Wissenschaftsstadt Darmstadt begrüßt Lärmobergrenzenmodell des Landes Hessen für den Frankfurter Flughafen


3. Oktober 2016 - 10:23 | von | Kategorie: Umwelt | Artikel drucken
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FlugzeugAls Schritt in die richtige Richtung begrüßt die für Fluglärm zuständige Stadträtin Barbara Akdeniz das Modell einer Lärmobergrenze für den Flughafen Frankfurt, welches am Dienstag (27.09.16) vom hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir vorgelegt wurde. Das Modell sieht vor, die durch den Fluglärm verursachten Dauerschallpegel deutlich gegenüber den erwarteten Pegeln der durch den Flughafenausbau möglichen 701.000 Flugbewegungen zu reduzieren. Im Vergleich zu den Dauerschallpegeln, welche aus den derzeit seit mehreren Jahren stagnierenden Flugbewegungszahlen von rund 470.000 resultieren, ist damit zwar noch ein gewisser Anstieg möglich, erstmals soll aber durch die Lärmobergrenze eine Deckelung der zukünftigen Lärmbelastung erreicht werden.

„Auch wenn das vorgestellte Modell der Lärmobergrenze leider aktuell keine Reduktion des derzeitigen Ausmaßes an Fluglärm bringt, hebt es doch den Schutz der Bevölkerung vor einem übermäßigen Anstieg des bereits jetzt massiven Fluglärms – nicht nur im Darmstädter Norden – auf ein neues Niveau“, erklärt Stadträtin Barbara Akdeniz.

Als Bestandteil des Konzepts zur Lärmobergrenze soll der Flughafenbetreiber FRAPORT verpflichtet werden, regelmäßig Lärmminderungspläne, beispielsweise mit aktiven Schallschutzmaßnahmen, vorzulegen. Hierdurch kann der bereits vorhandene Fluglärm dort angegangen, wo es am wirkungsvollsten ist, nämlich an der Quelle des Lärms, den Flugzeugen und Flugverfahren.

„Diesen Ansatz begrüße ich und hoffe, dass nun alle Beteiligten im Sinne eines Interessenausgleichs zwischen dem Schutz der Bevölkerung vor einem weiteren Ansteigen des Fluglärms und dem Wachstum des Flughafens konstruktiv miteinander reden, um die Lärmobergrenze möglichst bald zu implementieren“, so Akdeniz.

Noch kein Thema war die Lärmobergrenze in der Sitzung der Fluglärmkommission am 28. September. In der Sitzung wurden auf Anregung der Stadt Darmstadt vom Geschäftsführer des Umwelt und Nachbarschaftshaus (UNH) Günter Lanz, die Ergebnisse einer Untersuchung zur Einhaltung der Mindestflughöhe auf der für den Fluglärm im Stadtgebiet maßgeblichen Flugroute AMTIX kurz vorgestellt. Im Untersuchungszeitraum kam es bei rund einem Prozent der Flugbewegungen zu einer Unterschreitung der Mindestflughöhe. Die Ergebnisse wurden bereits der zuständigen Hessischen Fluglärmbeauftragten weitergeleitet und werden nun von ihr weiter bewertet. Sie prüft etwa, ob eine Ordnungswidrigkeit dem zuständigen Bundesamt für Flugaufsicht gemeldet werden kann oder spricht auch gezielt auffällige Fluglinien an.

Noch nicht behandelt wurde in der Sitzung der Vorschlag des Forums Flughafen und Region für neue Kriterien für den Regionalfonds, welcher einen finanziellen Ausgleich für durch den Fluglärm in ihren Entwicklungsmöglichkeiten beeinträchtigte Kommunen bieten soll. Im vorliegenden Entwurf ist Darmstadt erstmalig berücksichtigt. Die Diskussion dazu wurde auf die nächste Sitzung verschoben, da bislang noch keine Positionierung der Landesregierung vorliegt.

Diskutiert wurden auch die im Sommer – aufgrund der Wetterlage – gehäuft aufgetretenen Ausnahmegenehmigungen für Starts- und Landungen, welche auch in Darmstadt, teilweise zu einer Verkürzung des Nachtflugverbots führten. Obwohl diese Ausnahmen rechtlich zulässig sind, wurde von Seiten der Kommunalen Vertreterinnen und Vertreter in der FLK die Wichtigkeit der Nachtruhe betont. In diesem Zuge hat die Stadt Darmstadt auch einen Antrag unterstützt, welcher das zuständige Wirtschaftsministerium auffordert, die Möglichkeiten einer zeitlichen Verlegung von Flügen aus den Nachtrandzeiten (5-6 Uhr und 22-23 Uhr) in den Tag intensiv zu prüfen und mit den Fluggesellschaften in Verhandlungen dazu zu treten.

Quelle: Pressestelle der Wissenschaftsstadt Darmstadt

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