HEAG mobilo: Absperrbänder als zusätzliche Warnung – Gutachten zur Sicherheit der Straßenbahnen liegt vor


12. Januar 2016 - 13:17 | von | Kategorie: Info | Artikel drucken
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Übersteigen der Kupplungen verboten / Bild: HEAG mobilo GmbHUm Fahrgäste zusätzlich vor der Gefahr beim verbotenen Übersteigen der Straßenbahnkupplung zu warnen, wird die HEAG mobilo flexible Absperrbänder zwischen ihren Straßenbahntrieb- und -beiwagen anbringen. Nach einem tödlichen Unfall auf dem Luisenplatz vor fast einem Jahr brachte das Darmstädter Verkehrsunternehmen als erste Sofortmaßnahme Warnaufkleber an den Fahrzeugen an und gab parallel ein Gutachten zur Sicherheit seiner Straßenbahnen in Auftrag, dessen Ergebnis jetzt vorliegt.

Bisherige Risikoeinschätzung wird bestätigt

Im Laufe des Frühjahrs werden zunächst an einzelnen Fahrzeugen oberhalb der Kupplung, auf einer Höhe von 80 Zentimetern, flexible signalrote Absperrbänder zwischen Trieb- und Beiwagen getestet, die ein Übersteigen der Kupplung erschweren sollen. Nach und nach sollen sämtliche Bahnen damit ausgerüstet werden. „Es muss aber jedem klar sein, dass es keine umsetzbare Konstruktion gibt, die Menschen effektiv daran hindert, über die Kupplung zwischen Triebwagen und Anhänger zu steigen.“, erläutert HEAG mobilo-Geschäftsführer Michael Dirmeier.

Zu diesem Ergebnis kommt auch das jetzt vorliegende Gutachten, das die HEAG mobilo gemeinsam mit den Straßenbahnbetreibern in Frankfurt und Kassel in Auftrag gegeben hatte. Es bestätigt die aktuell gültige Risikoeinschätzung für die Straßenbahnen des Darmstädter Verkehrskonzerns. Diese Risikoeinschätzung orientiert sich an der europäischen DIN Norm DIN EN 50216, dem sogenannten „Safety-Plan“, und stellt fest, dass es keine Konstruktion gibt, die ein Überklettern der Kupplung zwischen Trieb- und Beiwagen effektiv verhindert und gleichzeitig keine weiteren Risiken birgt.

Absperrbänder sind Appell an die Fahrgäste

Die Technische Aufsichtsbehörde beim Regierungspräsidium Darmstadt hat bislang keine Auflagen zur Sicherung des Kupplungsbereichs gemacht, da ihr das finale Gutachten noch nicht vorgelegt wurde. Sie hat den Verkehrsbetrieben aber freigestellt, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. „Die Bänder sind wie auch unsere anderen Präventivmaßnahmen vor allem ein Appell an unsere Fahrgäste, sich nicht in Gefahr zu begeben“, erklärt Matthias Kalbfuss, Vorsitzender der Geschäftsführung der HEAG mobilo. Seit vergangenem Jahr befinden sich auf allen Straßenbahnwagen im Bereich der Kupplung Aufkleber mit Warnhinweisen. Zudem führt der Verkehrskonzern seit über zehn Jahren jährlich rund 60 Sicherheitstrainings für Grundschulklassen durch, in denen ebenfalls auf die Risiken beim Übersteigen der Kupplung hingewiesen wird. Ob die Absperrbänder auch langfristig genutzt werden, entscheidet sich nach Ende der Testphase.

Quelle & Bild: HEAG mobilo GmbH

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