Equal Pay Day 2011: Finanz- und Wirtschaftskrise aus Frauensicht


16. März 2011 - 07:28 | von | Kategorie: Veranstaltung | Artikel drucken
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EuroDie Wirtschafts- und Finanzkrise sowie deren Überwindung sind in aller Munde. Gesucht wurde und wird nach Erklärungen für die Krise, Rettungspakete wurden aufgelegt und Prognosen für die Zukunft angestellt, die je nach Blickwinkel düstere Zeiten oder die Chance zum Wandel voraussagen. Diskutiert wird weitgehend geschlechtsneutral. Tatsache jedoch ist: Frauen und Männer sind von der Krise, deren Folgen und den Rettungspaketen in unterschiedlicher Weise betroffen. Um der Sache auf den Grund zu gehen, haben die Abteilung für Chancengleichheit des Landkreises Darmstadt-Dieburg und das Frauenbüro der Wissenschaftsstadt Darmstadt einen Tag vor dem Equal Pay Day die Referentin Dr. Gabriele Schambach aus Berlin eingeladen.

Die Veranstaltung findet statt am 24. März 2011, um 19:30 Uhr, im Haus der Geschichte (Staatsarchiv), Karolinenplatz 3, Vortragssaal. Begrüßen wird Stadtrat Jochen Partsch, und das Grußwort hält Staatssekretärin Petra Müller-Klepper vom Hessischen Sozialministerium.

Schambach, Politikwissenschaftlerin, Genderberaterin und Verfasserin der Expertise „Gender in der Finanz- und Wirtschaftskrise. Beschäftigungsrelevante Aspekte in den Konjunkturpaketen der Bundesregierung für Frauen und Männer“ (Hans-Böckler-Stiftung, März 2010), analysiert die beschäftigungsrelevanten Aspekte in den Konjunkturpaketen der Bundesregierung für Frauen und Männer. Sie betrachtet die Wirtschafts- und Finanzkrise somit aus der Geschlechterperspektive. Sie lenkt den Blick darauf, wie eine neue Agenda der Wirtschaftspolitik aussehen kann, die durch ökonomische Maßnahmen und Rahmenbedingungen die Rechte von Frauen fördert und die soziale, wirtschaftliche, politische und kulturelle Gleichstellung von Frauen und Männern ermöglicht. In ihrem Vortrag geht sie überdies den Fragen nach: Hätten mehr Frauen in den Aufsichtsräten anderes bewirkt? Hätten es die Lehman-Sisters anders gemacht? Lassen sich weitere Krisen verhindern, denn nach der Finanzkrise kommt bekanntlich die Schuldenkrise? Sind Frauen die Verwalterinnen des Mangels, wenn es zu Verschlechterungen durch den Abbau von staatlichen Leistungen im Sozial- und Bildungsbereich kommt? Das Publikum ist zum Diskutieren eingeladen. 100 Jahre nach dem ersten Internationalen Frauentag mit seiner zentralen Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit ist es an der Zeit, neben dem Wirtschaftsbürger auch die Wirtschaftsbürgerin in den Blick zu nehmen.

Der Equal Pay Day, mittlerweile ein bundesweiter Aktionstag, macht auf den geschlechtsspezifischen Lohnabstand zwischen Männern und Frauen aufmerksam. Das Datum des Equal Pay Day markiert den Zeitraum, den eine Frau über den Jahreswechsel hinaus arbeiten muss, um den Jahresverdienst ihres männlichen Kollegen zu erreichen. Weil in Deutschland der geschlechtsspezifische Lohnabstand zwischen Männern und Frauen nach wie vor 23 Prozent beträgt, findet der Equal Pay Day in diesem Jahr am 25. März 2011 statt. Das Tragen einer roten Tasche entwickelte sich zum Symbol des Protests gegen Entgeltungleichheit: Die roten Taschen stehen für die roten Zahlen in den Portemonnaies der Frauen. Die Innenstadt-Kinos (Citydome Darmstadt) gewähren am gesamten Equal Pay Day für alle Frauen, die entweder eine rote Tasche vorzeigen oder das Codewort „Rote Tasche“ nennen, auf ihre Kinokarte eine Ermäßigung von 23 Prozent. Somit berücksichtigen die Innenstadt-Kinos die im Vergleich zu den Männern weniger gefüllten Portemonnaies der Frauen. Ab dem Equal Pay Day haben die Kinos den Film “We Want Sex” nochmals in ihr Programm aufgenommen.

Informationen unter frauenbuero.darmstadt.de, www.equalpayday.de, www.kinopolis.de.

Quelle: Pressestelle der Wissenschaftsstadt Darmstadt

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