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Diamonds: Niederlage in Franken trotz tollem Comeback

Die Diamonds-Offensive um Quarterback Ryan AlexanderDie Darmstadt Diamonds unterlagen am Samstag (6. Juni 2009) bei den Franken Knights (Spitzenreiter in der 2. Bundesliga Süd) mit 13:35 (0:14, 0:7, 7:0, 6:14). Nach einer völlig verschlafenen ersten Halbzeit arbeiteten sich die Diamonds in der zweiten Hälfte bis zur Zwei-Minuten-Warnung auf 13:21 heran, bevor die tolle Aufholjagd durch zwei Fehler beendet wurde.

Von Anfang an setzte die Angriffsformation der Franken Knights auf ihre bekannte Stärke: Das Pass-Spiel von US-Quarterback Joshua Kittell. Schnell arbeiteten sich die Gastgeber durch Zuspiele auf Kittells Landsmann Kasey Morgan und Oliver Rohn bis kurz vor die Endzone vor, von wo aus der Spielmacher selbst zur 7:0 Führung lief. Auch die zweite Angriffsserie der Franken endete erfolgreich. Diesmal fing Oliver Rohn einen 37-Meter-Pass zum 14:0.

Die Offensive der Diamonds antwortete mit Läufen von Peter Koch und Sebastian Reeg sowie einem Pass auf Alexander Firsching bis zur 9- Meter-Linie der Franken. Dort wurde Quarterback Ryan Alexander allerdings von US-Verteidiger Eric Smith hart gesackt, so dass er das Leder verlor. Aus diesem Ballverlust konnten die Gastgeber Kapital schlagen. Durch Läufe und Pässe von Kittell überquerten die Knights das Feld und erzielten durch Chris Welker das 21:0. Die letzten Angriffsbemühungen der Diamonds in der ersten Halbzeit schlugen fehl, und man ging mit dem deutlichen Rückstand in die Kabine.

Nach der desolaten Leistung ihres Teams hatten die Diamonds-Coaches Simon Daum und Alexander Marquardt in der Pause offensichtlich die richtigen Worte gefunden, denn in der zweiten Hälfte zeigte sich eine andere Darmstädter Mannschaft.

Die Gäste begannen nun mit zwei langen Läufen des gut aufgelegten Runningbacks Andreas Baumann und mit einem erfolgreichen Pass auf Firsching. Doch aus dem Anschluss-Touchdown wurde nichts, denn ein abgefälschter Pass von Ryan Alexander (eigentlich für Marc Fauquembergue gedacht) landete in den Händen eines Knights-Spielers. Deren Angriff wurde schnell gestoppt, doch durch einen Diamonds-Fumble beim Punt-Return blieben die Gastgeber in Ballbesitz. Mehr als ein vergebenes 35-Meter-Fieldgoal sprang jedoch nicht heraus.

In der nächsten Angriffsserie kam es noch schlimmer für die Franken: Der amerikanische Leistungsträger Kasey Morgan leistete sich eine wiederholte Strafe wegen Unsportlichkeit und wurde vom Platz gestellt. Er wird für ein bis drei Spiele gesperrt sein und wird so den Knights beim Spiel gegen die ungeschlagenen Wiesbaden Phantoms fehlen.

Direkt im Anschluss gelang der Diamonds-Defensive etwas, das noch keine Abwehr dieses Jahr geschafft hat: Sie fing durch Andreas Baumann (etatmäßiger Runningback) einen Pass von Franken-Spielmacher Joshua Kittell ab.

Nun hatten die Diamonds gegen Ende des dritten Spielviertels endgültig Oberwasser. Die Defensive ließ in der restlichen Begegnung kein einziges First-Down mehr zu, und in der Offensive lief es nun rund. Läufe von Baumann und Reeg waren erfolgreich, Pässe von Alexander auf Fauquembergue und Stephan Pohl fanden ihr Ziel. Am Ende war es ein Zuspiel auf Marc Fauquembergue, das für den Anschluss-Touchdown sorgte. Nach dem Extrapunkt von Christian Althoff stand es 21:7.

Im Schlussviertel das gleiche Bild. Die Knights mussten schnell punten, die Diamonds überquerten das Spielfeld nun scheinbar mühelos. Andreas Baumann erzielte mit einem sehenswerten 53-Meter-Lauf den nächsten Touchdown für die Gaste und verkürzte auf 21:13.

Nachdem die Franken erneut ohne First-Down punten mussten, kamen die Darmstädter mit weniger als zwei Minuten auf der Uhr wieder direkt vor der eigenen Endzone in Ballbesitz. Ein Touchdown zum möglichen Ausgleich lag in der Luft, doch die Hoffnung endete schnell. Der Snap beim ersten Spielzug segelte über den Quarterback hinweg, und im Getümmel konnte sich Knights-Spieler Markus Schwarz den Ball in der Endzone zum Touchdown sichern. 28:13 für die Gastgeber — die Vorentscheidung.

Trotzdem wollten die Diamonds punkten. Nun lief das Passspiel wie geschmiert; Zuspiele auf Pohl, Fauquembergue, Sieber, Baumann und Firsching fanden allesamt ihr Ziel. Sekunden vor dem Schlusspfiff und wenige Meter vor der Endzone aber landete der letzte Pass des Tages in den Händen von Franken-Spieler Freddy Mechler, der den Ball übers ganze Spielfeld zum 35:13 zurücktrug. Ein Endstand, der sicher einen Touchdown zu hoch ausgefallen ist.

„Die erste Halbzeit war eine Katastrophe, aber in der zweiten Hälfte habt ihr einen super Job gemacht!” resümierte Cheftrainer Daum die Partie gegenüber seinem Team. Am kommenden Samstag haben die Diamonds nach drei Begegnungen auf fremden Platz wieder ein Heimspiel. Ab 15 Uhr erwartet man im Bürgerpark-Nord die Stuttgart Silver Arrows. Vorher (ab 12 Uhr) trifft im gleichen Stadion die Diamonds-Jugend im Spitzenspiel der Jugend-Leistungsliga Hessen auf die Marburg Mercenaries.

Quelle & Bild: Darmstadt Diamonds