Bilanz 2012: Große Herausforderungen für die HSE


9. Juli 2013 - 13:57 | von | Kategorie: Wirtschaft | Artikel drucken
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HSEEin schärferer Wettbewerb, sinkende Erlöse in den Netzen und Rahmenbedingungen, die neue hocheffiziente Gaskraftwerke aus dem Strommarkt drängen, belasten derzeit die Bilanzen der HSE und anderer Energieversorger. „Die Energiewende stellt auch uns vor gewaltige Herausforderungen. Aber die HSE war immer schon ein Unternehmen mit der Kraft zur Neuausrichtung. Dies werden wir auch jetzt nutzen, um die richtigen unternehmerischen Antworten zu finden und gestärkt aus diesem Prozess hervorzugehen“, sagte die neue HSE-Vorstandsvorsitzende Dr. Marie-Luise Wolff-Hertwig bei der Bilanzkonferenz des Darmstädter Unternehmens am Dienstag (09.07.2013). Dabei stehen für Wolff-Hertwig drei Dinge fest: „Erstens: HSE und ENTEGA werden wieder deutlicher in Darmstadt und der Region präsent sein. Hier liegen unsere Wurzeln, hier haben wir unsere wichtigsten Kunden. Zweitens ist uns wichtig, dass wir den günstigen Preis und die hohe Qualität unserer Produkte wieder zusammen kommunizieren. Und drittens ist es selbstverständlich, dass wir der Nachhaltigkeit verpflichtet bleiben.“

Wolff-Hertwig präsentierte gemeinsam mit ihren Vorstandskollegen Dr. Kristian Kassebohm und Andreas Niedermaier die Geschäftszahlen für das Jahr 2012. Demnach sanken die Umsatzerlöse im HSE-Konzern von 2,3 Milliarden Euro im Jahr 2011 auf 1,97 Milliarden Euro in 2012. Der Jahresüberschuss reduzierte sich drastisch von 32,36 Millionen Euro im Jahre 2011 auf 1,92 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Verantwortlich dafür ist eine Reihe von Sondereffekten. So stieg alleine die Steuerbelastung aufgrund des Wegfalls positiver Einmaleffekte um acht Millionen Euro. In Höhe von zehn Millionen Euro wurde eine außerordentliche Abschreibung auf das Gasturbinenkraftwerk in Darmstadt notwendig, für das Gemeinschaftskraftwerk Irsching musste die HSE acht Millionen Euro abschreiben. Schließlich war eine Rückstellung in Höhe von acht Millionen Euro für das laufende Wasser-Kartellverfahren notwendig.

„Trotz des unbefriedigenden Geschäftsergebnisses in 2012 gelingt es uns, die gegenüber unseren Anteilseignern gemachten Zusagen einzuhalten und in diesem Jahr eine Sonderausschüttung in Höhe von 85,54 Millionen Euro auszuweisen“, so Dr. Marie-Luise Wolff-Hertwig. Dies wird durch einmalige Sondereffekte wie der Entnahme einer Gewinnrücklage und Erträgen aus einer Kapitalherabsetzung bei der HSE Netz AG möglich. „Die Ausschüttung in diesem Jahr bleibt ein Sonderfall, in Zukunft werden wir wieder zu einem für die HSE normalen Dividendenniveau zurückfinden“, so Wolff-Hertwig.

Der Strom- und Erdgasabsatz der HSE blieb stabil. Zwar sank der Stromabsatz insgesamt von 18,4 auf 12,6 Milliarden kWh. Dies ist aber in der Hauptsache auf das Ausscheiden der Stadtwerke München aus dem gemeinsamen Vertriebsunternehmen Citiworks zurückzuführen. Rein auf die HSE-Gesellschaften ENTEGA Privatkunden, ENTEGA Geschäftskunden und e-ben bezogen sank der Stromabsatz nur geringfügig von 6,8 auf 6,5 Milliarden Kilowattstunden. Die Erdgaslieferungen des HSE-Konzerns beliefen sich im Jahr 2012 auf rund 8,2 Milliarden Kilowattstunden (2011: 6,8 Mrd. kWh). Der Trinkwasserabsatz stieg leicht auf 13,6 Millionen Kubikmeter (2011: 13,3).

Der Fokus der Investitionen lag im vergangenen Jahr erneut auf dem Ausbau der Erneuerbaren Energien, insbesondere der Windkraft. Im vergangenen Jahr hat die HSE vier Windparkprojekte in Hessen und Frankreich mit einer Gesamtleistung von 33,5 Megawatt (MW) in Betrieb genommen. Wesentlich für die HSE ist zudem der 24,9-prozentige Anteil am ersten frei finanzierten Offshore-Windpark Global Tech I in der Nordsee. „ Mit unserem Anteil werden wir ab dem Frühjahr 2014 rund 115.000 Haushalte mit Ökostrom beliefern können“, so Wolff-Hertwig. Insgesamt flossen damit seit 2008 rund 843 Millionen Euro in regenerative Erzeugungsanlagen. Dies ist mehr als 80 Prozent dessen, was die HSE in ihrem Investitionsprogramm vorgesehen hat. Gemessen am Umsatz hat das Unternehmen damit eine Investitionsquote in Erneuerbare von 8,55 Prozent.

Der Kurs des neuen HSE-Vorstandes, einerseits auf die eigenen Kosten zu achten und Effizienzpotentiale auszuschöpfen und andererseits das Unternehmen konsequent im Sinne der Ziele der Energiewende weiterzuentwickeln, wird vom Aufsichtsratsvorsitzenden und Oberbürgermeister der Wissenschaftsstadt Darmstadt, Jochen Partsch, vollends gestützt. „Die Energiewende birgt für die nachhaltige und innovative HSE große Chancen. Der neue Vorstand unter der Leitung von Marie-Luise Wolff-Hertwig hat die Kraft, die Fähigkeiten und den notwendigen Rückhalt, um die HSE wieder auf die Erfolgsspur zu bringen“, so Oberbürgermeister Jochen Partsch.

Quelle: HEAG Südhessische Energie AG (HSE)

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