Wissenschaftsstadt Darmstadt startet Sanierung des Ausstellungsgebäudes auf der Mathildenhöhe


7. Juni 2017 - 07:20 | von | Kategorie: Kultur | Artikel drucken
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Ausstellungshalle MathildenhöheDas Bauschild steht, der Bauzaun auch, es kann losgehen: Gemeinsam mit Kulturreferent Ludger Hünnekens, dem Direktor des Instituts Mathildenhöhe, Philipp Gutbrod und dem betreuenden Architekten, Till Schneider vom Frankfurter Büro Schneider-Schumacher, hat Oberbürgermeister und Kulturdezernent Jochen Partsch am Dienstag (06.06.17) den Startschuss zur Sanierung der Ausstellungsgebäude auf der Mathildenhöhe gegeben. Ab sofort werden sämtliche Rohbauarbeiten, der Innenausbau, die Neuverputzung, der neue Zwischenbau, ein neues Glasdach über Halle 4 und das neue Café in Angriff genommen. Darüber hinaus gibt es eine vollständige Schadstoffsanierung, auch des alten Holzfußbodens. Zuvor war bereits die Demontage der technischen Infrastruktur abgeschlossen worden. Die Fertigstellung des neuen Gebäudes, bei Kosten von 17,1 Millionen Euro, ist für das Frühjahr 2019 terminiert. Ursprünglich war der Beginn der Sanierungsarbeiten bereits für Mitte 2015 vorgesehen, musste jedoch versetzt werden, da durch neue technische Anforderungen und Neuplanungen von Gebäudeabschnitten, die noch 2014 nicht auf der Agenda waren, eine Korrektur der Planungsphase im Schulterschluss mit dem Advisory Board notwendig wurde.

„Die Sanierung des Ausstellungsgebäudes auf der Mathildenhöhe ist eines der wichtigsten Bau- und Infrastrukturprojekte in unserer Stadt. Auf dem Weg dieses für die Bau- und Kunstgeschichte in Deutschland einmaligen Ensembles zum Weltkulturerbe hat sich erwiesen, dass eine Überarbeitung ihres Herzstücks nach neuesten bautechnischen Standards sinnvoll und notwendig ist. Die Planungen dazu starteten bereits 2014, sind jedoch in diesem Umfeld aufgrund denkmalschutzrechtlicher und sonstiger Auflagen ungleich komplexer als gewöhnliche Bauvorhaben. Dies ist auch der Grund, warum wir uns dafür entschieden haben die ursprünglichen Planungen noch einmal zu überarbeiten und gemäß unserer Leitlinie Gründlichkeit vor Schnelligkeit walten zu lassen. Herausgekommen ist eine Reihe von deutlichen Verbesserungen in materieller und ästhetischer Hinsicht, die wir in enger Abstimmung mit dem Advisory Board vorgenommen haben. Umso mehr freut es mich, dass wir nach der langen Planungsphase nun in die heiße Bauphase einsteigen können“, erläutert Oberbürgermeister und Kulturdezernent Jochen Partsch den gemeinsamen Prozess.

Im Laufe der Baumaßnahmen werden auch die Ostfenster der Halle wieder eingebaut. Dabei gibt es allerdings keine Rekonstruktion der ursprünglichen Fenster, sondern eine zurückhaltende, moderne Lösung, gewissermaßen als Zeitschicht 2017/18, die an die Stelle der ursprünglichen Fensterposition tritt. Auch das alte Café auf der Empore des Haupteingangs wird wegen fehlender Barrierefreiheit zurückgebaut. Dafür wird ein neues, größeres Café mit Restaurantanspruch auf Erdgeschossebene auf der Westseite, also unterhalb des Haupteingangs aber mit einem barrierefreien Zugang, errichtet, der zudem unabhängig vom Ausstellungsbetrieb ist und einen Außenbereich oberhalb des Platanenhains ermöglicht.

„Das Leitmotiv der Gesamtsanierung bleibt der größtmögliche Respekt vor der Ablesbarkeit der chronologischen Veränderungen, also der ‚Schichtenfolge‘ des Gebäudes“, sagt Oberbürgermeister Jochen Partsch. „Hierzu zählen auch die tiefgreifenden Eingriffe in den siebziger Jahren, ohne diese überbewerten zu wollen. Ziel ist es, ohne weitere Verrätselungen ein Gesamterscheinungsbild zu erreichen, das der besonderen, welterbewürdigen Form zum einen und den Anforderungen an ein modernes Ausstellungsgebäude zum anderen gereicht.“

Quelle: Pressestelle der Wissenschaftsstadt Darmstadt

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