Stadt, Polizei und Feuerwehr raten Veranstaltern von „Vofi-Partys“ zu frühzeitigem Kontakt und Beratungen und zu einem Plan B


14. Februar 2011 - 13:36 | von | Kategorie: Pressemitteilung | Artikel drucken
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„Wir sind sehr froh und erleichtert über den Ausgang der bedrohlichen Situation für die Jugendlichen am Samstagabend (12.02.11) vor der Eissporthalle. Zum Glück sind die jungen Menschen mit dem Schrecken davon gekommen und niemand wurde ernstlich verletzt“, sagt Ordnungsdezernent, Stadtrat Dieter Wenzel. Auf seine Anregungen hin besprachen heute Vormittag (14.02.11) Vertreter des Bürger- und Ordnungsamtes, der Bauaufsicht, Feuerwehr und Polizei in seinem Büro den Vorgang vom Samstagabend.

Die Anwesenden bestätigten, dass es weder baulich und noch über die Organisation der Veranstalter etwas zu beanstanden gibt: Die Party war beim Bürger- und Ordnungsamt ordnungsgemäß angemeldet. Die jungen Menschen hatten für das Fest sogar eine Eventagentur und einen Sicherheitsdienst für die Einlasskontrolle beauftragt. Der Raum vor der Treppe war mit Sicherheitsgittern begrenzt worden. Laut Zähler an der oberen Eingangstür befanden sich zum Zeitpunkt des Gedränges und des Polizeieinsatzes nur 235 Leute in den oberen Räumen, die für 600 Personen zugelassen sind. Die Räume der ehemaligen Diskothek über der Eissporthalle verfügen zudem über genügend Fluchtwege.

Was der Auslöser des Gedränges und der Paniksituation war, das konnte laut Polizei letztendlich nicht geklärt werden. Vielleicht waren die Einlasskontrollen zu langsam und der Staueffekt vor der Treppe daher zu hoch? Näher liegt der Verdacht, dass die Veranstalter einfach überrollt wurden von zu vielen Gästen: 1200 haben Polizei und Feuerwehr gezählt.

„Das Krisenmanagement hat gut funktioniert“, zieht Dieter Wenzel das Resümee. „Unser Ziel und Zweck dieses Treffens ist es, dass sich solch ein Vorfall nicht noch einmal wiederholt.“

Viele Abiturjahrgänge organisieren in letzter Zeit immer häufiger so genannte Vorfinanzierungs-Partys, um sich damit eine Abiturfeier zu ermöglichen. Zu diesen Partys wird immer häufiger auch über soziale Netzwerke wie facebook geworben und eingeladen. Dies kann dazu führen, dass unkontrolliert viele junge Menschen innerhalb kürzester Zeit eine Party aufsuchen. „Den meist jungen Veranstaltern können wir nur dringend raten, sich vorab beim Ordnungsamt und der örtlichen Polizeidienststelle beraten zu lassen. Auch dann noch, wenn sich das Gaststättenrecht im Laufe des Jahres ändert und solche Genehmigungen in Hessen gar nicht mehr nötig sind. Wir appellieren an die Veranstalter, immer einen Plan B in der Tasche zu haben. Was ist, wenn viel mehr Leute kommen, als gedacht? Wie können wir eine größere Menschenmenge ansprechen, wenn die Lage außer Kontrolle gerät – vielleicht mit einem Megaphon oder über Lautsprecher? Was machen wir, wenn es zu einer Schlägerei kommt? Können wir einen externen Sicherheitsdienst bereithalten?“, so Ordnungsdezernent Dieter Wenzel.

Die Verantwortung der jugendlichen Veranstalter ist hoch. Um dies den jungen Menschen noch bewusster zu machen, setzt Dieter Wenzel auch auf die Schulen. Er will die Vofi-Parties auf der Tagesordnung der nächsten Schulleitersitzung haben, um auch dort ein Bewusstsein für die möglichen Gefährdungen zu schaffen. „Wir müssen das zum Thema machen und an einem Strang ziehen, damit nicht aus Leichtsinnigkeit doch noch irgendwann etwas Schlimmes resultiert. Denn das Thema bleibt aktuell: Die nächste Abifete in den Räumlichkeiten über der Eissporthalle ist schon angekündigt. Für Ende März“.

Quelle: Pressestelle der Wissenschaftsstadt Darmstadt

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