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Magistrat beschließt Umgestaltung der Nieder-Ramstädter Straße zwischen Lichtwiesenweg und Böllenfalltorweg


5. Juni 2020 - 10:23 | von | Kategorie: Lokal, Verkehr |
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Der Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt hat in seiner Sitzung vom Mittwoch (03.06.20) die Entwurfsplanung zur Umgestaltung der Nieder-Ramstädter Straße zwischen Lichtwiesenweg und Böllenfalltorweg beschlossen. Neben der grundhaften Erneuerung des Straßenraums und der erstmaligen Herstellung des Gehwegbereichs ist das Hauptziel die Schaffung einer durchgehenden verkehrssicheren Radwegeverbindung in die Innenstadt und die Aufwertung des östlichen Gehwegbereichs und des Grünstreifens. Die Planungs- und Baukosten betragen laut aktueller Kostenberechnung inklusive Risikozuschlag von 20 Prozent rund 8,7 Millionen Euro. Der Baubeginn ist für Herbst 2021 vorgesehen. Die Bauzeit beträgt voraussichtlich 20 Monate.

„Die Nieder-Ramstädter Straße ist als Bundesstraße eine  der  wichtigsten Einfallstraßen für Pendler im Süden Darmstadts“, erklärt Oberbürgermeister und Verkehrsdezernent Jochen Partsch. „Neben ihrer Aufgabe als Hauptverkehrsstraße nach Darmstadt übernimmt sie bei der Verkehrsverteilung viele innerstädtische Funktionen. Sie hat eine bedeutende Erschließungsfunktion für die anschließenden Wohnquartiere wie das Steinberg- und Paulusviertel, für publikumsintensive öffentliche Einrichtungen wie die Georg-Büchner-Schule, das Hochschulsportgelände, die Sporteinrichtungen und ist eine Strecke für den Schienenersatzverkehr. Die nun beschlossene Planung sieht daher nicht nur eine reine Sanierung vor, sondern wird den gesamten Verkehrsraum dort neu ordnen und im Rahmen der vom Magistrat angestrebten Verkehrswende für die künftige Nutzung durch alle Verkehrsteilnehmer optimieren.“

Gegenstand der Umgestaltung ist der Bereich vom Knotenpunkt Jahnstraße / Lichtwiesenweg bis Klappacher Straße / Böllenfalltorweg mit einer Breite von rund 14 Meter bis 17 Meter. Neben der Sanierung des Straßenraumes, wird für Radfahrende ein parallel zur Fahrbahn verlaufender Radweg auf der Ostseite (stadteinwärts) mit einer Regelbreite von 2,5 Meter inklusive Sicherheitstrennstreifen geschaffen. An Engstellen reduziert sich die Breite bis auf 2,1 Meter. Vor den Knotenpunkten wird der Radweg in einen Radfahrstreifen überführt, um direktes Linksabbiegen zu ermöglichen. Auf der Westseite der stadtauswärts führenden Fahrbahnfläche wird ein 1,5 Meter breiter Schutzstreifen markiert. Damit wird Radfahrern stadtauswärts neben der Anliegerstraße eine zusätzliche Radwegeverbindung auf der B 449 angeboten. Die Fahrbahnbreiten für den Individualverkehr werden reduziert.

Ein Gehweg ist ausschließlich auf der Ostseite vorhanden. Die Befestigung des Gehwegs erfolgt in Pflasterbauweise, wobei zum Schutz der Bestandsbäume Wurzelbrücken verbaut oder in Teilbereichen weiterhin mit Bessunger Kies befestigt werden. Der Gehweg ist im Abschnitt Lichtwiesenweg bis Stadion mit einer Breite zwischen 2,75 Meter bis 3,00 Meter geplant. Am Stadion ist der Gehweg mit einer Breite von 4,5 Meter geplant. Im weiteren Verlauf bis zur Traisaer Straße ist eine Gehwegbreite von mindestens 2,80 m gegeben. Zwischen der Traisaer Straße und dem Böllenfalltorweg wird auf Höhe der Viktoria-Melita-Anlage erstmalig ein Gehweg hergestellt und damit ein wichtiger Lückenschluss im Wegenetz erzielt. Im Bereich der Senkrechtstellplätze ist eine Gehwegbreite von 2,0 Meter geplant. Im weiteren Verlauf bis zum Böllenfalltorweg ist eine Gehwegbreite von 2,1 Meter bis 2,3 Meter inklusive Sicherheitsabstand zum Radweg geplant. Querungen, Überwege und breite Zu-/Ausfahrten werden in Abstimmung mit dem Behindertenbeauftragten für Seh- und Gehbehinderte barrierefrei ausgebaut. Für die Baumaßnahme erfolgt zum Schutz der Bäume eine ökologische Baubegleitung durch einen Baum-Sachverständigen. Zur Umsetzung der Maßnahme müssen leider bis zu 6 Bäume entlang der Nieder-Ramstädter Straße gefällt werden. Gegebenenfalls müssen bei Beschädigung oder Verlust der Standsicherheit durch Wurzelabgrabungen weitere 6 Straßenbäume gefällt werden.

