Oberbürgermeister Jochen Partsch verleiht Preis für „Gesicht zeigen“ an den Arbeitskreis Stolpersteine und an die Antirassistische Gruppe Internationale Solidarität


12. Mai 2012 - 08:04 | von | Kategorie: Pressemitteilung | Artikel drucken
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StolpersteineDie Wissenschaftsstadt Darmstadt verleiht auch in diesem Jahr den Preis für „Gesicht zeigen“, mit dem sie besonderes Engagement im Bereich Zivilcourage gegen Rassismus, Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Antiziganismus auszeichnet.Die Jury zur Verleihung von „Gesicht zeigen“ ist am 13. März 2012 zusammengekommen und hat einstimmig vorgeschlagen, den Preis in gleichen Teilen auf zwei Preisträger, an die AG Stolpersteine und an die Antirassistische Gruppe Internationale Solidarität (AGIS) zu verteilen.

Stellvertretend für die Arbeitsgruppe Stolpersteine erhalten Dorothee Hoppe, Ulrike Schüttler und Jutta Reuss den Preis in Höhe von 1000 Euro. Die Arbeitsgruppe Stolpersteine recherchiert intensiv über das Leben, die Familie und das Schicksal von Darmstädterinnen und Darmstädter, die Opfer der Nationalsozialisten wurden und aus der Stadt vertrieben wurden. Damit sorgen sie mit ihrer Arbeit für eine nachhaltige Erinnerung an diese Menschen und an diese Zeit innerhalb der Gesellschaft.

Die zweiten 1000 Euro gehen an die AGIS. Stellvertretend nehmen den Preis Dorothea Köhler, Martina Hammel, Barbara Demerath und Franca Schirrmacher für ihre Arbeit an. Die AGIS ist Bestandteil des Netzwerkes „Kein Mensch ist illegal“. Sie setzt sich unter anderem durch die Organisation von Lesungen, Ausstellungen und Filmvorführungen gegen Rassismus, gegen die Verletzung der Menschenwürde und der Unveräußerlichkeit der Menschenrechte sowie für ein menschenwürdiges Leben ein.

Oberbürgermeister Jochen Partsch betonte bei der Preisverleihung am Freitag (11.) die besondere Bedeutung der Auszeichnung „Gesicht zeigen“: „Der Preis „Gesicht zeigen“ prämiert in jedem Jahr beispielhafte Aktivitäten von Gruppen oder Einzelpersonen, die sich für eine weltoffene und tolerante Stadt einsetzen. Die Preisverleihung präsentiert sie der Öffentlichkeit. Ich hoffe, dass ihre Beispiele Schule machen und die Stadtgesellschaft weiter ausgestalten. Alle Preisträger sind Vorbilder für Zivilcourage, Erinnerungsarbeit, praktizierte Toleranz und Gerechtigkeit“.

Der Preis „Gesicht zeigen“ wurde 2004 auf Vorschlag der Arbeitsgruppe „Gesicht Zeigen! Weltoffenes Darmstadt“ eingerichtet und wird jährlich vom Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt auf Vorschlag einer Jury verliehen, zu der neben den Vertretern der Gesellschaft auch Mitglieder des Magistrats und der Stadtverwaltung angehören. Der Preis kann auf mehrere Preisträger verteilt werden und besteht aus einer Geldzuwendung in Höhe von 2.000 Euro und einer Urkunde. Vorschläge für die Preisverleihung können von Vereinen, Verbänden, Parteien, Behörden und einzelnen Bürgern gemacht werden.

Die Preise gingen bisher unter anderem an den StadtschülerInnenrat (2007), an Dr. med. Wolfgang Kauder und die Malteser-Migranten-Medizin Darmstadt, an die Ultras Darmstadt für ihr Eintreten gegen Rassismus im Fußballspiel (beide 2008), an die Initiative „International Generations Meeting“ (2010) für ihr Engagement beim Setzen aktiver Gastfreundschaft und 2011 an den Arbeitskreis Stadtrundgänge Darmstadt für sein Engagement, Bewusstsein über Ausgrenzungs- und Ausbeutungsmechanismen zu schärfen.

Quelle: Pressestelle der Wissenschaftsstadt Darmstadt

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Ein Kommentar
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  1. Als Vertreterin von AGIS muss ich zur Darstellung unserer Gruppe noch etwas ergänzen, da unsere Arbeit nicht angemessen dargstellt wird.
    Wir arbeiten schwerpunktmäßig politisch, indem wir öffentliche Aktionen machen und wir unterstützen immer wieder Menschen, die illegalisiert sind. Dabei ist uns eine gute Netzwerkarbeit wichtig.
    Wir treten ein für gleiche Rechte für alle Menschen, unabhängig von Herkunft und Aufenthaltsstatus, für Bewegungsfreiheit und vor allem auch gegen das menschenverachtende Grenzregime Europas.
    D.Köhler

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