h_da, TU Darmstadt und ULB Darmstadt beleuchten mit Kulturprojekt Darmstädter Jahre Arno Schmidts

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Arno Schmidt zählt zu den wichtigsten Autoren der deutschen Nachkriegszeit, über ihn und sein Werk wird bis heute kontrovers diskutiert: Studierende des Fachbereichs Architektur und des Instituts für Sprach- und Literaturwissenschaft der TU Darmstadt und des Fachbereichs Gestaltung der Hochschule Darmstadt erinnern mit einem vielfältigen Programm mit dem Titel „Seltsame Tage“ an Arno Schmidt und seine Darmstädter Jahre.

Im Zeitraum vom 11. Oktober 2019 bis 5. Januar 2020 finden neben der Hauptausstellung auf dem Campus Stadtmitte der TU und im Ausstellungsbereich der Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) auch Lesungen, Events und Workshops im SchauRaum am h_da-Hochhaus sowie Kurse und eine Lesung am h_da-Fachbereich Gestaltung auf der Mathildenhöhe statt. Das detaillierte Programm finden Sie hier: seltsametage.de

Das Programm von „Seltsame Tage“ stellt das originale literarische Werk Arno Schmidts aus seinen Darmstädter Jahren neben dessen Reflektion durch heutige Künstlerinnen und Künstler. So werden einerseits Lesungen und Ausstellungen Schmidts Literatur und Zeit beispielhaft vermitteln. Andererseits werden sich Kreative in den kommenden Wochen durch einzelne Aspekte aus Arno Schmidts Leben inspirieren lassen und eigene Aktionen und Kunstwerke erschaffen. Den Anfang macht für eine Woche zwischen dem 14. und 19. Oktober der Künstler Jonas Höschl im SchauRaum am h_da-Hochhaus am Campus Schöfferstraße. Höschl wird, angeregt durch die Collagen-Arbeit Arno Schmidts, über eine Neuanordnung von Bildunterschriften die fotografische Rhetorik einer Lokalzeitung anhand der Berichterstattung über den suspendierten Oberbürgermeister der Stadt Regensburg untersuchen. Interessierte werden Höschl während seiner künstlerischen Arbeit im SchauRaum über die Schulter schauen können.

Das Ergebnis von Höschls Arbeit wird am Ende der Arbeitswoche die Exponate der Arno-Schmidt-Ausstellung in der Halle 2 der Magdalenenstraße 6 auf dem TU-Campus ergänzen. Im Laufe der kommenden Wochen werden im h_da-SchauRaum und am h_da-Fachbereich Gestaltung weitere Werke entstehen, die ebenfalls der „Seltsame Tage“-Hauptausstellung auf dem TU-Campus hinzugefügt werden sollen.

„Das Ausstellungsprojekt „Seltsame Tage“ bezieht im Herbst 2019 auch die Darmstädter Innenstadt mit ein. Im Rahmen eines „Parcours“ genannten Rundgangs können Interessierte in zahlreichen Darmstädter Geschäften unterschiedliche Exponate besichtigen, die auf Arno Schmidt und seine Zeit Bezug nehmen. Alle Standorte des Parcours finden sich auf der Projektwebsite seltsametage.de

Die gemeinsame Projektleitung für das Programm „Seltsame Tage“ haben Dipl. Des. Su Korbjuhn, PD Dr.-Ing. Helge Svenshon, Prof. Dr. Andrea Rapp und Dipl. Des. Felix Dölker inne.

Der Schriftsteller Arno Schmidt lebte 1955-1958 in der Darmstädter Inselstraße. In dieser Zeit schuf er eine Reihe von Erzählungen, Radio-Essays sowie mehrere Romane.

Stimmen zum Programm „Seltsame Tage“
Prof. Dr. Ralph Stengler, Präsident der Hochschule Darmstadt: „Das Ausstellungsprojekt „Seltsame Tage“ ist ein herausragendes Beispiel für eine Institutionen und Fächer übergreifende Kooperation in der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Die drei Veranstalter lassen die Darmstädter Zeit Arno Schmidts mit gestalterischen, architektonischen und literaturwissenschaftlichen Impulsen lebendig werden. Die beteiligten Studierenden können aus dieser inhaltlich und organisatorisch komplexen Teamarbeit wichtige Erfahrungen für ihr künftiges Berufsleben ziehen. Die Darmstädterinnen und Darmstädter erhalten durch „Seltsame Tage“ die Gelegenheit, einem bisher noch wenig beleuchteten Aspekt der Kulturgeschichte ihrer Stadt näher zu kommen. Dieses Projekt ist nur möglich durch breite Unterstützung aus der Darmstädter Stadtgesellschaft. Dafür vielen Dank an alle Partner und Sponsoren.“

