Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt hat den Rückkauf der HSE-Anteile von E.ON beschlossen


8. März 2012 - 16:01 | von | Kategorie: Wirtschaft | Artikel drucken
  Teilen auf: Twitter | Facebook | Google+ | AddThis

HEAG Holding AGDer Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt hat in seiner Sitzung am Mittwoch (07.03.2012) dem Erwerb von rund 40 Prozent der Anteile an der HEAG Südhessische Energie AG (HSE) durch die HEAG Holding AG – Beteiligungsmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt (HEAG) – zu einem Kaufpreis von 280 Millionen Euro zugestimmt.

Der auf die zu erwerbenden Aktien entfallende Teil der Dividende wird künftig nicht an die Thüga/E.ON-Gruppe fließen, sondern an die HEAG, welche diese dann zur Rückführung des zur Finanzierung des Aktienrückkaufs aufgenommenen Darlehens verwendet. Nach Tilgung des Darlehens stehen diese Dividenden der Stadt zur Verfügung. Auf die Dividenden des bestehenden Aktienpakets in Höhe von 53 Prozent hat der Rückkauf keine Auswirkungen.

Darmstadts Beteiligungs- und Wirtschaftsdezernent, Oberbürgermeister Jochen Partsch, begrüßt die Magistratsentscheidung: „Mit diesem Beschluss erweitern wir den kommunalen Einfluss auf einen wichtigen Bereich der Daseinsvorsorge für die Bürgerinnen und Bürger. Gleichzeitig verbessern wir durch den Anteilserwerb die Chancen der HSE am Markt, die Marke entega wird durch die Trennung von E.ON als AKW-Betreiber gestärkt. Damit wird ein wesentlicher Beitrag für die Sicherung des Wirtschaftsstandortes Darmstadt, die Arbeitsplätze der HSE-Beschäftigten und die Wertschöpfung für Stadt und Region geleistet.“

Die von der HSE betriebene Nachhaltigkeitsstrategie werde weiterhin konsequent gestärkt: „Die Wissenschaftsstadt Darmstadt hat den erfolgreichen ökologischen Kurs der HSE mit initiiert, befördert und praktisch unterstützt. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Hätte die Stadt die Option zum Kauf der Anteile nicht genutzt, würde E.ON ihre Anteile dennoch veräußern – dann aber möglicherweise an ausschließlich renditeorientierte Finanzinvestoren. Das galt es zum Wohl der Kommune, des Unternehmens und der HSE-Beschäftigten zu vermeiden“, erläutert Oberbürgermeister Jochen Partsch.
Es werde angestrebt, nach dem Erwerb des E.ON-Aktienpakets Anteile an einen oder mehrere strategische Partner weiter zu veräußern. Auch ist eine Erhöhung der Beteiligungsquote der Kommunen aus der Region das Ziel. „Entsprechende Anfragen von Kommunen aus der Region und darüber hinaus liegen schon jetzt vor, vertiefende Gespräche dazu werden wir nach dem Abschluss der Transaktion forcieren“, so Oberbürgermeister Partsch.

Weitere Informationen
– Finanzierung des Aktienrückkaufs
Die Finanzierung der HEAG ermöglicht den angestrebten Einstieg eines oder mehrerer strategischer Partner sowie von Konzessionskommunen. Dies ist auch das Ziel der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Zahlreiche Banken haben bereits ihr Interesse an der Finanzierung des Erwerbs der Anteile bekundet. Denn die Energiewirtschaft ist für die deutschen Banken ein attraktiver Darlehensnehmer, da sie entgegen vieler anderer Branchen relativ konjunkturunabhängig ist. Ein Teil der Finanzierung des Kaufpreises erfolgt durch Eigenkapital der HEAG. Die Finanzierung des Aktienrückkaufs wird in Höhe von 76 Prozent durch eine oder mehrere Bürgschaft(en) der Wissenschaftsstadt Darmstadt gesichert. Dafür profitiert die Stadt von jährlich 1 Prozent Avalprovision. Die Finanzierung erfolgt aufgrund des aktuell historischen Zinstiefs der Nachkriegszeit zu einem idealen Zeitpunkt. Das von der HEAG vorgelegte Transaktionsmodell lässt eine Inanspruchnahme der Bürgschaft nicht erwarten. Abstimmungsgespräche mit dem Regierungspräsidenten erfolgten bereits. Die erforderliche förmliche Zustimmung des Regierungspräsidiums zur Bürgschaftsgewährung wird nach Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung eingeholt.

– Vorgeschichte der Transaktion
Die HEAG ist gegenwärtig mit 53 Prozent, die Thüga Aktiengesellschaft mit 40 Prozent (wirtschaftlich vertreten durch die E.ON AG), die Landkreise und Gemeinden mit 5,1 Prozent, die HEAG Pensionszuschusskasse VVaG mit 1,2 Prozent und die Belegschaft der HSE mit 0,7 Prozent an der HSE beteiligt.

Der Magistrat der Wissenschaftsstadt Darmstadt hatte schon mit Beschluss vom 15. September 2010, die Stadtverordnetenversammlung mit Beschluss vom 7. Oktober 2010, dem Erwerb der Anteile an der HSE zugestimmt. Der Kaufpreis sollte zu diesem Zeitpunkt 305 Millionen Euro betragen. Durch weitere Verhandlungen konnte der Kaufpreis reduziert werden. Daher wurde erneut ein Magistratsbeschluss herbeigeführt, im nächsten Schritt wird die Stadtverordnetenversammlung in ihrer Sitzung am 22. März zum Thema entscheiden.

Der Rückkauf der Anteile an der HSE folgt der Stadtwirtschaftsstrategie der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Darin war der Erwerb der von der Thüga AG gehaltenen Aktien an der HSE bereits vorgesehen. Die HEAG hat mit dem Verkauf der Thüga AG durch E.ON Ende 2009 ein konsortialvertraglich vereinbartes Recht, die Anteile der HSE zu erwerben. Der Aufsichtsrat der HEAG hat in seiner Sitzung am 13. Februar 2012 dem Erwerb der 34.225.289 Aktien an der HSE und der hierfür erforderlichen Darlehensaufnahme durch die HEAG zugestimmt. Die Beteiligung der HEAG an der HSE wird sich nach dem Anteilserwerb von 53,01 Prozent auf 93,01 Prozent erhöhen.

Quelle: Pressestelle der Wissenschaftsstadt Darmstadt

Teilen auf: Twitter | Facebook | Google+ | AddThis

Tags: , , , , , , , ,




Kommentar verfassen