Aktion Ich-kauf-per-Rad endet mit zwei Gewinnern


21. August 2010 - 12:35 | von | Kategorie: Umwelt, Verkehr | Artikel drucken
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RadtourNach gut zwei Monaten endete im Rahmen der Umweltbörse am Samstag (21. August 2010) die gemeinsam von ADFC, BUND, GRÜNEN und IVDA initiierte Kampagne „Ich-kauf-per-Rad“ mit der Auszeichnung der fahrradfreundlichsten Geschäfte Darmstadts. Mit der Resonanz sind die Organisatoren zufrieden, die wesentlichen Ziele seien erreicht.

Das fahrradfreundlichste Geschäft Darmstadts gibt es gleich im Doppelpack. Die Alnatura-Filiale in der Grafenstraße und Kirche & Co. in der mittleren Rheinstraße teilen sich die Auszeichnung, die den diesjährigen Abschluss der gemeinsamen Kampagne „Ich-kauf-per-Rad“ von ADFC, BUND, GRÜNEN und IVDA markiert. „Beiden Geschäften ist die Fahrradfreundlichkeit ein echtes Anliegen und das ist auch für die Kundinnen und Kunden erlebbar. Sie sind damit Vorreiter die zeigen, wie man Radfahrer ernst nimmt.“ freuen sich Thomas Grän (ADFC), Georg Mehlhart (BUND), Felix Weidner (GRÜNE) und Stefan Opitz (IVDA).

Grundlage für die Entscheidung waren die Bewertungen von über 150 Geschäften, die die Teilnehmer an Ich-kauf-per-Rad auf der Internetseite zur Aktion in den vergangenen zwei Monaten abgegeben hatten. Aus den am besten bewerteten Geschäften fällte eine Jury nun die Entscheidung über die Gewinner. „Die Möglichkeit das Fahrrad sicher und nah am Geschäft zu parken ist die absolute Mindestanforderung und hat bei der Auswahl eine entscheidende Rolle gespielt.“ erläutert Weidner: „Auch Aspekte wie die Möglichkeit einen Fahrradanhänger sicher zu parken, Gepäck aufzubewahren oder geliefert zu bekommen und weitere Serviceleistungen für Radfahrer wurden in die Beurteilung aufgenommen.“

„Schon allein aufgrund der mangelhaften Abstellsituation haben sich viele Geschäfte bereits sehr früh aus dem Rennen verabschiedet. Ergänzende Angebote für radfahrende Kundinnen und Kunden darüber hinaus gibt es kaum.“, fasst Grän die Ergebnisse der Aktion zusammen: „Prima Angebote wie ein Lieferservice per Fahrradkurier, den verschiedene Apotheken anbieten, oder ein ‚Drive-In-Fenster’ für Fahrradfahrer bei einer Bäckerei in der Grafenstraße sind die absolute Ausnahme und/oder ihre Existenz wird nicht und nur sehr zurückhaltend kommuniziert.“

Besonders schlecht bewertet wurden in Bezug auf Abstellmöglichkeiten die meisten Supermarktfilialen. „Hier zeigt Alnatura eindrucksvoll, wie man sich auch als Einzelhandelskette vorbildlich um radfahrende Kundschaft kümmert.“ lobt Opitz: „An beiden Filialen in Darmstadt hat Alnatura auch ohne eigene Flächen dafür gesorgt, dass gute Abstellmöglichkeiten geschaffen wurden – auf eigene Kosten und mit Genehmigung der Stadt im öffentlichen Straßenraum.“ Hierfür sei teilweise auf ein bis zwei Autostellplätze vor dem Geschäft verzichtet worden. „Wenn die anderen Supermärkte sich hiervon eine Scheibe abschneiden würden, wäre schon viel gewonnen.“ bilanziert Opitz.

Auch bei Kirche & Co. waren die Abstellmöglichkeiten ausschlaggebend für die Entscheidung. „Hier wurde schon beim Bau des Gebäudes viel Wert auf die Berücksichtigung ausreichender Fahrradabstellplätze gelegt. Direkt vor der Tür gibt es zudem ausreichend Platz, sein Fahrrad auch mit auch Anhänger kurzzeitig sogar überdacht und in Sichtweite abzustellen.“ erläutert Mehlhart.

Auch bei den beiden fahrradfreundlichsten Geschäften gebe es aber noch Verbesserungspotenzial, sind sich die Organisatoren einig. „Bei der ausgezeichneten Alnatura-Filiale fehlt insbesondere ein Lieferservice und dass es für Autofahrer eine Parkkostenerstattung aber für alle anderen Kunden kein vergleichbares Angebot gibt, ist nicht nachvollziehbar und wurde bei den Bewertungen mehrfach kritisiert. Denn letztendlich finanzieren die anderen Kunden den Autofahrern dabei ihr Parkticket.“ erklärt Weidner. „Aber wir haben die Hoffnung, dass die Auszeichnung auch ein Ansporn für die Gewinner wie für alle anderen Geschäfte ist, in dieser Richtung weiter zu arbeiten. Zumal wir die Auszeichnung des fahrradfreundlichsten Geschäftes Darmstadts in Zukunft jährlich vergeben wollen.“ kündigt Weidner an.

Quelle: Felix Weidner (GRÜNE)

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