Radverkehr: Gesamtstrategie der Wissenschaftsstadt Darmstadt bündelt Vielzahl einzelner Maßnahmen


19. November 2016 - 06:35 | von | Kategorie: Verkehr | Artikel drucken
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FahrräderDie Wissenschaftsstadt Darmstadt ist einem ambitionierten Klimaschutzkonzept verpflichtet. Um dessen Ziele zu erreichen, setzt sie im Bereich Mobilität auf die Stärkung des Öffentlichen Personennahverkehrs, ganz wesentlich aber auch auf die Förderung des Radverkehrs.

„Der Radverkehr hat in der Wissenschaftsstadt Darmstadt enorme Bedeutung“, sagt Oberbürgermeister Jochen Partsch. „Er hilft zum einen, den Anteil des Autoverkehrs in Darmstadt und damit Lärm und Luftschadstoffe zu reduzieren. Zum anderen ist der Radverkehr selbst eine gesunde Fortbewegungsart, die jeder einzelnen Bürgerin und jedem Bürger unmittelbar zugutekommt – wir haben hier also einen doppelten Nutzen.“

In den vergangenen fünf Jahren sind in Darmstadt eine Vielzahl von Maßnahmen zum Neubau, Ausbau und zur Ertüchtigung von Radwegen vorgenommen worden. „Diese Maßnahmen verbessern nicht nur jeweils die Situation vor Ort“, betont Oberbürgermeister Jochen Partsch, „sie sind vielmehr Teil einer Gesamtstrategie, die unsere Stadt schon seit dem Koalitionsvertrag von Grünen und CDU 2011 verfolgt. Zum einen arbeitet die Wissenschaftsstadt daran, das Radwegenetz zu vervollständigen und in einen besseren Zustand zu versetzen. Zum anderen gibt es viele weitere Bemühungen, Menschen das Umsteigen auf das Fahrrad leichter und sympathischer zu machen. Ich erinnere hier zum Beispiel an die stetig wachsende Zahl von Leihfahrrädern und Fahrradstationen, die in Zusammenarbeit von Call-a-bike, HEAG mobilo, den ASten und der Wissenschaftsstadt zur Verfügung gestellt werden – dies ist ein Angebot, das, wie jeder im Stadtbild sehen kann, sehr gut angenommen wird.“

Diese Gesamtstrategie zielt also darauf, die Akzeptanz und die Nutzung des Verkehrsmittels Fahrrad zu fördern und eine ständige Erhöhung des Radverkehrsanteils am allgemeinen Verkehr zu erreichen. Sie umfasst Maßnahmen zur Integration des Radverkehrs, zur baulichen Verbesserung im Straßennetz und zur Förderung der Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern. Aus der Vielzahl der bisher umgesetzten baulichen Maßnahmen seien drei hervorgehoben:

– 2013 wurde in der Bleichstraße zwischen Grafenstraße und Steubenplatz ein Rad- und Schutzstreifen abgetrennt und entsprechend markiert – erstmals haben Radfahrer in dieser vielgenutzten Ost-West-Verbindung der Innenstadt so die Möglichkeit, schnell und sicher voranzukommen. – 2015 wurde in der Eschollbrücker Straße vom Haardtring bis nahe zum Groß-Gerauer Weg der Radweg in Richtung Innenstadt erneuert; damit ist nicht nur die Situation im Westen Bessungens und im Umfeld eines großen Einkaufszentrum verbessert worden, diese Ertüchtigung dient auch der wichtigen Verbindung von der Heimstätte zur Innenstadt. – 2016 hat Darmstadt mit der Pankratiusstraße eine zweite Fahrradstraße in Betrieb genommen, die ebenfalls Teil einer zentralen Radverkehrsachse ist: von der Innenstadt ins Martinsviertel, zum Bürgerpark mit seinen Schulen und Sporteinrichtungen und darüber hinaus in Richtung Arheilgen. Dazu zählt auch die nun sicherere Querung großer Kreuzungen.

