Aufsichtsrat der Klinikum Darmstadt GmbH beschließt weitere Schritte zur Neuausrichtung der Geschäftsführung


20. August 2012 - 10:02 | von | Kategorie: Wirtschaft | Artikel drucken
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Klinikum DarmstadtNachdem Dr. Klaus-Michael Ahrend am 10. August 2012 zum weiteren Geschäftsführer der Klinikum Darmstadt GmbH bestellt wurde, hat der Aufsichtsrat des Klinikums in seiner Sitzung vom 17. August 2012 ihn auch zum weiteren Geschäftsführer der Klinikum-Töchter KDGS, KCS und SSG bestellt. Weitere Beschlüsse waren die betriebswirtschaftliche Prüfung der im Raum stehenden Vorwürfe durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sowie die Initiierung der Suche nach einem langfristig tätigen weiteren Geschäftsführer.

Dr. Ahrend ist Vorstand der HEAG Holding AG (Beteiligungsmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt) und berät bereits seit einigen Jahren den Aufsichtsrat (vormals Betriebskommission) des Klinikums. Da er die neue Funktion als Geschäftsführer der Klinikum Darmstadt GmbH interimsweise übernimmt, wird er auch weiterhin als Vorstand der HEAG tätig sein. Nachdem auch der Aufsichtsrat der HEAG seiner Bestellung zugestimmt hatte, wurde Dr. Ahrend am Freitag (17.08.12) dem Aufsichtsrat der Klinikum Darmstadt GmbH in seiner neuen Funktion vorgestellt.

„Dr. Klaus-Michael Ahrend begleitet das Klinikum bereits seit einigen Jahren intensiv und hat beispielsweise die Projekte der strategischen Neuausrichtung und der GmbH-Umwandlung beratend unterstützt. Der Gesellschafter freut sich, dass Dr. Ahrend kurzfristig bereit war, diese Aufgabe zu übernehmen“, sagte André Schellenberg, Klinikdezernent und Aufsichtsratsvorsitzender der Klinikum Darmstadt GmbH. Er erläuterte die Erwartungen an Dr. Ahrend: „Der Gesellschafter, also die Wissenschaftsstadt Darmstadt, hat großes Vertrauen in die Fähigkeiten Dr. Ahrends, in einem komplexen kommunikativen Umfeld ausgleichend zu wirken.“

Dr. Klaus-Michael Ahrend wird die Geschäfte in enger Zusammenarbeit mit Gerhard Becker führen, der die Klinikum Darmstadt GmbH seit März 2010 leitet. Der Gesellschafter hatte sich vergangene Woche zu diesem Schritt entschlossen, da die Alleinvertretungsberechtigung Gerhard Beckers von der Stadt sowie von Teilen des Aufsichtsrates zunehmend kritisch beurteilt wurde. Über die Aufgabenverteilung unter den beiden gleichberechtigten Geschäftsführern wurden noch keine Angaben gemacht, hierüber wird der Gesellschafter demnächst entscheiden. Mit der Übernahme der Geschäftsführung im Klinikum wird Dr. Ahrend in den kommenden Tagen auch weiterer Geschäftsführer der Tochterunternehmen, die bislang nur von einem Geschäftsführer geführt wurden (KDGS und KCS). Damit wird dem Beteiligungskodex der Wissenschaftsstadt Darmstadt, nach dem städtische Tochterunternehmen grundsätzlich nach dem Vier-Augen-Prinzip geführt werden, auch seitens der Klinikum Darmstadt GmbH und ihren Töchtern gefolgt. Ferner war es Wunsch des Aufsichtsrates am vergangenen Freitag, Dr. Ahrend auch in die Geschäftsführung des größten Tochterunternehmens des Klinikums, der SSG, zu bestellen.

Dr. Ahrend sagte, er freue sich auf die Aufgaben im Klinikum: „Mein persönliches Ziel ist es, die Kommunikation zu allen Beteiligten zu intensivieren und so gegenüber Mitarbeitern, Betriebsrat, Aufsichtsrat, Politik und Öffentlichkeit die Transparenz zu erhöhen und die Akzeptanz des eingeschlagenen Weges zu stärken.“

Klinikdezernent Schellenberg betonte, dass der in den vergangenen zwei Jahren eingeleitete Sanierungs- und Restrukturierungsprozess fortgeführt wird: „Da die ersten Erfolge bereits sichtbar sind, wollen wir den Weg des Umbaus kontinuierlich weiter gehen.“ Keinen Zweifel ließ Schellenberg daran, dass das erklärte Ziel ein leistungsstarkes Klinikum bei Erhalt der kommunalen Trägerschaft ist. „Der Businessplan des Klinikums gilt“, so Schellenberg. „Eine Aufspaltung des Klinikums in umfangreiche, weitere Klein-GmbH´s sieht die Stadt als Gesellschafter sowie der Aufsichtsrat des Klinikums aber kritisch. Ich werde dem Betriebsrat und den Beschäftigten des Klinikums einen „Beschäftigungspakt“ vorschlagen, der den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Klinikums einen verlässlichen Handlungsrahmen aufzeigt. Dieses vorzubereiten wird eine Hauptaufgabe des neuen Geschäftsführers Dr. Ahrend sein“, so Schellenberg weiter.

Gerhard Becker begrüßte die Bestellung Dr. Ahrends zum weiteren Geschäftsführer der Klinikum Darmstadt GmbH: „Ich kenne Herrn Dr. Ahrend aufgrund seiner beratenden Tätigkeit im Aufsichtsrat. Ich schätze ihn sehr und freue mich auf eine kooperative Zusammenarbeit zum Wohle des Klinikums.“

Schellenberg betonte, dass es nun an der Zeit sei, das Augenmerk wieder auf die hohe medizinische Kompetenz des Klinikums zu legen. Nicht ohne Grund könne das Haus in diesem Jahr auf eine 400jährige Tradition blicken: „Das Niveau der medizinischen Versorgung ist in Südhessen einzigartig.“ Diese Alleinstellung weiter auszubauen nannte Dr. Ahrend als wichtigstes strategisches Ziel für das Klinikum. „Wir wollen die herausgehobene Stellung des Klinikums in Südhessen weiter festigen. Dazu gehört beispielsweise, eine tragende Rolle im hessischen Onkologiekonzept zu übernehmen.“ Wichtig sei aber auch die weitere Verbesserung interner Strukturen, um zum Beispiel ein aussagekräftiges Controlling schnell zu realisieren.

In seiner Sitzung 17 August 2012 hat der Aufsichtsrat der Klinikum Darmstadt GmbH auch die Suche nach einem dauerhaften zweiten Geschäftsführer beschlossen und der Ausschreibung der Position zugestimmt. Eine Findungskommission wird aus den Reihen des Aufsichtsrates gebildet. Um die im Raum stehenden Vorwürfe gegen die Geschäftsführung so schnell und umfassend wie möglich zu überprüfen und auszuräumen, hat der Aufsichtsrat zudem eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft eingesetzt und mit einer sogenannten erweiterten Jahresabschlussprüfung nach § 53 HGrG betraut.

Quelle: Pressestelle der Wissenschaftsstadt Darmstadt

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