Ein Wald der Skulpturen – Sammlung Simon Spierer


5. März 2012 - 08:43 | von | Kategorie: Ausstellung | Artikel drucken
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Simon Spierer in seinen Privaträumen, Genf, 2004Die Opelvillen Rüsselsheim präsentieren vom 9. Mai bis 26. August 2012 die weltweit einzigartige Skulpturensammlung des Genfer Kunstsammlers Simon Spierer, die er 2004 dem Hessischen Landesmuseum Darmstadt geschenkt hat. Werke bedeutender Künstlerinnen und Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts fanden Eingang in seine Sammlung, wenn sie Stelen oder Torsi glichen. Seiner Idee eines „Waldes der Skulpturen“ folgend, sammelte Spierer überwiegend vertikal ausgerichtete Objekte der Klassischen Moderne mit Künstlern wie etwa Constantin Brancusi, Max Ernst und Alberto Giacometti und der zeitgenössischen Kunst, u.a. Günther Uecker, Graham Williams und Vera Röhm. Die zusammengetragenen Skulpturen platzierte Spierer zu Lebzeiten in seinem persönlichen Umfeld derart gedrängt, dass ein Eindruck von einem dichten Skulpturenwald entstand.

„Ein Leben ohne Kunst kann ich mir nicht vorstellen“, resümierte Spierer, der neben seinen persönlichen Neigungen immer die museale Qualität und Wirkung von dreidimensionalen Werken im Auge behielt. Seine formale und motivische Konzentration auf die Stele und den Torso verleiht der Sammlung eine einzigartige und kunsthistorisch wertvolle Stellung. Im „Wald der Skulpturen“ treten die 39 Objekte in einen Dialog untereinander. Zusammen bilden die Skulpturen eine in sich geschlossene Sammlung von einzigartiger Intensität. Sie bieten eine exemplarische Übersicht über das bildhauerische Schaffen des vergangenen Jahrhunderts.

Mit der Schließung des Landesmuseums wegen Bau- und Sanierungsarbeiten wurde die Sammlung einem internationalen Publikum zugänglich gemacht und reiste durch Europa. Vor der Rückkehr nach Darmstadt wird Simon Spierers „Wald der Skulpturen“ noch einmal in privat anmutenden Räumen gezeigt. Die Opelvillen in Rüsselsheim dienten in den 1930er-Jahren Fritz Opel als Wohnhaus und werden seit 2003 als Ausstellungshäuser Klassischer Moderne und zeitgenössischer Kunst genutzt. Dabei ist ein besonderes Anliegen, Skulptur als Kunstform vorzustellen und zu vermitteln, wie die Ausstellungen „Henry Moore und die Landschaft“, 2007/8, und „Linie und Skulptur im Dialog“, 2011/12, verdeutlichen. Die Intimität der Opelvillen-Räume wird die Ursprungswirkung des „Waldes der Skulpturen“ auf besondere Weise vermitteln können.

Parallel zu „Ein Wald der Skulpturen – Sammlung Simon Spierer“ wird „Andy Goldsworthy: Working with time“ in den Opelvillen präsentiert. Die Ausstellung stellt zum ersten Mal sein fotografisches Schaffen vor und beleuchtet anhand ausgewählter Fotografien aus den Jahren 1978 bis 2000, inwieweit Goldsworthy die Fotografie als dokumentarisches und ästhetisches Medium auslotet.

Quelle & Bild: Hessisches Landesmuseum Darmstadt

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