HEAG zieht Bilanz für das Geschäftsjahr 2010


26. August 2011 - 08:49 | von | Kategorie: Wirtschaft | Artikel drucken
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HEAG Holding AGDer HEAG-Konzern hat seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2010 von 1,55 Milliarden auf 3,88 Milliarden Euro gesteigert. Der Umsatzanstieg ist maßgeblich auf die erstmalige Vollkonsolidierung der citiworks AG zurückzuführen. Das Energiehandels- und Energiedienstleistungsunternehmen ist seit dem vergangenen Geschäftsjahr einhundertprozentige Tochter der HEAG-Tochter HSE (HEAG Südhessische Energie AG).

Gemeinsam generierten die Unternehmen des Konzerns rund 730 Millionen Euro (2009: 680 Millionen Euro) an Wertschöpfung für die Region. „Daran zeigt sich deutlich, dass die Unternehmen der Stadtwirtschaft in Darmstadt und der Region einen wichtigen Wirtschaftsfaktor darstellen“, erklärt HEAG-Vorstand Dr. Markus Hoschek. Die Zahl der Mitarbeiter der HEAG und ihrer Tochterunternehmen stieg von 3.140 (2009) auf 3.311 (2010) – darunter sind 154 Auszubildende. Auch seine Investitionstätigkeit hat der HEAG-Konzern im Vergleich zum Vorjahr erhöht: 370 Millionen Euro (2009: 215 Millionen Euro) flossen zum Beispiel in Projekte zur Erzeugung regenerativer Energie, aber auch in Immobilien und die Verkehrsinfrastruktur.

Unter der HEAG werden, bereinigt um Mehrfachbeteiligungen, 117 der insgesamt 161 Beteiligungen der Wissenschaftsstadt Darmstadt gebündelt. Zum Teilkonzern HSE zählen neben der Muttergesellschaft insgesamt 92 Beteiligungen, die bauverein AG hält 23 Beteiligungen und die HEAG mobilo GmbH (HEAG mobilo) ist Anteilseigner von sechs Beteiligungen.

Die Ausschüttung der HEAG liegt in diesem Jahr bei 0,4 Millionen Euro (Vorjahr: 7,1 Millionen). Gründe für die geringere Ausschüttung der HEAG sind eine rund 5 Millionen Euro niedrigere Ausschüttung der HSE für 2010 sowie Sondereffekte. Dazu zählen u.a. geringere Erträge aus Immobilienverkäufen. Die Ausschüttung wird in vollem Umfang der Sparkasse Darmstadt zukommen.

Erstmals kann der Verlust, den die HEAG aus dem Betrieb des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) trägt, nicht durch die Ausschüttungen der HSE kompensiert werden. In der Vergangenheit reichten die positiven Ergebnisse der HEAG-Töchter stets aus, um einen Betrag von 12,8 Millionen Euro im Bereich Verkehr auszugleichen. „Wir bedauern sehr, dass das im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht mehr der Fall war. Natürlich erwarten wir, dass sich dies in absehbarer Zukunft wieder ändert“, sagt HEAG-Vorstand Dr. Klaus-Michael Ahrend. „Schließlich stehen die Zeichen bei der HSE auf Wachstum: Die HSE hat und wird weiterhin in regenerative Erzeugungsanlagen investieren, die einen positiven Effekt auf die Ausschüttung haben werden.“

Wie der Einzelabschluss ist auch das Jahresergebnis des HEAGKonzerns geprägt von einigen Sondereffekten, vor allem von der erstmaligen Anwendung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG) und der Verringerung des EBIT (earnings before interest and taxes) im Energiebereich. Dadurch verzeichnet der HEAGKonzern ein negatives Jahresergebnis von -16,5 Millionen Euro (2009: 0 Euro). Allein die Belastung aus der Neubewertung von Rückstellungen gemäß BilMoG beträgt rund 37,0 Millionen Euro. Ohne diesen Effekt läge das Jahresergebnis bei rund 20 Millionen Euro.

