10 Millionen Euro für die Mathildenhöhe


5. Juli 2014 - 08:06 | von | Kategorie: Kultur | Artikel drucken
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Mathildenhöhe DarmstadtDie Wissenschaftsstadt Darmstadt beginnt mit der Gesamtsanierung der Ausstellungshalle auf der Mathildenhöhe. Ziel der umfangreichen Sanierungsmaßnahmen ist vor allem eine größere Energieeffizienz und damit die Einsparung von Betriebskosten sowie die Schaffung zeitgemäßer Ausstellungsmöglichkeiten, die weitgehend flexible Konzepte ermöglichen. Neben der Erneuerung von Dämmungen und technischen Anlagen wird auch die in den siebziger Jahren umgebaute, östliche Fassade der Ausstellungshalle nach historischem Vorbild wieder hergestellt. Die Stadt stellt für die Gesamtsanierung 9,76 Millionen Euro zur Verfügung. Geplant und durchgeführt werden die Maßnahmen vom Frankfurter Architekturbüro Schneider + Schumacher unter der Projektsteuerung des städtischen Eigenbetriebs Immobilienmanagement (IDA). Sie sollen im Mai 2016 beendet sein.

„Die Stadtregierung hat seit ihrem Antritt im Jahr 2011 die entscheidenden Schritte zur Sanierung der Ausstellungshalle eingeleitet, um die Anpassung des Gebäudes an die Standards des modernen Kulturbetriebs auf den Weg zu bringen. Durch die nun Schritt für Schritt erfolgenden energetischen und technischen Verbesserungen schaffen wir die Voraussetzungen für ein modernes, nachhaltiges und zukunftsfähiges Ausstellungsgebäude im Kontext des weltweit einzigartigen Jugendstilensembles auf der Mathildenhöhe. Die Maßnahmen sind notwendig, damit dort auch in Zukunft Ausstellungen mit bedeutenden Exponaten und Sammlungen ein kunstinteressiertes Publikum aus der ganzen Welt anziehen können. Dabei soll der historisch gewachsene, experimentelle Charakter der Künstlerkolonie Mathildenhöhe durch die Halle als Spielort unterstrichen und für die Zukunft bewahrt werden“, erklärte Oberbürgermeister und Kulturdezernent Jochen Partsch. Auch Baudezernentin Cornelia Zuschke zeigte sich erfreut über den nun unmittelbar bevorstehenden Baubeginn und hob besonders die enge Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz hervor. „Ich freue mich, dass diese wichtige Sanierungsmaßnahme nach den umfangreichen Vorarbeiten nun mit unseren kompetenten Partnern in Angriff genommen wird. Mit der Sanierung erfährt die Ausstellungshalle auf der Mathildenhöhe eine deutliche technische und energetische Aufwertung. Dabei folgen wir streng den Vorgaben des Denkmalschutzes an die Sanierung historisch und architektonisch einzigartiger Gebäude“, sagte Zuschke.

Nach Ausbau und Entsorgung der Schadstoffe und dem Rückbau der technischen Anlagen, wird die Gebäudehülle der Ausstellungshalle energetisch aufgewertet. Dabei werden die Dachbereiche gedämmt und die Glasdächer erneuert. Fenster, Türen und die Stahl-Glas-Fassade werden durch neue Bauteile ersetzt, und die Putzfassade soll mit einem wärmedämmenden Putz versehen werden, der im Rahmen der Wiederherstellung der Fassade optisch dem historischen Vorbild aus dem Jahr 1908 folgt. Im Innenbereich werden alle technischen Anlagen vollständig durch eine moderne Gebäudeausrüstung ersetzt, um eine zeitgemäße Ausstellungsfunktion zu ermöglichen. Die innovativen technischen Anlagen, die die Nutzung von Erdwärme und eines der beiden vorhandenen Wasserreservoirs als Temperaturspeicher vorsehen, werden in Abstimmung mit dem Fraunhofer Institut, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und dem Projektträger Jülich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie geplant, um eine nachhaltige Umsetzung zu gewährleisten und Fördermittel für die wissenschaftliche Begleitung zu generieren.

Den Sanierungsmaßnahmen vorangegangen war eine Mitte 2009 in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie, die am 3. November 2011 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen wurde. Bei einer europaweiten Ausschreibung der Planungsleistungen im Februar 2012 wurde das Architekturbüro Schneider + Schumacher ausgewählt. Der Entwurf des Frankfurter Büros für die Sanierungsmaßnahmen wurde im September 2013 von der Betriebskommission des Eigenbetriebs Kulturinstitute, am 27. November 2013 vom Magistrat und am 17. Dezember 2013 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Am 9. Mai 2014 beschloss der Eigenbetrieb Kulturinstitute zusätzlich die Wiederherstellung der Fassaden nach historischem Vorbild. Diese Entscheidung wurde wiederum am 28. Mai 2014 vom Magistrat und am 17. Juni 2014 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen.

Sanierung Mathildenhöhe (PDF)

Quelle: Pressestelle der Wissenschaftsstadt Darmstadt

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