Mathildenhöhe: Wissenschaftsstadt Darmstadt investiert 25.000 Euro in den Schutz des Albin-Müller-Beckens

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Albin-Müller BeckenAm Albin-Müller-Becken wird schon seit Donnerstag (14.06.12) gearbeitet, um die Anlage sommerfit zu machen. Im Laufe eines Jahres setzt sich auf den Fliesen unter der Wasseroberfläche eine massive Kalkschicht ab, die nur äußerst vorsichtig chemisch entfernt werden kann. Allein dieser Arbeitsgang nimmt für zwei Arbeitskräfte rund drei Wochen in Anspruch. In diesem Jahr werden die Arbeiten rund eine Woche länger dauern, denn das Albin-Müller-Becken wird mit einer Entkalkungsanlage ausgestattet, und die Wasserumwälztechnik wird verändert. Dabei sind unterschiedliche Gewerke eingebunden, und die Arbeiten können nicht parallel ausgeführt werden. Erst danach kann das Becken wieder neu befüllt werden.

„Wir investieren 25.000 Euro, um das Albin-Müller-Becken technisch aufzurüsten. Im Mittelpunkt steht natürlich die Entkalkungsanlage, die die Pflege des wertvollen Jugendstilkunstwerks erleichtern und verbessern soll. Trotz regelmäßiger Reinigung bestand immer die Gefahr, dass die Kacheln des Beckens durch Kalk- und Algenablagerungen Schaden nehmen. Das soll natürlich unbedingt verhindert werden, denn das Albin-Müller-Becken ist ein besonders attraktiver und beliebter Anziehungspunkt des Gesamtensembles Künstlerkolonie“, erläutert die zuständige Dezernentin Brigitte Lindscheid.

Die Gesamtanlage des Beckens umfasst weitläufige technische Einheiten, die unsichtbar bleiben, für den Brunnenbetrieb aber unentbehrlich sind und regelmäßig gewartet werden müssen: Die Hauptwasserversorgung und die Nachspeisung des Brunnens erfolgen über einen Brunnenschacht zwischen Russischer Kapelle und Albin-Müller-Becken. Während der normalen Brunnenbetriebszeit im Sommerhalbjahr werden die Wasserspeier an der östlichen Beckenwand durch eine Umwälzpumpe versorgt. Die Brunnenstube für diese Umwälzanlage liegt im Bereich des Platanenhains und ist durch eine Tür in der Wand zugänglich.

Besonderen Schutz bekommt das Albin-Müller-Becken im Winterhalbjahr: Weil das Brunnenbecken zum Schutz der Fliesen vor Frost nicht geleert werden darf, wird am Ende der Brunnensaison im Randbereich des Beckens eine elektrische Bandheizung eingebaut werden, die dafür sorgt, dass die Eisdecke nicht bis an den Beckenkörper gelangt und die wertvollen Fliesen beschädigt.

Der Architekt Albin Müller entwarf 1914 zur Neugestaltung des Platzes vor dem Hauptportal der Russischen Kapelle ein großzügig gestaltetes Wasserbassin aus Muschelkalk mit keramischen Fliesen. Den Kopf des Beckens bildet eine auf gedrungenen Säulen ruhende Kolonnade. Die Brüstungsmauern werden von Reliefs geziert.

Quelle: Pressestelle der Wissenschaftsstadt Darmstadt


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