„Mir ist es wichtig hervorzuheben, dass nicht in jedem Fall der gesonderte und baulich vom übrigen Verkehr abgetrennte Radweg das richtige und beste Angebot für Radfahrer ist“, sagt Oberbürgermeister Jochen Partsch. „Zum einen sieht die Straßenverkehrsordnung zum Beispiel solche klassischen Radwege in Tempo-30-Zonen gar nicht vor, und auch die Einrichtung von Tempo-30-Zonen gehört zu unseren Zielen, um Verkehr zu entschleunigen und Lärm zu mindern. Zum anderen gibt es Fahrradfahrer, die solchen Radwegen eher ablehnend gegenüberstehen und lieber als gleichberechtigte Teilnehmer des gesamten Verkehrs gesehen und wahrgenommen werden wollen.“

In solchen Fällen müssen entsprechende Schutzbereiche, zum Beispiel abgetrennte Schutzstreifen, geschaffen werden. In Bereichen mit besonderem Gefährdungspotential, etwa an Knotenpunkten, muss der Radverkehr vorrangig und sicher in den Verkehrsfluss eingegliedert werden.

Die steigende Bedeutung des Radverkehrs bildet sich auch im städtischen Haushalt ab. Waren im Jahre 2012 noch gut 100 000 Euro die für Fahrradabstellanlagen, Reparaturen und Neubauten speziell für Radwege bereitgestellt worden, so waren es 2016 schon 600 000 Euro, und 2017 wird diese Zahl weiter ansteigen. In diesen Zahlen nicht enthalten sind die Maßnahmen, die bei Straßensanierungen und den großen Ausbaumaßnahmen wie in der Bismarckstraße erledigt werden. Hier kann der Anteil der Baukosten für die Radwege bis zu 20 Prozent erreichen, was bei Bausummen von mehreren Millionen Euro einen erheblichen Betrag darstellt. Neben Neubau, Ausbau und Sanierung im Radwegenetz gibt es viele weitere Maßnahmen, um den Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehr zu erhöhen. Hier setzt die Stadt bereits bei den ganz jungen Verkehrsteilnehmern an und hat einen speziellen Fahrradstadtplan, den „Schüler-Radroutenplaner“, herausgegeben. Um mehr Schülerinnen und Schüler zum Radfahren zu animieren, werden zudem in Abstimmung mit den Schulleitungen Fahrradabstellanlagen im Umfeld von Schulen vorrangig aufgestellt.

„Wichtig ist uns auch hier die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, der Austausch von Ideen und Wünschen, von Anregungen und Kritik“, sagt Oberbürgermeister Jochen Partsch. Darmstadt beteiligt sich daher an den öffentlichen Diskussionen, stellt Kommunikationsplattformen im Internet zur Verfügung und veröffentlicht Informationen, etwa auf der Internetseite der Wissenschaftsstadt und des Straßenverkehrs- und Tiefbauamtes. Der besseren Kommunikation zwischen Stadt und Verkehrsteilnehmern dient auch die Weiterentwicklung des Runden Tisches „Radverkehr“ zum Runden Tisch „Nahmobilität“.

In den kommenden Jahren werden die Anstrengungen der Wissenschaftsstadt Darmstadt auf all diesen Themenfeldern verstärkt. Auch hier seien stellvertretend nur einige Projekte genannt. Geplant oder in Arbeit sind Neumarkierungen in der Gräfenhäuser Straße, die Ausweisung der Heinrich-Fuhr-Straße als Fahrradstraße mit einer besseren Führung am Breslauer Platz, eine Neuordnung in der Otto-Röhm-Straße, eine verbesserte Querung der Teichhausstraße, die Neugestaltung der Frankfurter Straße bei Merck, und – was fernere Projekte betrifft – zum Beispiel der Fahrrad-Schnellweg von Darmstadt nach Frankfurt.

„Damit zeigen wir, dass die Wissenschaftsstadt Darmstadt ihre eigenen Ziele zum Klimaschutz wie die zu einer modernen Form urbaner Mobilität ebenso ernstnimmt wie die Anliegen der radfahrenden Bürger und Bürgerinnen – in der Erwartung, dass ihre Zahl stetig zunimmt“, erklärt Oberbürgermeister Jochen Partsch.

Quelle: Pressestelle der Wissenschaftsstadt Darmstadt

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