Ende der Privatsphäre? – Lausch-Operationen machen Ringvorlesung an TU Darmstadt aktueller denn je


25. Juni 2013 - 07:34 | von | Kategorie: Wissenschaft | Artikel drucken
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karo 5„Prism“ und „Tempora“ heißen die neuen Kürzel, die für eine bisher nicht für möglich gehaltene gigantische Daten-Spionage stehen: Das US-amerikanische Abhörprogramm elektronischer Kommunikationskanäle mit Zugriff auf Mega-Server oder die Überwachung des weltweiten Internetverkehrs durch britischen Geheimdienstbehörden zeigen: Eine Privatsphäre scheint nicht mehr zu existieren. Zu diesem aktuellen Thema findet derzeit an der TU Darmstadt die Ringvorlesung „Privacy by design – Schutz der Privatsphäre“ statt“.

Carsten Ochs, Fachbereich Informatik EC SPRIDE, wird in seinem Vortrag „Die Sozio-Logik des Privacy by Design“ am Mittwoch, 26. Juni 2013 (16.15 – 17.45 Uhr, Landgraf-Georg-Straße 2, Raum S3|11/08), die sozialwissenschaftliche Privatheitstheorie präsentieren und empirische Forschungsresultate vorstellen, die er mit der Darmstädter Soziologie-Professorin Martina Löw im Forschungsprojekt „Internet Privacy: Eine Kultur der Privatsphäre und des Vertrauens“ erarbeitet hat. Wie sich zeigen wird, stellt die soziotechnische Konstruktion von Privatheit kein neuartiges Phänomen dar, jedoch haben sich die soziotechnischen Bedingungen gewandelt, unter denen dies gelingen kann.

Am Mittwoch, 10. Juli 2013 (16.15 – 17.45 Uhr, Landgraf-Georg-Straße 2, Raum S3|11/08), wird Peter Schaar, Bundesbeauftrager für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, im Rahmen der Ringvorlesung einen Vortrag halten.

In der Ringvorlesung betrachten Experten und Expertinnen der Fachrichtungen Informatik, Recht, Philosophie, Politik, Soziologie und Wirtschaft das Thema „Schutz der Privatsphäre“ aus verschiedenen Blickwinkeln und regen zu einer Diskussion an. Dabei geht es vor allem um die kulturelle Bedeutung der Privatsphäre, die Notwendigkeit und die Möglichkeiten ihres Schutzes angesichts neuer technischer Entwicklungen: Wie können gesellschaftliche Wertvorstellungen erkannt und von vornherein in technische Ansätze integriert werden?

Die Ringvorlesung wird gemeinsam angeboten von dem interdisziplinären Studienschwerpunkt „Wissenschafts- und Technikforschung: Normen, Ambivalenzen, Gestaltungsoptionen“ (NAG) der TU Darmstadt und dem LOEWE-Zentrum CASED für IT-Sicherheitsforschung.

Quelle: TU Darmstadt

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