Übersteigen der Kupplungen verboten – Neue Aufkleber an Straßenbahnen geben Hinweis – Sicherheitsgutachten beauftragt


23. März 2015 - 14:17 | von | Kategorie: Info, Verkehr | Artikel drucken
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Übersteigen der Kupplungen verboten / Bild: HEAG mobilo GmbHIn Kürze werden Aufkleber auf den Straßenbahnen der HEAG mobilo darauf hinweisen, dass das Übersteigen der Kupplung zwischen Triebwagen und Anhänger verboten ist. Die ersten Bahnen sind bereits damit ausgestattet. In wenigen Tagen werden alle 48 Triebwagen und 30 Anhänger gekennzeichnet sein. Die 15 cm großen runden Hinweisschilder in schwarz-roter Verkehrsschildoptik sind auch ohne Sprach- oder Lesekenntnisse leicht verständlich. Damit sie möglichst frühzeitig wahrgenommen werden, sind sie jeweils seitlich angebracht: an den Triebwagen hinten, beim Anhänger vorne – immer in unmittelbarer Nähe zur Kupplung.

Verbot mit abschreckender Wirkung
Mit diesem nach außen deutlich sichtbaren Zeichen reagiert die HEAG mobilo auf den tödlichen Unfall auf dem Luisenplatz am 15. Januar. „Uns ist durchaus klar, dass Aufkleber nicht verhindern, dass Menschen auch in Zukunft die Kupplung übersteigen können, aber wir setzen darauf, dass dieser Verbotshinweis zumindest abschreckende Wirkung hat“, erklärt Matthias Kalbfuss, Vorsitzender der Geschäftsführung der HEAG mobilo.

Nach dem tragischen Unfall gab es aus der Bevölkerung vielfach den Wunsch, technische Veränderungen an den Bahnen vorzunehmen, um das Übersteigen der Kupplung zu verhindern. Zahlreiche Zuschriften mit sehr unterschiedlichen Vorschlägen sind dazu beim Unternehmen eingegangen. „Wir nehmen alle diese Vorschläge und Anregungen ernst“, erläutert Kalbfuss, „allerdings brauchen wir zunächst eine genaue Risikoeinschätzung zu unseren Bahnen. Nur dann wissen wir, welche Maßnahmen sinnvoll sind.“ Daher hat die HEAG mobilo gemeinsam mit den beiden anderen Straßenbahnverkehrsunternehmen in Hessen in Absprache mit der Technischen Aufsichtsbehörde beim Regierungspräsidium Darmstadt dazu ein Fachgutachten in Auftrag gegeben, das die Risiken des Kupplungsbetriebs feststellen soll. Bis die Ergebnisse daraus vorliegen, wird es voraussichtlich einige Monate dauern. „Erst dann können wir sagen, welche weiteren Maßnahmen effektiv sind. Die Bahnen baulich zu verändern, ist für die HEAG mobilo nicht so ohne Weiteres möglich. Die Sicherheitsvorgaben sind hoch und jede Veränderung am Fahrzeug erfordert umfassende Prüfungen und Genehmigungen“, erklärt Kalbfuss die Situation. Ausgeschlossen sei deshalb jedoch nichts. „Die Sicherheit der Fahrgäste ist uns wichtig“, betont der Chef des Verkehrsunternehmens.

Um dennoch kurzfristig reagieren zu können, ist für die HEAG mobilo Information und Aufklärung zunächst das Mittel der Wahl. Im Laufe des Jahres ist geplant, Fahrgästen mit verschiedenen Kommunikationsmaßnahmen Tipps an die Hand zu geben, wie sie gut und sicher mit Bussen und Bahnen unterwegs sind. Die Inhalte sollen dann unter anderem über die Infotainment-Bildschirme in den Fahrzeugen sowie über die sozialen Medien kommuniziert werden. „Inhaltlich wird eine solche Kommunikationskampagne dann deutlich über das Kupplungsthema hinausgehen“, schildert Kalbfuss weiter.

Sicherheitstrainings gestartet
In dieser Woche finden außerdem die ersten kostenlosen Sicherheitstrainings statt, die die HEAG mobilo seit mehr als zehn Jahren für Grundschüler der vierten Klassen anbietet. Dieses Jahr werden das Angebot wieder fast zweitausend Kinder durchlaufen. Die Trainings sind bereits vollständig ausgebucht. Dabei lernen die Mädchen und Jungen im Klassenverband in praktischen Übungen den richtigen und sicheren Umgang mit Bus und Bahn. Anhand einer kleinen Fibel können die Inhalte im Unterricht noch einmal nachgearbeitet werden.

Jeder ist mit verantwortlich
Für ein möglichst hohes Maß an Sicherheit im ÖPNV appelliert Kalbfuss jedoch auch an die Verantwortung eines jeden Einzelnen: „Leider kommt es immer wieder vor, dass Menschen verbotener Weise über die Kupplung der Bahnen steigen. Vielen ist offenbar nicht bewusst, dass sie dabei sich nicht nur selbst in Gefahr bringen, sondern anderen auch noch ein schlechtes Vorbild sind“. Durch vorschriftsgemäßes verantwortliches Verhalten und Handeln kann jeder mit dazu beitragen, Gefährdungen für sich selbst und andere zu vermeiden.

Quelle & Bild: HEAG mobilo GmbH

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