Jahrestag 2018 erinnert an die Geschichte des Gotteshauses und an das vernichtete Jüdische Darmstadt am Beispiel namhafter Persönlichkeiten dem Rabbiner Bruno Italiener oder Jenny Seidels-Stamm, die aus der Familie des legendären Darmstädter Cafés Stamm stammte und 1943 im Vernichtungslager Sobibor ermordet wurde. Der Rundgang erinnert aber an jene Darmstädter jüdischen Glaubens, die in Auschwitz und in den anderen Todeslagern wie Belzec ermordet wurden, wie z.B. Marie Trier und ihre Tochter oder den Kustos des Hessischen Landesmuseums, an die Malerin Gertrud Ullmann oder an Friedrich Gundolf. Der Rundgang erinnert auch an den bedeutenden Darmstädter Kulturphilosophen Professor Dr. Julius Goldstein, laut Carlo Mierendorff „der klügste Kopf der Weimarer Republik“, der aber dennoch wegen seines jüdischen Glaubens von der antisemitischen Leitung der Technischen Hochschule massiv angefeindet wurde. Er erinnert auch an Goldsteins Tochter Elsbeth Juda, die nach England fliehen konnte und zur englischen Meisterfotografin avancierte. Darmstadts Rolle als brauner Hochburg steht im Blickpunkt angesichts des 80. Jahrestags der Novemberpogrome von 1938, als in ganz Deutschland die Synagogen brannten: „Gerade nach den Ereignissen in Chemnitz und anderswo, braucht es Geschichtsbewusstsein, müssen wir Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit vehement und wehrhaft entgegentreten“, so der Vorsitzende des Fördervereins Liberale Synagoge, Martin Frenzel. Treffpunkt: Am Eingang Gedenkstätte, Zugang via Bleichstr./Julius-Landsberger-Platz. Eintritt: 6 Euro. Spenden für die neue vereinseigene Benefizkampagne „Darmstadt braucht eine Rabbi Bruno Italiener-Gedenktafel November 2018!“ erbeten. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind zum zweistündigen Rundgang des Förderverein Liberale Synagoge herzlich eingeladen. Der Förderverein Liberale Synagoge veranstaltet einmal im Monat in der Regel immer sonntags um 14.30 Uhr weitere kostenlose Liberale Synagoge-Rundführungen in der Gedenkstätte Klinikumsgelände. Mehr Infos und die konkreten weiteren Termine unter: www.liberale-synagoge-darmstadt.de.

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