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Machbarkeitsstudie der HEAG mobilo bestätigt: „Elektrobussystem in Darmstadt grundsätzlich machbar“


25. März 2016 - 08:55 | von | Kategorie: Umwelt, Verkehr | Artikel drucken
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Elektrobus / Bild: HEAG mobilo GmbHWelche Voraussetzungen braucht es, damit bis 2025 die innerstädtischen Buslinien F, H, K, L und R in Darmstadt elektrisch betrieben werden können? Um diese Frage zu beantworten, hatte die HEAG mobilo im November letzten Jahres eine Machbarkeitsstudie „E-Bus Förderung Darmstadt“ initiiert. Jetzt liegen die Ergebnisse daraus vor. Sie bestätigen grundsätzlich die Umsetzbarkeit eines Elektrobusbetriebs auf den betrachteten Buslinien.Die Studie, die von der HEAG mobilo in Zusammenarbeit mit VerkehrsConsult Dresden-Berlin GmbH (VCDB) erstellt und vom Land Hessen gefördert wurde, empfiehlt den Einsatz von „Opportunity-Charging-Batteriebussen“, so gennannten Gelegenheitsladern, die jeweils an den Wendepunkten der Linien über einen Stromabnehmer Energie tanken. „Mit einem solchen System könnten wir die fünf innerstädtischen Buslinien elektrisch betreiben“, stellt HEAG mobilo-Geschäftsführer Michael Dirmeier, in Aussicht.

In der Systemuntersuchung habe sich das „Opportunity Charging“ als das für Darmstadt am besten geeignete Antriebskonzept herausgestellt, denn je nach Strecken- und Einsatzcharakteristik werden hier Batteriekapazität und Nachladeleistung genau auf die betrieblichen Erfordernisse abgestimmt: „Dadurch ist die Batterie im Fahrzeug nur so groß, wie wir sie für den jeweiligen Linieneinsatz benötigen. Das bedeutet im Vergleich zu einem Übernacht-Ladesystem mehr Fahrgastkapazität“, stellt Dirmeier heraus. Auch die Wiederaufnahme des klassischen O-Bus-Konzepts mit Oberleitung, das es von 1944 bis 1963 bei der HEAG schon mal gab, wurde in die Systembetrachtung einbezogen, aber wegen der hohen Kosten für die Fahrleitung sowie der Auswirkungen auf das Stadtbild verworfen. Unterschiedliche Systeme zu realisieren, erscheint den Studienergebnissen nach wenig sinnvoll: Um die Busse möglichst flexibel und wirtschaftlich einsetzen zu können, sollten Antriebskonzept und Energiezuführung bei der gesamten Flotte einheitlich sein.

Schnellladestationen an Endhaltestellen

Als Standorte für die Schnellladestationen, an denen die Busse ihre Batterie aufladen können, sind die Haltestellen „Pankratiusstraße“, „Heinheimer Straße“, „Alfred-Messel-Weg“, „Oberwaldhausstraße“, „TU-Lichtwiese/Mensa“ und „Anne-Frank-Straße“ vorgesehen. Dabei ist es durchaus denkbar, die Schnellladestationen der Busse auch als Stromtankstellen für Pkw zu nutzen. „Das werden wir gemeinsam mit der Entega untersuchen“, so Dirmeier. Eine weitere Ladestation wäre auf dem Betriebshof „Böllenfalltor“ erforderlich. Hier würden die Fahrzeuge mit geringerer Ladeleistung für den nächsten Betriebstag über Nacht nachgeladen.

Pro Jahr eintausend Tonnen Kohlendioxid weniger

Derzeit benötigt die HEAG mobiBus 22 Busse für den Betrieb der Linien F, H, K, L und R. Zusammen bringen sie es pro Jahr auf eine Linienleistung von 1,7 Mio. km. Nach der Well-to-Wheel-Emissionsbetrachtung könnte die HEAG mobiBus durch den Einsatz von Elektrobussen jährlich ca. 1.200 t Kohlendioxid einsparen.  Auch der Ausstoß an Stickoxiden würde in Darmstadt verringert. Zudem bedeutet der Einsatz von Elektrobussen eine deutliche Verringerung des Verkehrslärms.

Investitionsbedarf 18 Millionen Euro

Die Lebensdauer eines Elektrobusses wird in der Studie auf 16 Jahre veranschlagt. „Etwa zur Hälfte der Lebenszeit ist ein Batteriewechsel erforderlich“, schildert Dirmeier. Auf diese 16 Jahre betrachtet erfordert die Umstellung der fünf Linien auf Elektrobusbetrieb eine Investition von ca. 18,2 Mio. €. Darin enthalten sind die Kosten für Fahrzeuge, Energiespeicher, Ladeinfrastruktur, Werkstattausrüstung, Personalqualifizierung und Betriebskosten. Ist die Förderfähigkeit gegeben, könnte der Bund rund 50 Prozent der förderfähigen Kosten übernehmen.

Start mit Buslinie L oder R

HEAG mobilo Geschäftsführer Michael Dirmeier sieht sich durch die Studie bestätigt, in die Elektrifizierung einer ersten Linie zu investieren. Dafür kommen für ihn sowohl die Linie L oder die Linie  R in Frage. „Beide Linien bieten dafür gute Voraussetzungen“, so Dirmeier. Einen entsprechenden Forschungsantrag will Dirmeier in Kürze beim Bundesverkehrsministerium stellen. Daran wollen sich auch noch weitere Forschungs- und Entwicklungspartnern aus Hessen beteiligen. „Für uns verbindet sich damit die Chance, bis 2018 wertvolle Erfahrungen für die weiteren Schritte eines emissionsfreien Busverkehrs in Darmstadt zu erhalten“, so Dirmeier abschließend.

Hinweis zur Methodik

Der Studie liegen Fahrplan- und Echtzeitdaten der fünf betrachteten Linien zugrunde, die mit Hilfe einer Software nach standardisierten Berechnungsalgorithmen und individuell an den jeweiligen Bewertungsfall angepassten Parametern ausgewertet wurden.

Download: Karte mit den Buslinien F, H, K, L und R

Quelle & Bild: HEAG mobilo GmbH

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