Albin-Müller-Becken auf der Mathildenhöhe erstrahlt wieder in altem Glanz – Wissenschaftsstadt Darmstadt investiert 25.000 Euro in die Sanierung der Brunnenanlage


30. August 2012 - 07:53 | von | Kategorie: Kultur | Artikel drucken
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Albin-Müller BeckenSeit kurzem sind die Sanierungs- und Reinigungsarbeiten am Albin-Müller-Becken auf der Mathildenhöhe abgeschlossen, und eine der beliebtesten Brunnenanlagen Darmstadts strahlt wieder in altem Glanz.

Der Eigenbetrieb Immobilienmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt (IDA) hat in diesem Jahr die Becken- und Umfassungsmauern der Brunnenanlage reinigen und die Bodenfliesen aufwändig chemisch entkalken lassen. Außerdem wurde eine physikalische Wasseraufbereitungsanlage eingebaut. Gleichzeitig wurde die Wasserumwälzanlage für die fünf Wasserspeier unterhalb der Brüstungsmauer so umgestaltet, dass nun eine Wasserdurchströmung des gesamten Beckens möglich ist.

Durch das besonders harte Wasser Darmstadts hatte sich im Laufe der Jahre die Kalkablagerung auf den Fliesen so massiv aufgebaut, dass sie selbst mit Hochdruckreinigern nicht mehr vollständig zu entfernen war. Zudem hatten sich in diese Kalkschicht Ablagerungen aus abgestorbenen Algen und Vogelexkrementen festgesetzt und zuletzt zu einem unansehnlichen Erscheinungsbild der Brunnenanlage geführt.

„Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat in diesem Jahr allein für die Arbeiten am Albin-Müller-Becken rund 25.000 Euro investiert. Noch für diesen Herbst sind weitere restauratorische Arbeiten am Muschelkalk der Einfriedungen und Beckenwände vorgesehen. Wichtig für die Zukunft ist, dass wir mit dem Einbau der Anlage zur Wasserentkalkung und der Umwälzanlage den beliebten Brunnen auf der Mathildenhöhe langfristig schützen und erhalten werden. Die Mittel sind also gut angelegt und werden mittelfristig Geld für Arbeiten für Brunnensanierungen an anderer Stelle frei machen“, erläutert Baudezernentin Brigitte Lindscheid.

Hintergrundinformation:
Albin Müller wurde 1906 durch den Großherzog Ernst-Ludwig an die Künstlerkolonie berufen und nach seiner 1907 erfolgten Ernennung zum Professor leitender Architekt der Künstlerkolonie nach dem Tode von Joseph Maria Olbrich im Jahre 1908. Das Wasserbecken vor der Russischen Kapelle wurde von Albin Müller anlässlich der letzten Ausstellung der Künstlerkolonie 1914 entworfen.

Die geschwungene Gestaltung des Wasserbeckens führt zu einem optischen Einklang zwischen dem massiv ausgeprägten Portal der Russischen Kapelle und dem Ausstellungsgebäude auf der Mathildenhöhe.

Auf gedrungenen Säulen ist die Brüstungsmauer des Beckens gelagert, die auf beiden Seiten durch die Plastiken „Maria und Joseph – Ruhe auf der Flucht“ von Bernhard Hoetger abgegrenzt ist. Der als Baumaterial eingesetzte Muschelkalk hebt sich eindrucksvoll von den tiefblauen Relief-Ornamentfliesen ab, die im Kopfbereich des Beckens Rückwand und Seitenwände zieren. Der Boden des Beckens ist mit Keramikfliesen ausgekleidet. Eingelagert sind farbenprächtige Ornamentfliesen in Lilienform – daher auch die Bezeichnung Lilienbecken.

Die Fliesen wurden in der Gailschen Dampfziegelei in Gießen gefertigt. Zahlreiche Wandfliesen tragen als reliefartiges Muster das Monogramm Albin Müllers und die Jahreszahl 1913/1914.

Im Zuge der landschaftsgärtnerischen Umgestaltung der Außenanlagen auf der Mathildenhöhe 1961/62 wurde auch das Wasserbecken saniert. Die von Albin Müller angelegte kreisrunde Einfassung des Wasserbeckens wurde begradigt und der Beckenboden mit Fliesen erneuert. Das Einbringen des Beckenbodens wurde damals jedoch nicht fachgerecht durchgeführt: Der neue Beckenboden ohne Dehnungsfugen führte dazu, dass immer wieder Frostschäden im Fliesenbereich entstanden.

1991/92 wurde der Beckenboden erneut saniert. Die Firma Gail lieferte auch für diese Sanierung nach alten Vorlagen die erforderlichen Bodenfliesen. 2000/01 wurden die kreisrunden Umfassungsmauern samt Blumenkübeln und die Wegbekiesung wieder hergestellt. So entstand letztendlich die Anlage mit den beidseits integrierten Rasenflächen wieder, wie sie ursprünglich von Albin Müller konzipiert und realisiert worden war.

Quelle: Pressestelle der Wissenschaftsstadt Darmstadt

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