Rentnerin lag zwei Tage auf Kellertreppe in Gitterstäben gefangen


12. August 2010 - 18:19 | von | Kategorie: Polizei | Artikel drucken
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Ober-Ramstadt – In einer aufwendigen Rettungsaktion haben am späten Mittwochabend (11.08.10) in Ober-Ramstadt Polizei, Notarzt und Feuerwehr eine 78 Jahre alte Frau aus einer mehr als misslichen Lage befreit, möglicherweise sogar ihr Leben gerettet. Ihr Nachbar hatte gegen 22.10 Uhr die örtliche Polizeistation alarmiert, weil er die Rentnerin seit zwei Tagen nicht mehr gesehen hatte, die Rollläden verschlossen waren und die Frau einen Arzttermin nicht wahrgenommen hatte. Wie entscheidend der lebensrettende Hinweis war, sollte sich nur kurze Zeit später herausstellen. Die Achtundsiebzigjährige war auf einer Kellertreppe so unglücklich gestürzt, dass ihr linkes Bein gebrochen und sich zwischen zwei Gitterstäben eingeklemmt hatte. Die Verletzte konnte sich nicht selbst befreien und lag offenbar zwei Tage in ihrem eigenen Haus gefangen. Dabei erlitt sie eine starke Unterkühlung, war allerdings ansprechbar und wurde nach erster notärztlicher Versorgung in ein Darmstädter Krankenhaus gebracht.

Die Bergung der Verletzten stellte Einsatz- und Rettungskräfte vor eine nicht alltägliche Herausforderung, weil die Frau ihr Haus beachtlich gesichert hatte. Die Polizeistreife, die unmittelbar nach dem Alarmruf vor Ort war, konnte Kontakt mit der Frau aufnehmen, aber nicht problemlos in das Haus kommen. Die schwere Eingangtür war mit einem massiven Querriegel gesichert. Ein Versuch, durch eine Kellertür in das Gebäude zu kommen, scheiterte ebenfalls, da auch an dieser Stelle massive Sicherungen ein gewaltsames Eindringen verhinderte. Die einzige Möglichkeit bestand, über ein Fenster der Dachgaube in das Haus zu kommen. Allerdings musste zuerst Sicherheitsglas überwunden werden. Über das Dachgeschoss drangen die Rettungskräfte bis zur Kellertreppe vor. Dabei mussten ebenfalls mehrere verschlossene Wohnungstüren aufgebrochen und die Gitterstäbe, zwischen denen das Bein eingeklemmt war, durchtrennt werden. Die Bergung der Frau konnte nur durch den Keller erfolgen, wobei aber auch eine Tür mit zusätzlichen Riegeln und Vorhängeschlössern aufgebrochen werden musste. Mitarbeiter einer Schreinerei hatten noch in der Nacht die Sicherung des Hauses übernommen. Quelle: Polizeipräsidium Südhessen

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