h_da-Absolvent erhält ersten Nachwuchspreis des Europäischen Industrieverbands für Bildverarbeitung


10. Juli 2012 - 07:30 | von | Kategorie: Wissenschaft | Artikel drucken
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Hochschule DarmstadtFlorian Oefelein, Absolvent des Master-Studiengangs Optotechnik und Bildverarbeitung an der Hochschule Darmstadt (h_da), wurde in Lissabon mit dem erstmals vergebenen Nachwuchspreis des Europäischen Industrieverbands für Bildverarbeitung (European Machine Vision Association EMVA) ausgezeichnet. Mit dem „Young Professional Award“ würdigt der Verband herausragende Arbeiten junger Expertinnen und Experten im Bereich der industriellen Bildverarbeitung. Florian Oefelein wurde für ein im Rahmen seiner Masterarbeit entwickeltes Verfahren ausgezeichnet, das kleinste Fehler in Glasbarren entdeckt, die für die Produktion von Linsen, Prismen und anderen optischen Komponenten verwendet werden. Das neue Verfahren kann zudem nach Oberflächen- und Tiefenschäden unterscheiden und die Position der Schäden exakt bestimmen. Die Fehlersuche in den Glasbarren erfolgte bislang manuell mit dem menschlichen Auge.

Unterschieden wird hierbei nach Oberflächen- und Tiefenschäden. Während Schäden an der Oberfläche, etwa Kratzer oder Verschmutzungen, durch Schleifarbeiten entfernt werden können, führen Schäden im Glas, etwa Blasen, zur Vernichtung des jeweiligen Barrenabschnitts. Mit dem von Florian Oefelein entwickelten Verfahren können solche Fehler nun zuverlässiger erkannt werden. Zum Einsatz kommt eine Kamera, die die während der Produktion durchlaufenden Glasbarren erfasst. Problematisch ist hierbei die Lichtbrechung, sie verzerrt die Positionsangabe des Schadens in der Tiefe. Mit einer Variante der so genannten „Depth from Focus“-Methode wird nun die exakte Tiefenlage ermittelt: sie errechnet sich aus dem Abstand der Kamera zu jener Position im Glas, an der der Schaden scharf erscheint.

Florian Oefelein hat die komplexen Verhältnisse in aufwändigen Simulationsrechnungen untersucht und soweit optimiert, dass bereits Defekte größer als 100 Mikrometer erkannt und vermessen werden können. Das Verfahren wurde in Laborversuchen getestet und schließlich an Testmustern aus der Produktion evaluiert.

„Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung für Florian Oefelein, sie zeigt, dass unser Studienprogramm auch auf europäischer Ebene wahrgenommen wird“, sagt Prof. Dr. Christoph Heckenkamp, Leiter des Masterstudiengangs Optotechnik und Bildverarbeitung an der Hochschule Darmstadt. „Die Masterarbeit von Florian Oefelein ist aber auch ein ausgezeichnetes Beispiel für die Anwendung einer Kombination von optischer Messtechnik und Bildverarbeitung in einer anspruchsvollen Prüfaufgabe im industriellen Umfeld.“

Entstanden ist die Abschlussarbeit von Florian Oefelein bei der Schott AG in Mainz. Das Unternehmen ist strategischer Partner des Studiengangs Optotechnik und Bildverarbeitung der Hochschule Darmstadt. Bestandteil der Kooperation ist neben der Vergabe von Masterarbeiten vor Ort im Unternehmen auch die Entsendung von Lehrbeauftragten an die Hochschule Darmstadt. Florian Oefelein ist inzwischen als Entwicklungsingenieur bei der Vitronic GmbH in Wiesbaden beschäftigt. Das Unternehmen gilt als weltweit führender Spezialist in der Bildverarbeitung für Industrie, Logistik und Verkehrswesen. Wie auch die Schott AG ist die Vitronic GmbH ein strategischer Partner des h_da-Studiengangs Optotechnik und Bildverarbeitung.

Quelle: Hochschule Darmstadt

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