„Feind ist, wer anders denkt“ – Stasi-Wanderausstellung im Justus-Liebig-Haus


17. April 2013 - 14:11 | von | Kategorie: Ausstellung | Artikel drucken
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Justus-Liebig-Haus DarmstadtDass auch Darmstadt und seine Bewohner ins Visier der Stasi gerieten, zeigt eine Wanderausstellung über die Staatssicherheit der DDR des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU). Oberbürgermeister Jochen Partsch hat am Mittwoch (17.04.13) die Ausstellung im Justus-Liebig-Haus im Beisein des Bundesbeauftragten Roland Jahn eröffnet. „Zwei Darmstädter Bürger sind in den Stasi-Unterlagen zu finden, weil sie Fluchthilfeorganisationen unterstützten. Auch wer aus der DDR in den Westen geflüchtet war, wurde oft jahrelang von der Stasi beobachtet. So zeigen die Stasi-Unterlagen, dass der Fußballtrainer Jörg Berger, der sich in Darmstadt niederließ, bis 1989 beobachtet wurde. Allein diese drei Fälle zeigen, wie wichtig es ist, nicht zu vergessen, was hinter dem Kürzel Stasi steht“, sagte Oberbürgermeister Jochen Partsch bei der Eröffnung. „Wir haben die Ausstellung nach Darmstadt geholt, weil wir der Überzeugung sind, dass es für unsere Demokratie und die Zukunft unserer Stadt und unseres Landes wichtig ist, diesen Teil unserer deutschen Geschichte, der mit der Stasi verbunden ist, nicht zu vergessen. Immer weniger junge Menschen sind sich darüber bewusst, wie wertvoll unsere persönlichen Freiheiten sind, wie schwer es war und wie viele Opfer es über viele Jahrzehnte gekostet hat, diese Freiheiten zu erringen. Viele Menschen haben unter der Stasi, der Unterdrückung und der Unfreiheit in der DDR sehr gelitten. Viele wurden inhaftiert, systematisch verfolgt, manche sogar ermordet. Dieses Unrecht darf nicht vergessen werden und muss als Mahnung und Aufforderung verstanden werden, die persönliche Freiheit zu verteidigen und den Einsatz für eine demokratische Gesellschaft zu stärken.“

Dass das Ausmaß der Bespitzelung erschreckend war und Misstrauen bis hinein in die Familien trug, zeigt eindrucksvoll die Ausstellung, die die Entstehung, Aufgaben und Methoden des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) dokumentiert. Die Schau erläutert, wie das MfS durch Überwachung, Bespitzelung und Unterdrückung die Macht der Staatspartei SED sicherte. Im Vordergrund steht dabei das Schicksal der Menschen, die ins Visier der Stasi gerieten – in Ost und West.

Die Ausstellung im Justus-Liebig-Haus, Große Bachgasse 2, 64283 Darmstadt, kann bis zum 3. Mai 2013 montags bis freitags von 10 Uhr bis 17 Uhr und samstags von 10 Uhr bis 13 Uhr besichtigt werden – am 1. Mai bleibt die Ausstellung geschlossen, am Freitag, 3. Mai, ist sie bis 13 Uhr offen. Führungen für Besuchergruppen können telefonisch unter der Rufnummer 06151/13-2759 vereinbart werden.

Im Rahmenprogramm der Ausstellung hält Dr. Elise Catrain vom BStU am 25. April 2013 (Donnerstag) um 19 Uhr im Neuen Rathaus, Luisenplatz 5a, 64283 Darmstadt, Raum Graz, 2. OG, einen Vortag zum Thema „Das Ministerium für Staatssicherheit. Eine Einführung“.

Quelle: Pressestelle der Wissenschaftsstadt Darmstadt

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