Georg-Moller-Preis 2013 übergeben


3. Juli 2013 - 07:02 | von | Kategorie: Pressemitteilung | Artikel drucken
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Oberbürgermeister Jochen Partsch übergab am Dienstagabend (02.07.13) im Foyer der Sparkasse Darmstadt den Georg-Moller-Preis 2013 an zwei Studierende der TU Darmstadt. Ausgezeichnet wurden mit einem Preisgeld von jeweils 1300 Euro Todor Nachev und Jakob Klingenhöfer. „Städte sind global betrachtet die größten Energieverbraucher. Sie sind für rund 80 Prozent des globalen CO2-Ausstoßes verantwortlich. Da rund 50 Prozent des Endenergiebedarfs Gebäuden zugeordnet werden kann, wird die energieeffiziente und nachhaltige Entwicklung des Bauwesens die große Herausforderung für Politik, Architekten und Planer. Dabei wird es vor allem auf die Transformation von Städten ankommen: Es gilt also Lösungen für den Gebäudebestand aufzuzeigen und Neubauten zu initiieren, die bestehenden Stadtquartieren positive Impulse bieten. Das schaffen für die Wissenschaftsstadt Darmstadt jedes Jahr wieder die Georg-Moller-Preisträger; junge Studierende des Fachbereichs Architektur der TU Darmstadt. Der Preis wird jedes Jahr, unterstützt von der bauverein AG, für Studienarbeiten vergeben, die sich auf Darmstädter Bau- und Planungsaufgaben beziehen. Was Todor Nachev und Jakob Klingenhöfer sich für die Mollerstadt überlegt und entwickelt haben, setzt Impulse für die Stadtentwicklung dieses Quartiers“, gratulierte Oberbürgermeister Jochen Partsch den beiden Preisträgern.

Die Aufgabenstellung des Georg-Moller-Preises 2013 lautete „Mollerblock, frame & infill“. Die eingereichten Arbeiten stammen aus dem gleichnamigen Hochbauentwurf des Fachgebiets Entwerfen und Energieeffizientes Bauen von Prof. Manfred Hegger aus dem Lehrprogramm des Wintersemesters 2012/2013. Aufgabe des Entwurfs war die Neuinterpretation einer urbanen Blocktypologie unter Berücksichtigung räumlicher, baulicher und programmatischer Eigenschaften des Standorts „Mollerstadt“.

Insgesamt wurden aus den vorliegenden Studentenentwürfen sieben Arbeiten in eine engere Wahl gezogen, über welche eine Jury in ihrer Sitzung am 19. März befand. Der Jury des Georg-Moller-Preises 2013 gehörten an: Oberbürgermeister Jochen Partsch, Jochen Krehbiehl (Persönlicher Referent von Stadträtin Brigitte Lindscheid), Dr. Dieter von Mackensen (Leiter Stadtplanungsamt), Dr. Hans-Jürgen Braun (Vorsitzender bauverein AG), Thomas Lemmermeyer (Bereichsleiter Bau- und Instandhaltung der bauverein AG), Professor Manfred Hegger und Steffen Wurzbacher (beide TU Darmstadt).

Nach Sichtung und Vorbewertung der Arbeiten würdigte die Jury das hohe Niveau aller Beiträge der vorgestellten engeren Wahl. Die Jury vergab nach einstimmigem Beschluss zwei erste Preise, da sich die Qualität der beiden prämierten Arbeiten auf einem vergleichbar hohem Niveau bewegt: zum Preisträger des Mollerpreises 2013 wurden Todor Nachev und Jakob Klingenhöfer gekürt. Das Preisgeld in Höhe von 2.600 Euro wird zu gleichen Anteilen auf beide Preisträger verteilt

Die Jurybewertungen im Detail:

Die Arbeit von Todor Nachev stellt aus städtebaulicher Sicht eine klare und rationale Lösung zum Umgang mit dem Ort dar. Insbesondere die Erschließung der Hofinnenbebauung über zwei Wohnwege sowie die Mischung aus grundgebundenem Wohnen und Geschosswohnungsbau wird positiv bewertet. Die vorgeschlagenen Baumassen erscheinen der Jury als eine angemessene Antwort auf die Maßstäblichkeit der Mollerstadt.

Die Arbeit von Jakob Klingenhöfer stellt mit der untergliedert den Block in „Subblöcke“ nach einem einfachen und überzeugenden Prinzip um eine räumliche Differenzierung der Freiflächen vorzunehmen. Die variierende Höhenentwicklung der vorgeschlagenen Volumetrie erscheint aus stadträumlicher fügt sich in die Maßstäblichkeit der Mollerstadtein und ist energetisch sinnvoll. Lobend wird bei dieser Arbeit auch die Anmutung und Ausführung der Fassade erwähnt.

Mit der feierlichen Preisübergabe an die beiden Studenten wurde zugleich eine Ausstellung im Foyer der Sparkasse Darmstadt am Luisenplatz eröffnet. Die Ausstellung zur Entwicklung der Mollerstadt ist zu den Kundenöffnungszeiten bis zum 19. Juli zu sehen. Die Ausstellung „Darmstadt Mollerstadt“ widmet sich den unterschiedlichen Aufgaben der nachhaltigen Stadt, indem es die drei Themenfelder „Quartiersentwicklung“, „Umgang mit dem Bestand“ und „Innenentwicklung durch Neubauten“ thematisiert. Exemplarisch wird dies durch das Projekt „Energetische Stadtsanierung Mollerstadt“ der NH ProjektStadt (eine Marke der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt), sowie Seminar- und Entwurfsarbeiten des Fachgebiets Entwerfen und Energieeffizientes Bauen der Technischen Universität Darmstadt zu den Themen „Mollerblock“ und „Weiterdenken im Bestand“ dargestellt.

Hintergrund:
Der von der Stadt Darmstadt ausgeschriebene Georg-Moller-Preis wird in Erinnerung an das Werk Georg Mollers für Studierende des Fachbereichs Architektur der TU Darmstadt ausgelobt und für Studienarbeiten vergeben, die sich auf Darmstädter Bau- und Planungsaufgaben beziehen. Der Preis wurde 1989 erstmals verliehen. Seit 2000 wird das Preisgeld von der bauverein AG gestiftet. Der Preis soll „in schöpferischer Verknüpfung mit Theorie und Praxis die Auseinandersetzung mit realen und städtebaulichen Fragestellungen unserer Stadt fördern“. Zu dem soll laut Satzung „das fachliche Gespräch zwischen Stadt Darmstadt, der Bauverein AG und der Technischen Universität belebt werden“.
Der bedeutende Architekt und Bauforscher Georg Moller (1784-1852) hatte als Leiter des Hessischen Staatsbauwesens mit seinen städtebaulichen Planungen die bürgerlich-klassizistische Struktur des Darmstädter Stadtgrundrisses und das Stadtbild mit wesentlichen Bauwerken maßgebend geprägt.

Quelle: Pressestelle der Wissenschaftsstadt Darmstadt

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