Sozial-, Jugend- und Altenhilfeplanung in Darmstadt sind neu aufgestellt


8. Oktober 2012 - 12:41 | von | Kategorie: Soziales | Artikel drucken
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Neues RathausDie sozialen Bedarfslagen der Bevölkerung wandeln sich stetig. Sich verändernde gesellschaftliche Rahmenbedingungen wie beispielsweise der demografische Wandel, das Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention oder die immer größer werdende Schere zwischen arm und reich stellen auch die Wissenschaftsstadt Darmstadt fortlaufend vor große Herausforderungen. Auf der Basis von Sozial- und Demografieplanung erhält die Politik fundierte Daten über aktuelle soziale Themen und Vorschläge für einen zielgerichteten und bedarfsgerechten Einsatz von Ressourcen. Es ist daher sehr wichtig, dass es uns gelungen ist, die Stellen für die zentralen Arbeitsfelder Altenhilfeplanung, Jugend- und Kindertagesstättenentwicklungsplanung sowie Sozial- und Jugendhilfeplanung in meinem Dezernat qualifiziert wiederzubesetzen“, so Sozialdezernentin Barbara Akdeniz.

Zentrales Arbeitsfeld aller Stellen ist die Förderung von Partizipationsprozessen und die Analyse präventiver Angebote. „Ziel der Sozialplanung ist es, ein soziales Unterstützungssystem in der Wissenschaftsstadt Darmstadt zu entwickeln, das die derzeitigen und zukünftigen Bedarfe der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt deckt. Hierzu sind Bestandserhebung, Bedarfsermittlung sowie Aus- und Umbau des bestehenden Systems notwendig. Dies geschieht im Dialog mit den beteiligten Institutionen und den betroffenen Zielgruppen. Ein wichtiges Element der Sozialplanung ist daher, die Mitwirkung und Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an den sie betreffenden Entscheidungen im sozialen Bereich zu organisieren. Ein weiterer Bestandteil ist die Überprüfung der Wirkungen und des Nutzens der bestehenden Angebote vor Ort“, erläutert Stadträtin Akdeniz weiter.

Die Koordination der strategischen Planungsprozesse obliegt der neuen Sozial- und Jugendhilfeplanerin Angelika Dittmar, die diese Stelle seit 1. August innehat und direkt im Sozialdezernat angesiedelt ist. „Mit Angelika Dittmar werden wir die in 2010 sozialraumbezogene Sozialberichterstattung fortsetzen. Diese ist die wichtigste Grundlage für sozialraumorientierte Handlungskonzepte gegen Armut und Ausgrenzung in unserer Stadt“, so Barbara Akdeniz. Die Schwerpunkte der Arbeit von Angelika Dittmar liegen unter anderem in der Analyse der Sozialräume, der Projektkoordination Soziale Stadt sowie der Gemeinwesenarbeit. Dabei liegt das besondere Augenmerk auf Quartieren mit erhöhtem Entwicklungsbedarf und der Analyse von präventiven Angeboten, wobei Bedarfe von Frauen, Familien, Kindern, Jugendlichen, Älteren, Menschen mit Behinderung sowie Menschen mit Migrationshintergrund als Querschnittsthemen berücksichtigt werden. Auch bei neu zu entwickelnde Flächen – wie den Konversionsflächen – wirkt die Sozial- und Jugendhilfeplanerin mit.

Die Koordination operativer Prozesse in der Altenhilfeplanung nimmt seit Mai 2012 Marion Schmitt wahr. Die Altenhilfeplanung ist beim Amt für Soziales und Prävention angesiedelt. Zu den Aufgaben der Altenhilfeplanerin gehören unter anderem die Konzepterstellung und Berichterstattung der sozialraumorientierten Altenhilfe- und Pflegebedarfsplanung. „Ältere Menschen sind keine homogene Gruppe. Vielmehr ist eine Differenzierung von jungen Älteren bis zu den Hochaltrigen notwendig. Wie der Anfang August vorgestellte Demografiebericht zeigt, ist in den nächsten Jahren mit einem zunehmenden Anteil von hochbetagten Menschen, also Personen über 80 Jahren, zu rechnen. Diese Menschen haben andere Bedarfslagen, als jüngere Seniorinnen und Senioren. Die Anforderungen an eine effektive Seniorenpolitik werden somit immer vielfältiger“, führt Barbara Akdeniz aus. Daher wird der städtische Altenhilfeplan konzeptionell, methodisch und inhaltlich entsprechend der Herausforderungen der demografischen Entwicklung und des gesellschaftlichen Wandels aktualisiert und fortgeschrieben.

Marion Schmitt leitet auch das von Bürgerinnen und Bürgern initiierte Projekt „Hiergeblieben – Versorgungssicherheit in Kranichstein“. Bei diesem sozialraumorientierten Projekt steht die Lebens-, Wohn- und Versorgungssituation von älteren Menschen in Kranichstein im Mittelpunkt. Ab Oktober kommt die Leitung der Steuerungsgruppe des Projektes „Inklusives Martinsviertel“ dazu.

Die Koordination operativer Planungsprozesse im Bereich Kinder- und Jugendhilfe nimmt seit 1. April 2012 Marc Krämer wahr. Die Jugendhilfeplanung ist eine Aufgabe der öffentlichen Jugendhilfeträger im Rahmen ihrer Gesamtverantwortung für die Kinder- und Jugendhilfe und daher beim Jugendamt angesiedelt. „Gezielte Jugendhilfeplanung ist eine der wesentlichen Voraussetzungen, um rechtzeitig und bedarfsgerechte Angebote für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene entwickeln und realisieren zu können“, erläutert die Sozialdezernentin. Zu den Aufgaben von Marc Krämer gehören unter anderem die Planung, Durchführung und Evaluation von Bestandserhebungen in der Kinder- und Jugendhilfe, die Geschäftsführung des Fachausschuss Jugendhilfeplanung sowie die Planung der Kindertagesstättenentwicklung. Erst vergangene Woche wurde der Öffentlichkeit ein von ihm erstellter detaillierter Bericht zur Versorgungssituation im Bereich Kinderbetreuung vorgelegt. Ihm obliegt zudem die Projektleitung für die Einführung einer Datenbank für ein zentrales Anmeldeverfahren in Kinderbetreuungseinrichtungen, das in 2013 an den Start gehen soll. Schwerpunkt seiner Arbeit im kommenden Jahr wird die Mitarbeit an der Neustrukturierung der Kinder- und Jugendarbeit sein, die zum Ziel hat, die Steuerung und Koordination der Angebote zu optimieren.

Alle Planerinnen und Planer arbeiten mit freien Trägern und anderen örtlichen Stellen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt eng zusammen und stellen ihre Daten als ergänzende Grundlage für sozialpolitische Entscheidungen den kommunalpolitischen Gremien zur Verfügung, so Akdeniz abschließend.

Quelle: Pressestelle der Wissenschaftsstadt Darmstadt

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