HEAG sorgt für Vernetzung
Auch im Geschäftsjahr 2010 drehte sich für die HEAG alles um das Thema Daseinsvorsorge. „Unser Anspruch ist es, die Unternehmen der Stadtwirtschaft zu begleiten und zu unterstützen“, erklärt Hoschek. Im Fokus der Arbeit steht dabei das Wohl der Stadt und ihrer Bürger genauso wie das der Unternehmen. Der Aussage „Stadtwirtschaft ist mehr als die Summe ihrer Teile“ folgend, vernetzt die HEAG die verschiedenen Beteiligungen und bündelt Informationen an zentraler Stelle. Dabei bieten Synergieeffekte zwischen den einzelnen Beteiligungen viel Potenzial. Ein Beispiel dafür ist ein gemeinsames Cross-Mentoring-Projekt mit Beteiligten aus Stadt und Stadtwirtschaft.

Das Cross-Mentoring ist eines von mehreren Projekten aus der Darmstädter Stadtwirtschaftsstrategie. Unter Cross-Mentoring versteht man eine Maßnahme zur Personalentwicklung, bei der eine sehr erfahrene Persönlichkeit eine junge Fach- oder Führungskraft berät und unterstützt. Diese Tandems werden zur besseren Vernetzung zwischen Personen unterschiedlicher Einheiten aus Stadt- und Stadtwirtschaft gebildet. „Auch darin zeigt sich der große Nutzen, der im Beteiligungsmanagement dieser Stadt steckt. Den Weg, den wir mit der Stadtwirtschaftsstrategie eingeschlagen haben, halte ich für richtig und möchte ihn gemeinsam mit der HEAG und dem HEAG-Vorstand in den nächsten Jahren konsequent weitergehen“, unterstreicht Oberbürgermeister Jochen Partsch. Für eine noch stärkere Vernetzung der Akteure soll der von der HEAG maßgeblich erarbeitete Beteiligungskodex sorgen. Er legt Grundsätze fest, nach denen die Geschäftsführungen und Aufsichtsgremien zusammenarbeiten sollen. „Ganz praktisch ist dies ein roter Faden für die Geschäftsführer der Unternehmen der Stadtwirtschaft. Seitens des HEAG-Aufsichtsrats und des HEAGVorstands wurde dem Darmstädter Beteiligungskodex für das Geschäftsjahr 2010 bereits entsprochen“, erklärt Ahrend.

HEAG hält an HSE-Aktienrückkauf fest
Ein wichtiges Projekt im Geschäftsjahr 2010 war die geplante Erhöhung des HEAG-Anteils an der Tochter HSE. Gremienbeschlüsse mit dem Ziel des Rückkaufs liegen vor. Die HEAG verhandelt derzeit mit der E.ON AG. „Ich halte es für richtig, die Kooperation mit der HSE zu stärken. Die HSE ist ein wichtiger Eckpfeiler der Stadtwirtschaft“, so Oberbürgermeister Partsch.

Mit dem Jahr 2011 stellt sich die HEAG außerdem CO₂-neutral. „Wir sind stolz darauf, dass wir als eine der ersten, wahrscheinlich als die erste kommunale Beteiligungsgesellschaft Hessens diesen Schritt gegangen sind“, betont Ahrend. Umgesetzt hat die HEAG dies in Zusammenarbeit mit der HSE-Tochter Forest Carbon Group AG. Diese unterstützt Unternehmen dabei, klimaschädliche Emissionen durch Aufforstungs- und Waldschutzprojekte auszugleichen. „Die CO₂-Neutralität der HEAG ist ein deutliches Zeichen für verantwortungsbewusstes Handeln und hat Signalwirkung für die anderen Unternehmen der Stadtwirtschaft. Emissionen zu verringern ist schließlich auch ein zentrales Element der Stadtwirtschaftsstrategie“, so die Aufsichtsratsvorsitzende der HEAG, Stadträtin Brigitte Lindscheid.

Quelle: HEAG Holding AG – Beteiligungsmanagement der Wissenschaftsstadt Darmstadt (HEAG)

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