Auch der Seitenraum wird neu gestaltet. Dadurch entfallen im Abschnitt Jahnstraße bis Stadion bis zu 45 bisher geduldete Parkstände  auf dem Gehweg. Innerhalb des Grünstreifens werden drei Längsparkstände mit einem 75 Zentimeter breiten Sicherheitstrennstreifen zum Radweg angeordnet, die der Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Abstellflächen für die Mülltonnen der Anlieger werden ebenfalls im Grünstreifen angeordnet, um die Nutzbarkeit des Gehwegs dauerhaft sicherzustellen. Im Abschnitt Traisaer Straße bis Böllenfalltorweg werden die vorhandenen Senkrechtparkstände von 40 auf 34 Stück reduziert. Im Abschnitt Lichtwiesenweg bis Stadion wird zwischen dem Rad- und Gehweg ein 3,0 Meter breiter Grünstreifen angelegt und mit Großsträuchern wie Feldahorn, Blutpflaume oder Kornelkirsche als Solitärs bepflanzt.

Bei stark belasteten Zu- und Ausfahrten werden Rampensteine statt Rundborde als Begrenzung zur Fahrbahn gewählt. Der Übergang der Kekuléstraße ist als Gehwegüberfahrt geplant. Hierdurch wird den Fußgängern und Radfahrern Vorrang vor dem ein- und ausbiegenden Verkehr der Kekuléstraße gewährt. Das Abbiegen von der Nieder-Ramstädter Straße in den Steinbergweg entfällt. Beim Heinrichwingertsweg ist weiterhin das Rechtsabbiegen zulässig.

Im Zuge der Straßenbauarbeiten in der Nieder-Ramstädter Straße, werden auch Kanalbauarbeiten durchgeführt werden. Das Niederschlagswasser aus dem Fahrbahnbereich muss aufgrund der Verschmutzung durch die hohe Verkehrsbelastung in den Mischwasserkanal geführt werden. Zwischen der Viktoria-Melita-Anlage und dem Böllenfalltorweg ist derzeit kein Kanal vorhanden. Die vorhandenen Straßenabläufe sind an das Kanalnetz des Betriebshofes der HEAG mobilo angeschlossen. Zur Trennung ist im östlichen Seitenraum ein neuer Regenwasserkanal geplant, der in Höhe des Internationalen Musikinstituts an den bestehenden Mischwasserkanal angeschlossen wird. In den anderen Bereichen werden die geplanten Fahrbahnabläufe direkt an den bestehenden Mischwasserkanal angeschlossen. Für die Kanalbauarbeiten fallen Kosten in Höhe von 260.000 Euro an.

„Die Planungen zur Umgestaltung der Nieder-Ramstädter Straße wurde in mehreren Veranstaltungen der Bürgerschaft vorgestellt und diskutiert“, so OB Jochen Partsch weiter. „Im November 2018 fand eine abschließende Informationsveranstaltung für die Anwohnerinnen und Anwohner in der Mensa der Georg-Büchner-Schule statt, in deren Rahmen die überarbeitete Planung im Nachgang zu den öffentlichen Beteiligungsveranstaltungen im Dezember 2017 sowie der beiden Ortstermine mit dem Inforad an verschiedenen Stellen der Nieder-Ramstädter Straße im Januar 2018 vorgestellt wurden. Seit dem gab es nur minimale Anpassungen, die aber weder die Querschnittsaufteilung, noch das Konzept an sich verändert haben.“

Die Maßnahme unterliegt der Beitragspflicht. Die Nieder-­Ramstädter Straße hat überwiegend überörtliche Verkehrsbedeutung, sodass der Anliegeranteil für die Kosten der Fahrbahn 25 Prozent und für die Straßenbeleuchtung und -entwässerung 45 Prozent betragen wird.
Die konkreten Beiträge werden nach dem tatsächlichen Aufwand ermittelt  und berechnet. Dieser steht nach Beendigung und Fertigstellung der Baumaßnahme fest. In den tatsächlichen Aufwand fließen alle für die Fertigstellung der Baumaßnahme angefallenen Kosten ein, etwa Straßen-, Kanal- und Grünflächenbau, Straßenbeleuchtung und weitere.

Quelle: Pressestelle der Wissenschaftsstadt Darmstadt

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