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Wärme und Kälte – Grundsteinlegung für die Erweiterung der Energiezentrale Campus Lichtwiese


14. Mai 2017 - 08:18 | von | Kategorie: Pressemitteilung | Artikel drucken
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Die Energiezentrale auf dem Campus Lichtwiese der TU Darmstadt wird um einen Neubau erweitert: Das Gebäude wird eine komplexe Kälteversorgungsanlage sowie ein hocheffizientes Blockheizkraftwerk aufnehmen. Am Freitag (12. Mai  2017) wurde feierlich der Grundstein gelegt.

Die TU Darmstadt wird seit dem vorigen Jahr im Rahmen eines langfristigen Contracting-Vertrags mit der Projektgesellschaft ENTEGA STEAG Wärme GmbH mit Wärme, Kälte und Strom versorgt. Wichtige Bestandteile des Vertrags sind der Ausbau der Energienetze der TU Darmstadt, die Modernisierung des bestehenden Heizkraftwerks und die Errichtung eines neuen Technik-Gebäudes in unmittelbarer Nachbarschaft auf dem Campus Lichtwiese. Am Freitag, 12. Mai, legten die Vertragspartner feierlich den Grundstein für den Neubau.

Das neue Gebäude mit einer Grundfläche von rund 600 Quadratmetern und elf Metern Höhe wird bis 2018 mit zwei „Herzstücken“ ausgerüstet: einem Blockheizkraftwerk mit einer elektrischen Leistung von etwa drei Megawatt sowie einer modernen Kälteanlage. Zur Kälteerzeugung wird zunächst eine Absorptionskältemaschine (Kälteleistung: ein Megawatt) eingebaut, die es ermöglicht, aus der im Blockheizkraftwerk entstehenden Wärmeenergie auf besonders umweltschonende Weise Kälte zu erzeugen. Diese wird zukünftig in das rund drei Kilometer lange Ringleitungs-Netz eingespeist, das derzeit auf dem Campus Lichtwiese gebaut wird, und wird zum Beispiel den Lichtenberg-Hochleistungsrechner und die technische Laborinfrastruktur im Fachbereich Chemie kühlen. In einem späteren, auf die künftige Entwicklung des Campus Lichtwiese abgestimmten Schritt ist vorgesehen, eine weitere Absorptionskältemaschine mit zwei Megawatt Leistung zu installieren.

Die für die Finanzierung, den Ausbau und den Betrieb der gesamten Anlagen der Energiezentrale eigens gegründete Gesellschaft ENTEGA STEAG Wärme GmbH mit Sitz in Darmstadt investiert in diesem und im nächsten Jahr rund 14 Millionen Euro in die Wärme- und Kälteinfrastruktur. Das gesamte Investitionsvolumen beträgt 17 Millionen Euro.

„Das Bauprojekt ist ein weiterer Meilenstein zum ökologisch und wirtschaftlich verantwortungsvollen Ausbau der Infrastruktur der Universität“, sagte TU-Präsident Professor Hans Jürgen Prömel. „Die Energiezentrale trägt wesentlich zur langfristigen Sicherung der zukunftsfähigen und entwicklungsfähigen Energieversorgung der TU Darmstadt und zahlreicher Liegenschaften im Stadtgebiet bei.“ Prömel fügte hinzu, die Universität unterstütze so konkret die Klimaschutzziele des Landes („CO2-neutrale Landesverwaltung“). Schließlich werde die Energiezentrale als „Forschungsobjekt hervorragend in das vom Bund finanziell geförderte interdisziplinäre Projekt ,Energieeffizienter Campus Lichtwiese‘ eingebunden“.

Mit der Erweiterung der Energiezentrale geht auch die Verbindung des Fernwärmnetzes der TU Darmstadt mit dem Fernwärmenetz Darmstadt Nord einher. Über diese Verbindungsleitung werden künftig jährlich rund 30.000 MWh an Wärme aus dem Müllheizkraftwerk in das TU-Netz eingespeist. So kann die TU Darmstadt den Anteil an aus Kraft-Wärme-Kopplung erzeugter Wärme deutlich erhöhen.

„Dieses Projekt ist von großer ökologischer und strategischer Bedeutung“, betonte Dr. Marie-Luise Wolff-Hertwig, Vorsitzende des Vorstandes der ENTEGA AG. „Durch die Anbindung des TU-Wärmenetzes an das Wärmenetz der ENTEGA bringen wir die besonders energieeffiziente Wärmeversorgung in Darmstadt einen entscheidenden Schritt voran. So werden beispielsweise im Zuge des Ausbaus auch das Klinikum Darmstadt und die Schulinsel an das Wärmenetz angeschlossen.“

Thomas Billotet, Mitglied der Geschäftsführung der STEAG New Energies GmbH, sagte während der Grundsteinlegung: „Die Anlage ist maßgeschneidert auf den Strom-, Wärme und Kältebedarf der TU Darmstadt. Wir sehen an diesem Partnerprojekt mit der ENTEGA beispielhaft, dass unsere Kunden mit komplexen Herausforderungen auf die technische Kompetenz und Erfahrung der STEAG New Energies setzen, damit klare wirtschaftliche Vorteile erzielen und zugleich aktiv CO2-Emissionen einsparen. Auf diese Weise tragen unsere Kunden gemeinsam mit uns zum Gelingen der Energiewende und zum Klimaschutz in Deutschland bei.“

Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch führte aus: „Die Erweiterung der Energiezentrale auf dem Campus Lichtwiese ist ein weiterer wichtiger Baustein auf dem Weg hin zu einer emissionsarmen, dezentralen und klimaneutralen Energieversorgung in unserer Stadt. Hier gehen Energieeffizienz, Klimaschutz, Kostenreduktion und der unmittelbare Nutzen für die Darmstädter Bürgerinnen und Bürger Hand in Hand. Ein tolles Projekt, das zeigt, wie Synergieeffekte durch die enge Zusammenarbeit zentraler Akteure in unserer Stadt erzielt werden können.“

Hintergrund:
Versorgung über das TU-Fernwärmenetz mit Strom und Wärme: Standorte Stadtmitte, Lichtwiese, Botanischer Garten und Hochschulstadion der TU Darmstadt, städtische Liegenschaften Jugendstilbad, Justus-Liebig-Haus, Altes Pädagog, Alice-Eleonoren-Schule, Ludwig-Georg-Gymnasium, Kongresszentrum darmstadtium, Georg-Büchner-Schule sowie private Immobilien, Landesliegenschaften Justizzentrum (Landgericht, Oberlandesgericht, Amtsgericht), Regierungspräsidium Darmstadt, Hessisches Landesmuseum, Hessisches Staatsarchiv und Finanzamt Darmstadt.

Energiedaten für die Universität (30.000 Personen): In den rund 160 Gebäuden wurden 2016 etwa 56.000 MWh Strom, 60.000 MWh Wärme und 5.000 MWh Kälte verbraucht.

Nach Abschluss der gesamten Baumaßnahmen (Neubau und Modernisierungen) wird eine Reduzierung der CO2-Emissionen von ca. 9.600 Tonnen pro Jahr erzielt.

Quelle: TU Darmstadt

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