Dr. Manfred Efinger, Kanzler der TU Darmstadt: „Die Bauzeit der ehemaligen Maschinenhallen von 1955-1958 fällt genau in die Zeit, in der Arno Schmidt in Darmstadt lebte. Als Ausstellungsfläche ist die Halle 2 ein außergewöhnlicher Ort für eine außergewöhnliche Person. Ich bin sehr froh, dass dieser Raum zwischenzeitlich auf solch kreative Weise genutzt werden kann.“

Prof. Dr. Andrea Rapp, TU Darmstadt, Institut für Sprach- und Literaturwissenschaften, Vizepräsidentin der TU Darmstadt „Die Beschäftigung mit dem ‚sperrigen‘ und herausfordernden Autor Arno Schmidt und seiner Darmstädter Zeit – die Spurensuche in den Texten und in der Stadt – hat für alle Beteiligten neue Perspektiven auf diese Literatur, Architektur, Kunst und Stadt eröffnet. Neue Perspektiven gab es auch für die interinstitutionelle Zusammenarbeit, die von Studierenden und Lehrenden mit Begeisterung gestaltet wurde und die von unseren Institutionen TU Darmstadt und h_da und vielen weiteren Förderern so großzügig unterstützt wurde. Es freut mich sehr, wenn wir mit unserer Ausstellung etwas von unserer Begeisterung vermitteln können und wenn der eine oder die andere Schmidts spannende Texte neu- oder wiederentdeckt und einige Orte in Darmstadt nun vielleicht mit anderen Augen sieht.“

Dipl. Des. Su Korbjuhn, Fachbereich Gestaltung an der Hochschule Darmstadt: „Wir wollen die Aktualität und Präsenz eines Schriftstellers herausarbeiten, der sich zu Lebzeiten etwa mit Fragen zur Umwelt, Kriegsgefahr oder Nachhaltigkeit beschäftigt hat. Arno Schmidt ist unbequem und komplex. Er ist eine Herausforderung für seine Leser. Daher habe ich Hochachtung vor den rund 50 Studierenden von Hochschule Darmstadt und TU Darmstadt, die sich seit einem Jahr über eigene wissenschaftliche und künstlerische Arbeiten mit dem Werk Arno Schmidts auseinandersetzen. Die Ergebnisse zeugen von tiefer Reflektion und großer Kreativität. Sie ermöglichen das Werk Arno Schmidts ganz frisch und mit allen Sinnen zu erfahren. Die Studierenden selbst gewinnen dabei unschätzbare praktische Erfahrungen mit der Arbeit in fachübergreifenden Teams. Impulse des Kommunikationsdesigns, der Architektur sowie der Sprach- und Literaturwissenschaft führen sie auf individuelle Weise zusammen.“

PD Dr.-Ing. Helge Svenshon, Fachbereich Architektur und ULB an der TU Darmstadt: „Auch wenn sich der menschenscheue Arno Schmidt in Darmstadt nie heimisch fühlte und eher nach einem „Baräckchen in der Heide“ sehnte, so setzte er mit seinen „Geschichten aus der Inselstraße” unserer Stadt doch ein bleibendes literarisches Denkmal. Unsere Ausstellung wurde nicht zuletzt angeregt von den vielen schillernden Mikro-Porträts und prägnanten „snapshots“, mit denen Schmidt die Stadt der 1950er Jahre für uns wieder lebendig macht.“

Förderer
Als Hauptsponsoren des Projekts engagieren sich die Arno Schmidt Stiftung, Merck, die Jubiläumsstiftung der Sparkasse Darmstadt und die Wissenschaftsstadt Darmstadt. Daneben bringen sich weitere Unternehmen als Partner und Unterstützer ein: Asphaltgold, Darmstädter Förderkreis Kultur e.V., Evonik, fleur in, Format Fachgeschäft für Kreative, funktion, Georg Büchner Buchladen und Zweitausendeins, Henschel, hoffmann, Igepa, Klar und Nescafé.

Quelle & Bild: Hochschule Darmstadt


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