15,5 Millionen Euro für Darmstädter Hochschulen und Forschungseinrichtungen


12. Juni 2015 - 11:08 | von | Kategorie: Wissenschaft | Artikel drucken
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EuroWissenschaftsminister Boris Rhein hat am Freitag (12.06.15) Fördergelder der Landesregierung aus dem bundesweit einmaligen Forschungsförderungsprogramm LOEWE in Höhe von rund 15,5 Millionen Euro an die TU Darmstadt, das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit (LBF) sowie an drei hessische Unternehmen übergeben.

Wissenschaftsminister Boris Rhein: „Die exzellente Grundlagenforschung an der TU Darmstadt, eng vernetzt mit den anwendungsbezogenen Entwicklungsleistungen an den Darmstädter Fraunhofer-Instituten, ermöglicht neue Wege für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Deshalb setzt das hessische Wissenschaftsministerium die Erfolgsgeschichte unseres Forschungsförderungsprogramms LOEWE konsequent fort. Seit 2008 hat das Land für herausragende Forschungsvorhaben insgesamt rund 577 Millionen Euro bewilligt. Das gibt es in keinem anderen Bundesland.“

LOEWE-Schwerpunkt „Networked Infrastructureless Cooperation for Emergency Response“

Naturgewalten, menschliches oder technisches Versagen sowie Gewalt und Terror lösen Krisen, Katastrophen und Großschadensereignisse aus. Damit einher geht regelmäßig der Ausfall der technischen Infrastrukturen. Zugang beispielsweise zu Internet oder Telefon sind dann oft nur schwer möglich. Der neue LOEWE-Schwerpunkt „NICER – Networked Infrastructureless Cooperation for Emergency Response“ erforscht, wie infrastrukturlose Informations- und Kommunikationstechnologie im Krisenfall Menschen vernetzen und damit eine Kooperation zur Bewältigung der Krise ermöglichen kann. Die Forscher befassen sich beispielsweise mit dem Aufbau autonomer, dezentraler und robuster „Kommunikationsinseln“, „Kommunikationsbrücken“ zwischen „Kommunikationsinseln“ sowie dem Betrieb eines „Gesamtnetzes“ mit Diensten und Anwendungen bei Krisensituationen. Ziel ist es, wissenschaftliche und technologische Grundlagen zu erarbeiten, um langfristig die Leistungsfähigkeit von infrastrukturloser Kommunikation zu steigern. Der Forschungsschwerpunkt NICER soll helfen im Katastrophenfall die Kommunikation zwischen den betroffenen Menschen, den Rettungskräften sowie wichtigen technischen Rettungs- und Hilfssystemen wie Rettungsrobotern sicherzustellen. Die Landesregierung finanziert den neuen LOEWE-Schwerpunkt im Zeitraum von 2015 bis 2017 mit rund 4,5 Millionen Euro.

Das LOEWE-Zentrum „AdRIA – Adaptronik – Research, Innovation, Application“

Adaptronik gilt als Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts. Sie beschäftigt sich mit dem Aufbau selbstanpassender, aktiv reagierender mechanischer Struktursysteme. Die Adaptronik ermöglicht es beispielsweise, dass sich Bauteile aktiv an veränderliche Umgebungs- und Betriebsbedingungen anpassen. Dies ist die Basis für eine neue Klasse intelligenter Produkte in den Bereichen Energie, Mobilität, Umwelt und Gesundheit. Für den Verbraucher erwarten die Wissenschaftler vielfältige Vorteile im Alltag – beispielsweise weniger Lärm und Schwingungen in Fahrzeugen oder mehr Schallschutz in Bürogebäuden. Das LOEWE-Zentrum „AdRIA – Adaptronik – Research, Innovation, Application“ steht für eine konsequente Bündelung von Expertise, Forschung und Entwicklung am Standort Darmstadt. Im AdRIA-Team forschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Fraunhofer LBF, der TU Darmstadt und der Hochschule Darmstadt seit Mitte 2008 eng vernetzt zusammen, um ein international führendes Forschungszentrum für Adaptronik dauerhaft zu etablieren. Die Auslauffinanzierung in Höhe von 2,64 Millionen Euro trägt dazu bei, die bisher aufgebauten Strukturen am Fraunhofer LBF in eine nachhaltige Perspektive zu überführen.

LOEWE-Zentrum „CASED – Center for Advanced Security Research Darmstadt

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von der TU Darmstadt, der Hochschule Darmstadt und des Fraunhofer-Instituts für Sichere Informationstechnologie (SIT), Darmstadt haben im Juli 2008 das LOEWE-Zentrum „CASED – Center for Advanced Security Research Darmstadt“ gegründet. Der Anspruch von CASED ist einen signifikanten Beitrag zu Forschung, Entwicklung, Ausbildung und Technologietransfer auf dem Gebiet der IT-Sicherheit zu leisten und die Voraussetzung dafür zu schaffen, dass sich Darmstadt nachhaltig zu einem internationalen Kompetenzzentrum für IT-Sicherheit entwickeln kann. CASED kann signifikante Erfolge vorweisen und ist inzwischen das größte und vermutlich wichtigste IT-Sicherheitszentrum in Europa. Die nun bewilligte Auslauffinanzierung in Höhe von 7,34 Millionen Euro soll helfen die bereits aufgebauten Strukturen an den beteiligten Forschungseinrichtungen im Hinblick auf die Verstetigung als „Spitzenforschungszentrum für Cybersicherheit“ zu sichern.

LOEWE-KMU-Verbundprojekte

Das Land Hessen fördert zudem auch drei neue LOEWE-KMU-Verbundprojekte mit insgesamt 972.000 Euro. Sie sind im Wesentlichen in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnologie, Robotik und Werkstoffkunde angesiedelt und geben damit auch die regionalen Wirtschaftsschwerpunkte wieder.

„Unser Forschungsförderprogramm LOEWE investiert gezielt in Wissenschaft und Forschung und schafft damit verlässliche Rahmenbedingungen für Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen. Das ist wiederrum die Voraussetzung für wichtige Innovationen, die die Zukunftsfähigkeit unseres Landes sichern“, so Wissenschaftsminister Boris Rhein.

Folgende drei LOEWE-KMU-Verbundprojekte (Projekte mit Beteiligung kleiner und mittlerer Unternehmen sowie Hochschulen) erhielten Zuwendungsbescheide:

  • „NextGenRob – Nächste Generation von Ultra-Leichtbauroboterarmen für die sichere Mensch-Roboter-Kooperation“, Bionic Robotics GmbH Darmstadt, Technische Universität Darmstadt (Fachgebiet Simulation, Systemoptimierung und Robotik), Fördersumme: 284.787 Euro, Zeitraum: 1.10.2014 – 31.3.2016.
  • „New Seat Project – NSP“, ACC GmbH Babenhausen, Hans E. Winkelmann GmbH Rödermark, Technische Universität Darmstadt (Institut f. Werkstoffkunde), Fördersumme: 315.355 Euro, Zeitraum: 1.10.2014 – 30.9.2015
  • „EVIPRODENT – Erlebbare Virtualität für die Dentalproduktion“, Form for Function GmbH Darmstadt, C3System GmbH Darmstadt, Technische Universität Darmstadt (Fachgebiet Datenverarbeitung in der Konstruktion), Zahnarztpraxis Dr. Ellerbrock Darmstadt, Fördersumme: 372.297 Euro, Zeitraum: 1.7.2014 – 31.12.2016.

Quelle: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst

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