Wissenschaftsstadt Darmstadt bereitet Einführung einer Kastrationspflicht für Katzen im ersten Quartal 2015 vor


22. Oktober 2014 - 14:45 | von | Kategorie: Umwelt | Artikel drucken
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KatzeDie Wissenschaftsstadt Darmstadt bereitet in Zusammenarbeit mit dem Tierschutzverein Darmstadt und Umgebung e.V. aktuell die Einführung einer Kastrationspflicht für Katzen im ersten Quartal 2015 vor. Gesetzliche Grundlage dafür ist eine für Ende des Jahres geplante Delegationsverordnung des Umweltministeriums, die es hessischen Kommunen künftig ermöglichen soll, die Kastration freilaufender Katzen per Verordnung zu regeln. Bürgermeister Rafael Reißer sieht den bisherigen Weg der Stadt hin zu einer einheitlichen Kastrationspflicht durch die geplante Entscheidung der Landesregierung bestätigt: „Ich freue mich, dass die hessische Landesregierung den Kommunen durch die Delegationsverordnung des Umweltministeriums in Kürze die gesetzliche Grundlage für die dringend notwendige Einführung einer Kastrationspflicht für Katzen liefern wird. Auf dieser Grundlage kann die konstruktive Zusammenarbeit der Wissenschaftsstadt Darmstadt mit dem Tierschutzverein Darmstadt dann zügig zu einer entsprechenden Verordnung führen, die das Leid der Tiere erheblich mindern und zum aktiven Tierschutz in der Stadt beitragen wird“, erklärte Reißer, der gemeinsam mit Vertretern des Amtes für Veterinärwesen und Verbraucherschutz und dem Tierschutzverein in einem Arbeitskreis aktuell einen Entwurf und die Rahmenbedingungen der geplanten neuen Verordnung ausarbeitet.

Seit rund einem Jahr arbeiten die Wissenschaftsstadt Darmstadt und der Tierschutzverein Darmstadt und Umgebung e.V. bereits gemeinsam an einem Konzept zur Eindämmung der wachsenden Population sogenannter Streunerkatzen in Darmstadt. Immer mehr ehemalige Hauskatzen und deren Nachkommen verwildern auf Friedhöfen, verlassenen Firmengeländen oder anderen menschennahen Orten und können trotz gezielter Kastrationsaktionen von Tierschützern nicht eingedämmt werden. Ein entscheidender Faktor dabei sind die noch immer nicht flächendeckend kastrierten Freigänger, also Tiere, die ein Zuhause haben, aber unkastriert auf Braut- und Bräutigamschau gehen dürfen. Immer wieder kommt es zur Verpaarung mit Streunerkatzen und auch ungeplanter Nachwuchs daheim wird allzu oft einfach irgendwo entsorgt und sich selbst überlassen.

Schon lange appellieren die Wissenschaftsstadt Darmstadt, das Tierheim und das Amt für Veterinärwesen und Verbraucherschutz an die Vernunft der Bürger und Katzenhalter, ihre Tiere vor einem ungeschützten Freigang kastrieren zu lassen. Damit wird nicht nur der unkontrollierten Vermehrung ein Riegel vorgeschoben, sondern auch das Risiko von Infektionskrankheiten durch die Verpaarung sowie von Revierkämpfen deutlich gesenkt, ein Vorteil für alle Beteiligten. Im Rahmen der Gefahrenabwehrverordnung sollen Halter künftig verpflichtet werden, ihre freilaufenden Katzen kastrieren und kennzeichnen zu lassen. Bei Nichtbeachtung droht ein entsprechendes Bußgeld, über dessen Höhe im Zuge der Beratungen vor Erlass der Verordnung noch entschieden wird. Fest steht schon jetzt, dass ein Bußgeld für Halter teurer wird, als eine Kastration. Trotz dieses deutlichen Signals setzen die Beteiligten weiterhin auf die Einsicht der Halter: Kastration und Kennzeichnung ist aktiver Tierschutz. Fragen der Halter zu diesem Thema beantworten Tierärzte, aber auch lokale Tierschutzvereine.

Quelle: Pressestelle der Wissenschaftsstadt Darmstadt

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