„Human Upgrade“ Susanna Hertrich & Hannes Wiedemann in der Galerie der Schader-Stiftung

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Hertrich Jacobsons Fabulous OlfactometerBis 5. März 2017 zeigen die Schader-Stiftung und das Hessische Landesmuseum Darmstadt die Ausstellung, der 30-sekündige Trailer ermöglicht einen kurzen Eindruck: liup.de/NZPGF.

Die direkte körperliche Verbindung von Mensch und Technik, welche die Phantasie des Menschen seit Jahrhunderten anregt, hat sich im 21. Jahrhundert real konkretisiert. Nicht nur die Ergänzung durch prothesenhafte Gebilde wurde verfeinert, sondern technische Apparaturen sind ein interner Teil des Körpers geworden. Neue Definitionen des Menschen wie Cyborgs und Androide bestimmen die aktuelle Diskussion. Transhumanismus und „Human Enhancement“ sind die theoretischen Hintergründe. Die Verschmelzung des menschlichen Körpers mit Technik wirft Fragen ethischer sowie politischer und soziologischer Natur auf, rührt doch der Mensch damit an sein Selbstverständnis als autonomes Wesen.

Die Berliner Künstlerin Susanna Hertrich (geb. 1973) untersucht die Möglichkeiten der Prothetik zur Erweiterung der sinnlichen Wahrnehmung. Im Zusammenspiel mit neurologischen und biologischen Erkenntnissen entwickelt sie mit dem Körper verbundene Apparaturen. Sie sollen das Empfinden von Umwelteinflüssen physischer, ökologischer und politischer Art ermöglichen. Zeichnungen, Modelle, Videos und realisierte Technik machen diese Experimente erfahrbar.

Der Berliner Fotograf Hannes Wiedemann (geb. 1991) dokumentiert in seinen Fotografien die Cyborg- und Biohacker-Szene in den USA. Die Implantierung technischer Objekte im Körper gehört zum Lifestyle bestimmter sozialer Gruppen wie den so genannten „Grinders“. Sie experimentieren mit Magnet-, Leucht- und Speicherimplantaten. Wiedemann fotografiert diese Menschen in ihren provisorischen Labs und bei ihren Operationen und erfasst eine Entwicklung, die eher im Untergrund als in wissenschaftlichen Projekten stattfindet.

Die Schader-Stiftung und das Hessische Landesmuseum Darmstadt zeigen seit 2007 gemeinsam konzipierte Ausstellungen. Die auf eine Verbindung von Gesellschaftswissenschaften und Praxis zielenden Forschungsfelder der Schader-Stiftung stehen im Dialog mit der Kunst der Gegenwart.

Quelle & Bild: Hessisches Landesmuseum Darmstadt


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