Neuer muttersprachlicher Antragsservice


14. Juli 2013 - 10:15 | von | Kategorie: Soziales | Artikel drucken
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Die Wissenschaftsstadt Darmstadt, vertreten durch das Sozialdezernat, Jobcenter und Interkulturelle Büro, startet gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) Kreisverband Darmstadt-Stadt ein neues soziales und interkulturelles Modellprojekt: Ab sofort können Migrantinnen und Migranten qualifizierte muttersprachliche Antragsbegleitende in Anspruch nehmen, die beim Ausfüllen von Arbeitslosengeld II-Anträgen im Jobcenter helfen und der Vorab-Beratung dienen. Der neue Antragsberatungsservice ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Antrags-Hilfe soll vor allem Sprachbarrieren abbauen. „Dieser neue Service ist Teil unserer Strategie, das Fördern in Sachen Arbeitsmarkt und Beschäftigung für die Zielgruppe der Migrantinnen und Migranten weiter zu verbessern und so schnelle, passgenaue Hilfe zur Existenzsicherung zu ermöglichen“, sagt Sozialdezernentin Barbara Akdeniz. „Die Antragshilfe ist ein gelungener Brückenschlag zwischen aktiver Arbeitsmarkt-, Beschäftigungs- und Sozialpolitik einerseits und vorausschauender Integrationspolitik andererseits. Wir in Darmstadt gehen mit diesem Service ganz bewusst neue Wege: Er ist ein Beitrag zu mehr Empathie und Teilhabegerechtigkeit für Migrantinnen und Migranten in unserer Stadt.“

Die Finanzierung erfolgt durch das Arbeitsmarktbudget 2013, das im Sozialdezernat der Wissenschaftsstadt Darmstadt bewirtschaftet wird. Das Pilotprojekt läuft vorerst bis 31. Dezember 2013. Das DRK stellt zunächst fünf ausgewählte Sprach- und Integrationsvermittlerinnen und -vermittler in Türkisch, Englisch und Italienisch, Russisch, Französisch und Arabisch, aber auch Berber, Kurdisch und Somalisch.

Für die muttersprachliche Antragsbegleitung gilt folgender Zeitplan:
Montags von 8 Uhr bis 10 Uhr: Arabisch, Russisch und Kurdisch; 13.30 Uhr bis 15 Uhr: Arabisch, Berber. Dienstags 9 Uhr bis 12 Uhr Russisch; 14 Uhr bis 15 Uhr: Türkisch. Mittwochs 8 Uhr bis 12 Uhr Türkisch; 14 Uhr bis 15 Uhr: Arabisch, Russisch, Kurdisch. Donnerstags 9 Uhr bis 12 Uhr Arabisch, Berber ; 13.30 Uhr bis 15 Uhr Türkisch. Freitags 9 Uhr bis 12 Uhr: Englisch, Italienisch, Somalisch.

„Dieser Service, an dem wir vom DRK maßgeblich beteiligt sind, ist Teil unserer aktiven Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderinnen und Zuwanderer“, sagt Riza Yilmaz, Leiter der Abteilung Sozialarbeit beim DRK Darmstadt. Der Projektträger hat zunächst fünf im Sozial- und/oder Gesundheitsbereich erfahrene Kräfte in Teilzeit für die Vor-Ort-Hilfe bereitgestellt und geschult. Bei den Fortbildungen standen die Themen SGB II, wichtige Beratungs- und Informationsstellen, interkulturelle Öffnung und Datenschutz besonders im Blickpunkt.

Das Jobcenter Darmstadt stellt die Räumlichkeiten zur Verfügung: Das Büro mit IT-Ausstattung befindet sich im Erdgeschoss des Jobcenters. „Wir sehen in der täglichen Praxis einen hohen Unterstützungsbedarf für einen solchen Service. Wir reagieren mit diesem neuen Angebot im Jobcenter flexibel auf die Bedürfnisse unserer Kunden. Daher erhoffen wir uns von diesem Service auch den Abbau von Missverständnissen, er soll gezielt zur Entspannung beitragen“, betont der Geschäftsführer des Jobcenters Darmstadt, Andreas Heun. Er erhofft sich, dass durch den neuen Service Sprach- und Verständnisbarrieren überwunden, Anträge vollständig ausgefüllt, fristgerecht eingereicht und so schneller bearbeitet werden können. Geschult würden die Helferinnen und Helfer durch die Abteilung Existenzsicherung im Jobcenter. Derzeit liegt der Anteil der nicht-deutschen Klientinnen und Klienten im Jobcenter bei 36,6 Prozent, das entspricht insgesamt 4.709 Menschen, davon sind 2.479 Frauen und 2.230 Männer.

Die Leiterin des Interkulturellen Büros der Wissenschaftsstadt Darmstadt, Dr. Patricia Latorre, hebt vor allem den Integrationsaspekt hervor: „Der Einsatz von Vermittlungskräften ist ein wichtiges Element der interkulturellen Öffnung und unterstützt unsere Integrationsarbeit.“

Der neue Service bietet auch Erläuterungen zu ALG II-Antragsformularen und Merkblättern und gibt Hinweise auf fehlende Dokumente, da die Unterlagen vorab auch auf Vollständigkeit überprüft werden. Bei Bedarf wird auch zu den jeweiligen Migrationsberatungsstellen oder zu anderen Fachstellen vermittelt. Alle Informationen werden vertraulich behandelt und unterliegen dem Datenschutz.

Voraussetzung für die Inanspruchnahme des Antragsservice ist lediglich eine notwendige sprachliche Unterstützung. Darüber hinaus müssen die Betroffenen ihren gewöhnlichen Aufenthalt, ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland haben.

Informationen über den neuen Service gibt es ab sofort unter der Telefonnummer 42 854-308 während der regulären Öffnungszeiten. Die neue Anlaufstelle zur Antragsbegleitung befindet sich im Jobcenter Darmstadt, Groß-Gerauer Weg 3, Raum 003 (Erdgeschoss). Sie ist offen: Montag 8 Uhr bis 12 Uhr und 13.30 Uhr bis 15 Uhr, Dienstag 9 Uhr bis 12 Uhr und 14 Uhr bis 15 Uhr, Mittwoch 8 Uhr bis 12 Uhr sowie 14 Uhr bis 15 Uhr, Donnerstag 9 Uhr bis 12 Uhr und 13.30 Uhr bis 15 Uhr und Freitag von 9 Uhr bis 12 Uhr.

Für Fragen steht auch die Migrationsberatung des DRK Kreisverband Darmstadt-Stadt unter der Rufnummer 3606650 zur Verfügung.

Quelle: Pressestelle der Wissenschaftsstadt Darmstadt

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