Carolyn Bertozzi Preisträgerin der Emanuel-Merck-Vorlesung 2011


21. Oktober 2011 - 10:23 | von | Kategorie: Wissenschaft | Artikel drucken
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Carolyn R. BertozziDie Merck KGaA hat am Freitag (20.10.11) bekannt gegeben, dass Carolyn R. Bertozzi, Professorin an der University of California, Berkeley (USA) die diesjährige Preisträgerin der Emanuel-Merck-Vorlesung ist. Die 45jährige Professorin für Zell- und Molekularbiologie in Berkeley gilt weltweit als anerkannte Koryphäe auf dem Gebiet der Glykobiochemie (auch Glykomics genannt) und wurde bereits mehrfach mit renommierten Preisen ausgezeichnet.

„Wir haben mit Professorin Bertozzi eine junge und zugleich sehr erfolgreiche Wissenschaftlerin ausgezeichnet und sind auf ihre Vorträge in Darmstadt im November sehr gespannt“, sagte Dr. Thomas Geelhaar, Chief Technology Officer Chemicals von Merck „Frau Bertozzi hat das Forschungsfeld Glykomics durch ihre wissenschaftliche Herangehensweise bereits enorm voran gebracht.“

Der mit 10.000 € dotierte Preis wird Bertozzi im Rahmen eines öffentlichen Festvortrags am 14. November 2011 an der Technischen Universität Darmstadt auf der Lichtwiese verliehen. Die Preisträgerin wird ab 17 Uhr (im Kekulé-Hörsaal des Fachbereichs Chemie) über „Chemie in lebenden Systemen“ vortragen. An den beiden folgenden Tagen sind weitere Vorträge der Preisträgerin an der TU Darmstadt sowie ein Vortrag bei Merck vorgesehen.

Bertozzi studierte an der Harvard University in Cambridge, Massachusetts (USA) und promovierte 1993 an der University of Berkeley. Sie ging für drei Jahre an die University of San Francisco (USA) und wechselte 1996 an ihre jetzige Fakultät an der University of Berkeley. Sie erforscht die Kommunikation von Zellen untereinander, indem sie die Oligosaccharide (Zuckermoleküle) auf Zellen beobachtet. Dazu führt sie mit ihrer Arbeitsgruppe einzelne Moleküle als so genannte „chemische Reporter“ in Zellsysteme ein und kann anschließend Wechselwirkung von Zellen untereinander studieren.

Glykobiochemie ist im weitesten Sinn die Wissenschaft von der Strukturanalyse, Biochemie von Zuckerverbindungen, z.B. auf Zelloberflächen. Diese Verbindungen beeinflussen ein breites Spektrum biologischer Prozesse in unterschiedlichster Weise. Durch Forschung in der Glykobiochemie verspricht man sich z.B. ein verbessertes Verständnis von Krankheiten.

Emanuel-Merck-Vorlesung
Merck und die TU Darmstadt zeichnen mit dieser Vorlesung weltweit angesehene Naturwissenschaftler aus, die exzellente Beiträge zur chemischen und pharmazeutischen Forschung geleistet haben. Über Auswahl und Preisträger entscheidet der Fachbereich Chemie der TU Darmstadt. Der Preis wurde 1992 gestiftet und seit 1993 nun bereits elf Mal vergeben.

Preisträger
2011 – Carolyn Bertozzi, University of California, Berkeley, USA
2009 – Axel Ullrich, Max Planck Institut für Biochemie, Martinsried bei München, Deutschland
2007 – Sir Harold W. Kroto, Florida State University, Tallahassee, USA
2005 – George M. Whitesides, Harvard University, Cambridge, USA
2003 – Samuel J. Danishefsky, Columbia University, New York, USA
2000 – Stuart L. Schreiber, Harvard University, Cambridge, USA
1998 – Jean-Pierre Changeux, Institut Pasteur, Paris, Frankreich
1996 – Manfred Eigen, Max-Planck-Institut für physikalische Chemie, Göttingen, Deutschland
1995 – Jean-Marie Lehn, Collège de France, Paris/Universität Straßburg, Frankreich
1994 – Kenneth Wade, University of Durham, Großbritannien
1993 – Albert Eschenmoser, Eidgenössische Technische Hochschule, Zürich, Schweiz

Bild: University of California, Berkeley
Quelle: Merck KGaA

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