Wissenschaftsstadt Darmstadt und „[ui!] – the urban institute“ stellen erste Open-Data-Plattform für Verkehrsdaten vor


9. Dezember 2015 - 08:16 | von | Kategorie: Verkehr | Artikel drucken
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Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat am Dienstag (08.12.15) gemeinsam mit dem Softwareunternehmen „[ui!] – the urban institute“ die erste Open-Data-Plattform der Stadt für Verkehrsdaten vorgestellt, die als App künftig Grundlage für Bürgerdienste, innovative Verkehrsanwendungen für die Privatwirtschaft und weitergehende Forschungsprojekte sein wird.Die von der Wissenschaftsstadt über die städtischen Lichtsignalanlagen erhobenen Daten können ab sofort von allen Bürgerinnen und Bürgern sowie von Lehrenden und Lernenden im Universitätsbetrieb in Echtzeit genutzt werden. Dabei zeigen die bereitgestellten Informationen die aktuelle Verkehrslage in Darmstadt und bieten die Voraussetzung für einen besseren Verkehrsfluss, zur Verbesserung der Luftqualität und zur Reduzierung der EU-Grenzwerte für Stickstoffdioxid in Darmstadt. Die Datenplattform wurde von der Technischen Universität (TU) Darmstadt und der Darmstädter Niederlassung des „Urban Software Institute“, [ui!], entwickelt. Abgerufen werden kann die neue App auf https://darmstadt.ui-traffic.de/.

Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke: „Mit der heute vorgestellten neuen Plattform ermöglicht die Wissenschaftsstadt Darmstadt erstmals die Nutzung wichtiger Verkehrsdaten für die Bürginnen und Bürger sowie durch universitäre Forschungseinrichtungen. Die von der Stadt erhobenen und offen zur Verfügung gestellten Rohdaten bieten die Möglichkeit, jederzeit aktuelle Verkehrsinformationen abzurufen, stadteilbezogene Dienste in Echtzeit zu nutzen und über weitere künftige Anwendungen eine bessere Verkehrsplanung und Steuerung zu erzielen. Dadurch ergeben sich auch neue Chancen für mehr Umwelt- und Klimaschutz. Die Bürgerinnen und Bürger, die in vollem Umfang auf die Daten zurückgreifen können, erhalten mit der App die Möglichkeit, eine Übersicht über den aktuellen Verkehrszustand der Stadt Darmstadt in Echtzeit zu erhalten und damit individuell ihre schnellsten und stressfreisten Routen durch die Stadt zu planen. Durch die Bildung von Zusammenhängen einzelner Daten werden diese zu wertvollen Informationen, die dann Grundlage von Simulationen oder Vorhersagen sein können und in Planungen und Entscheidungen einfließen. Das Darmstädter System ist das aktuellste seiner Art in Deutschland und könnte auch in die neue Darmstadt-App integriert werden“, erläutert Zuschke.

Grundlage für den Dienst ist eine Datenplattform, die als Schnittstelle ausgewählte Daten des städtischen Betriebsführungsrechners in sekundenmäßigen Intervallen im CSV-Format aufbereitet und als offene Daten bereitstellt. Diese werden über einen Datenserver im Straßenverkehrsamt zu einem Server des Softwareinstitutes geleitet, wo die Daten weiter verarbeitet und veredelt werden. In Verbindung mit weiteren Details, wie zum Beispiel einem maßstäblichen Lageplan der lokalen Lichtsignalanlagen, die ebenfalls auf dem Server zum Download zur Verfügung stehen, können Verkehrsplaner des Fachbereiches Bauingenieurwesen Verkehrstechnik und andere Forschungsabteilungen mit Hilfe dieser Informationen umfangreiche Simulationen und Auswertungen vornehmen. Entstanden ist die Idee zur Plattform im Rahmen einer Masterarbeit eines Mitarbeiters im städtischen Straßen- und Tiefbauamt. Beim interdisziplinären hochschulübergreifenden Projekt „Atlantis“ wurden für eine E-Learningplattform alle verkehrsrelevanten Detektorwerte wie Fußgängeranforderungen, ÖPNV-Signale der Busse und Straßenbahnen sowie die Detektorwerte der einzelnen Fahrzeuge stadtweit erfasst und für die Universität und Hochschulen weltweit zur Verfügung gestellt.

„Ein solch stadtteilbezogener und Echtzeit-Dienst ist bisher in Deutschland einmalig. Es ist Zeit, dass Verkehrsteilnehmer auch in Städten aktuelle Informationen erhalten“, sagt Professor Dr. Lutz Heuser, Geschäftsführer des Urban Software Institute und Honorarprofessor an der TU Darmstadt, der als Sprecher der EU-weiten Arbeitsgruppe „nachhaltige urbane Mobilität“ der europäischen Innovationspartnerschaft „Smart Cities and Communities“ über 75 Initiativen in Europa koordiniert.

Zukünftige Anwendungen der Datenplattform könnten der Abruf aktueller Parkplatzinformationen, die Verkehrsführung unter Berücksichtigung von Luftqualität, ein assistenzgesteuertes Fahren zur Optimierung des CO2-Ausstosses, die Integration mit weiteren Verkehrsträgern zum multi-modalen Verkehr (ÖPNV, Car-Sharing oder Bike-Sharing) und die Integration regionaler Verkehrsinformationen, wie etwa Park & Ride-Angeboten sein.

Quelle: Pressestelle der Wissenschaftsstadt Darmstadt

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