Christopher Street Day kämpft gegen Homophobie, Transphobie und Diskriminierung


14. August 2016 - 09:15 | von | Kategorie: Veranstaltung | Artikel drucken
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Christopher Street Day kämpft gegen Homophobie, Transphobie und Diskriminierung: LIEBE, SEX und WIDERSTAND!Am 20. August 2016 findet unter dem Motto „Liebe, Sex und Widerstand!“ der 6. Christopher Street Day in Darmstadt statt. Der Tag wird geprägt sein von einer Demonstration durch die Innenstadt, von einer Kundgebung auf dem Luisenplatz und von einem Open-Air-Fest auf dem Riegerplatz. Abends findet der Abschluss mit einer Party im Club „Ponyhof“ in der Weststadt statt. Veranstalter ist der gemeinnützige und ehrenamtlich organisierte Verein vielbunt e.V., der mit zahlreichen politischen, kulturellen, informativen und musikalischen Elementen ein Programm gegen die alltägliche Diskriminierung von schwulen, lesbischen, bisexuellen und trans* Menschen und für gesellschaftliche Vielfalt zusammengestellt hat.

Der CSD Darmstadt gibt sich mit dem diesjährigen Motto „Liebe, Sex und Widerstand!“ erneut kämpferisch. „Unser Alltag ist geprägt von Ungleichbehandlung und Abwertung. Schwule, lesbische und trans* Jugendliche müssen damit täglich umgehen, während uns die Politik erklärt, es wäre schon viel erreicht. Und gleichzeitig wollen Rechtskonservative die Zeit zurückdrehen. Dagegen müssen wir uns wehren“, erklärt der politische Leiter des CSD, Klaus Bechtold. Die Position des CSD Darmstadt hat das Team im Positionspapier „Liebe, Sex und Widerstand“ zusammengetragen. Dort heißt es unter anderem: Unsere Gesellschaft hat Platz für viele verschiedene Formen Liebe, Beziehungen und auch Sex zu leben. Dabei gilt die sexuelle Selbstbestimmung auch für das Geschlecht. Der CSD Darmstadt leistet Widerstand gegen diejenigen, die Hass gegen Minderheiten fordern und fördern. Er stellt sich gegen religiöse und völkische Vorstellungen, die vorschreiben wollen, was eine echte Familie ist.

Der Veranstaltungsleiter Jan Rothermel zeigt sich kämpferisch: „Nach den schockierenden Wahlergebnissen der rechtspopulistischen und homophoben AfD und nach dem homophoben Terroranschlag in Orlando, bei dem 49 Menschen ermordet und viele mehr körperlich und seelisch verletzt wurden, weil sie anders leben und lieben, ist ein Christopher Street Day auch 2016 dringend notwendig!“

Vielbunt e.V. freut sich über die erneute Schirmherrschaft des Darmstädter Oberbürgermeisters, Jochen Partsch. In seinem Grußwort stellt er klar: „Es ist eine besondere Stärke und Qualität des CSD in Darmstadt, die Freude über das eigene Leben und Lieben mit klaren, emanzipatorischen politischen Forderungen zu verbinden. So ist der Christopher Street Day weit mehr als bloß ein buntes, schillerndes Fest, das die ganze LGBT-Community zum Feiern nutzt. Es ist auch ein unermüdliches Bewusstmachen für uns alle, dass wir weiter an einer bunten, vielfältigen, toleranten und weltoffenen Gesellschaft arbeiten müssen.“

Der Tag startet mit einer Demo-Parade, die um 12:30 Uhr am Luisenplatz beginnt und zum Open-Air-Fest auf dem Riegerplatz führt. Bei einer Zwischenkundgebung am Luisenplatz werden der Berliner Journalist Dirk Ludigs und die Darmstädter Dragqueen Rosa Opossum sprechen. Außerdem kommt mit Andrea Krieger aus Düsseldorf erstmals eine transsexuelle Aktivistin zu Wort.

Im Anschluss beginnt das Open-Air-Fest ab 14 Uhr auf dem Riegerplatz mit über 20 Infoständen an denen verschiedene Organisationen und Parteien die Besucher_innen über ihre Standpunkte zu queeren Themen informieren. Hier wird erstmals auch über die Unterstützungsgruppe „Rainbow Refugees Darmstadt“ für LGBT-Flüchtlinge informiert. Diese Gruppe ist Ende des letzten Jahres entstanden und hilft Flüchtlingen, die aufgrund ihrer sexuellen Identität besondere Hilfe oder auch Schutz vor
Diskriminierung, Ausgrenzung oder Gewalt brauchen.

Das Bühnenprogramm wird um 15 Uhr durch den Schirmherren Jochen Partsch und den CSD-Leiter Jan Rothermel eröffnet. Am Nachmittag finden zwei politische Talkrunden auf der Hauptbühne statt. Alexander Arnold (vielbunt e.V.) diskutiert mit dem NDR-Journalisten Christian Deker (Doku „Die Schwulenheiler“) und den Pfarrern Anita Gimbel-Blänkle (Evangelische Innenstadtgemeinde) und Christoph Klock (katholische Kirche St. Ludwig) zum Umgang von Kirche mit Homosexualität. Klaus Bechtold (vielbunt e.V.) diskutiert mit dem Journalisten und Redakteur Dirk Ludigs und der Trans-Aktivistin Andrea Krieger über gesellschaftlichen Rollback und die Möglichkeiten LGBTs vor Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt zu schützen.

Vintage-Showgirl Aurora DeMeehl, bekannt aus der Comedyhall, singt und moderiert durch den Nachmittag gefolgt von der Singer-Songwriterin Romy Politzki und der Indi/Elektro Band Waterford. Ab 20 Uhr schließt sich Rosa Opossum mit ihren Freundinnen für eine Draq-Show an. Der Headliner erscheint gegen 21:30 Uhr. MSOKE, der Züricher mit Wurzeln in Tansania, hat sich ermöglicht seine wahre Geschlechtsidentität zu leben. Als Trans-Mann hat er in der Reggae Szene eine außergewöhnliche Lebensgeschichte, die auch Teil seines musikalischen Schaffens ist.

Im Anschluss fahren Shuttle-Busse zur offiziellen CSD-Aftershowparty in den „Ponyhof“ in der Weststadt.

Für den Verein vielbunt e. V. ist der Christopher Street Day die größte Veranstaltung und so sind auch in diesem Jahr wieder viele Monate Vorbereitung und Engagement nötig gewesen. „Über 80 Personen helfen ehrenamtlich, diesen Tag zu einem tollen Erlebnis für alle zu machen, darüber freue ich mich sehr. Wir wollen Vorurteile und Barrieren abbauen. Mit Hilfe unserer Gebärdensprache-Dolmetscherin und einer rollstuhlgerechten Toilette möchten wir das Fest außerdem mit möglichst wenig Barrieren gestalten, weil bei uns jeder Mensch willkommen ist, der mit uns feiern und demonstrieren möchte“, erklärt Christian März, Mitglied bei vielbunt e.V. und Mitorganisator des diesjährigen CSD Darmstadt.

Quelle & Bild: vielbunt e. V.

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